Ein Fan erklärt, warum er Schaaf, Lemke und Fischer mit einer riesigen Tischdecke zum Rücktritt aufgefordert hat

„Die Werder-Connection stützt sich gegenseitig“

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Eine deutliche Aufforderung auf der Südtribüne: Thomas Schaaf (TS), Willi Lemke (WL) und Klaus-Dieter Fischer (KDF) sollen bei Werder ihren Hut nehmen. ·

Bremen - Uwe Schierloh ist ein stolzer Werder-Fan. „Ich habe seit 1966 eine Dauerkarte und fast kein Spiel verpasst“, berichtet der 55-Jährige. Doch in den letzten Jahren ist ihm der Spaß an seinem Club abhanden gekommen.

Und so entschied er sich zum Protest, den nun ganz Fußball-Deutschland kennt. Das Banner „1999 - 2013 ist genug – TS + WL + KDF“, das Werder-Trainer Thomas Schaaf, Aufsichtsratschef Willi Lemke und Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer zum Rücktritt auffordert, fehlte in keiner Berichterstattung vom Werder-Heimspiel gegen Fürth.

Dabei hatte es nur zehn Minuten gedauert, bis die Aktion auf der Südtribüne noch vor dem Einlaufen der Teams vom Sicherheitsdienst beendet worden war. Begründung: Im Sitzplatzbereich seien solche Banner verboten, um anderen Besuchern nicht die Sicht zu nehmen und sie nicht durch ein mögliches Abbrennen zu gefährden. „Es mag ja sein, dass es diese Regel gibt“, meint Schierloh: „Aber mal ganz ehrlich: Was soll denn da passieren? Niemand fühlte sich gestört. Wie sollen wir Fans unseren Unmut denn sonst zum Ausdruck bringen?“

Schierloh glaubt, dass die Werder-Oberen so einen Protest einfach nicht dulden. Letztlich fühlt er sich durch das Eingreifen des Sicherheitsdienstes sogar bestätigt. „Wir sprechen schon lange von einer Werder-Connection, die sich gegenseitig stützt“, erklärt Schierloh, der sich schon seit Monaten mit seinen Sitznachbarn über Werder aufregt und deswegen nun eine Tischdecke seiner 81-jährigen Mutter besprühte: „Seit drei Spielzeiten erleben wir hier eine spielerische Armut. Dann heißt es immer wieder nur, wir müssten Geduld haben. Wir Fans werden doch an der Nase herumgeführt.“

Ein schlichtes „Schaaf-raus“-Plakat war Schierloh „zu plump. Es geht nicht nur um den Trainer, sondern auch um die Verantwortlichen. Lemke und Fischer sagen immer, wir hätten den besten Trainer, dabei gibt es längst viel bessere in der Bundesliga.“

Das enttäuschende 2:2 gegen Fürth war für Schierloh keine Überraschung. „Das habe ich mir schon bei dieser defensiven Aufstellung gedacht – und das gegen einen Tabellenletzten“, berichtet der Bremer und gesteht: „Ich habe Angst, dass wir absteigen. Ich weiß nicht, wie wir so noch ein Spiel gewinnen wollen.“

Ob Schierloh seinen Protest in drei Wochen beim nächsten Heimspiel gegen Schalke wiederholt, weiß er noch nicht. Aber er wird da sein, denn bei aller Verärgerung: Werder-Fan wird der 55-Jährige bleiben. · kni

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