Superstar morgen mit Wolfsburg in Bremen / „Pfiffe würden mich überraschen“

Diego kehrt zurück – aber nur für einen Abend

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Das Weserstadion ist für Ex-Werder-Star Diego zum Wohnzimmer geworden - morgen kehrt er erstmals zurück.

Von Arne Flügge - Wenn man Diego auf Werder Bremen anspricht, bekommt der Mittelfeldstar noch heute dieses Funkeln in den Augen. „Ich hatte eine tolle Zeit“, erinnert sich der Spielmacher.

Drei Jahre lang hatte der heute 26-Jährige mit seinen Auftritten für Bremen die Liga und die Fans verzückt, ehe er 2009 zu Juventus Turin wechselte. Dort aber wurde er nie glücklich und kam zurück in die Bundesliga – zum VfL Wolfsburg.

Morgen Abend (20.30 Uhr) nun kehrt Diego mit seinem neuen Club erstmals in sein altes Wohnzimmer Weserstadion zurück – und das mit besonderen Gefühlen. „Die Vorfreude ist sehr groß“, erzählt der Brasilianer. „Ich komme gern zurück. Und ganz ehrlich: Pfiffe würden mich überraschen.“ Schließlich hat er noch viele Kumpels in Bremen und in der Mannschaft. „Ich habe noch guten Kontakt zu vielen Spielern. Naldo zum Beispiel ist ein sehr guter Freund“, berichtet der Techniker. Eine Wette auf den Ausgang der Partie hat er aber mit seinem Landsmann nicht abgeschlossen: „Ich würde aber auf Wolfsburg setzen.“

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Muss er ja auch. Schließlich verdient Diego sein Geld mittlerweile in der VW-Stadt. Und er hat mit seinen eher durchwachsenen Leistungen in dieser Saison mit dazu beigetragen, dass die Wolfsburger noch tief im Abstiegsschlamassel stecken, morgen in Bremen unbedingt punkten müssen. „Ich fühle mich schuldig“, sagt Diego fast schon reumütig, „ich bin mitverantwortlich für das schlechte Ergebnis.“

Sein neuer Trainer Felix Magath hat den Grund für Diegos fehlende Konstanz erkannt. „In Bremen hatte er eine feste Struktur, die ihm in Wolfsburg noch fehlt. Deshalb läuft es noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Diego ist bei uns der wichtigste Spieler“, erklärt der 57-Jährige, der seinem Star aber keine Sonderbehandlung zukommen lässt. „Diego ist ein Weltklassespieler. Das haben ja gerade die Werder-Fans lange genießen können. Aber es ist nicht so, dass ich zu ihm ein besonderes Verhältnis habe“, berichtet Magath: „Ich halte Abstand zu meinen Spielern und auch zu Diego. Ich hatte bisher keine Probleme mit ihm, und ich hoffe, er auch nicht mit mir.“

Eine Einschätzung, die Diego gerne zurückgibt. „Felix Magath ist wichtig für das Team. Wenn ich zur Bank schaue und Magath sehe, dann gibt mir das Sicherheit.“ Ähnlich, so der Mittelfeldspieler, sei es ihm auch in Bremen mit Thomas Schaaf ergangen. „Sie haben in etwa die gleiche Philosophie, und auch bei Thomas war das Training sehr anstrengend“, sagt Diego – und führt mit einem Augenzwinkern an: „Okay, vielleicht ist es bei Magath noch ein wenig härter . . .“

Angesichts des Abstiegskampfes will Diego morgen Abend sein gutes Verhältnis zu Werder aber für mindestens 90 Minuten ruhen lassen. Schließlich geht es um zu viel. Und Magath ist auch sicher, dass Diego das schafft. „Er ist professionell und wird sich nicht von seinen Gefühlen zu irgendetwas verleiten lassen“, ist der VfL-Coach sicher: „Er soll zeigen, was er kann, sein können in die Waagschale werfen.“

Dass Diego dies tun wird, davon ist man in Bremen überzeugt. „Wir wissen, was er für Stärken hat. Auf einen Diego muss man immer aufpassen“, sagt beispielsweise Mittelfeldspieler Marko Marin. Werder-Sportchef Klaus Allofs verspricht seinem Ex-Star zwar einen „freundschaftlichen Empfang“, danach aber werde das sehr gute Verhältnis „ausgeblendet“. Schließlich kann Werder mit einem Erfolg den Klassenerhalt endgültig perfekt machen. „Und das muss unser Ziel sein, denn wir haben lange genug gezittert“, fordert Kapitän Torsten Frings. Diego hin oder her.

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