Caldirola

„Die Verteidiger in Italien sind schon mit die cleversten“

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Luca Caldirola liebt seine Abwehrarbeit – vor allem, wenn sie so gut klappt wie in dieser Szene gegen Augsburgs Andre Hahn. ·

Bremen - Er ist der erste echte Italiener bei Werder – und das genau zum richtigen Zeitpunkt: Denn in Bremen wird nun wesentlich defensiver gedacht als früher, da fühlt sich ein Luca Caldirola aus dem Land des Catenaccio natürlich pudelwohl.

Der 22-jährige Neuzugang von Inter Mailand, der zuletzt an Zweitligist Brescia Calcio ausgeliehen war und für eine Ablöse von 2,25 Millionen Euro an die Weser kam, hasst Gegentore. Im Gespräch mit Journalisten erklärt Caldirola, dass er nicht nur Innenverteidiger ist.

Herr Caldirola, waren Sie überrascht, dass Sie gegen den FC Augsburg als Linksverteidiger aufgeboten wurden?

Luca Caldirola:Nein. Ich habe das in der Vergangenheit bei anderen Clubs schon ein paar Mal gespielt, in einer Dreierkette, aber auch in einer Viererkette. Der Trainer hat es mir am Morgen vor dem Spiel gesagt – und ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt. Links oder rechts, das ist kein Problem für mich.

Sie können also auch rechter Verteidiger spielen?

Caldirola:Rechts, Stürmer, Mittelfeld . . . (lacht)

Torwart auch?

Caldirola:Torwart auch.

War es eine klare Vorgabe des Trainers, dass Sie sehr defensiv agiert haben?

Caldirola:Ja. Mein Hauptjob links war die Defensive. Theo Gebre Selassie hat auf der rechten Seite offensiver gespielt.

War das eine Ausnahme mit Ihnen auf der linken Seite?

Caldirola:Keine Ahnung, da müssen Sie den Trainer fragen.

Aber Sie bevorzugen es schon, im Zentrum zu verteidigen?

Caldirola:Ja, ich mag diese Position.

In der vergangenen Saison hat Werder 66 Gegentore bekommen, jetzt in zwei Spielen noch keines – ist das die neue Bremer Stärke?

Caldirola:Ja. Als ich nach Bremen gekommen bin, wurde mir erzählt, dass hier die Gegentore das große Problem sind. Dass wir jetzt zwei Mal zu Null gespielt haben, ist sehr gut für die Abwehrspieler – und natürlich auch für mich. Okay, jetzt fahren wir nach Dortmund, da wird es sicher schwieriger. Aber die haben den Druck, wir nicht. Unsere sechs Punkte nimmt uns niemand weg.

Als Sie verpflichtet wurden, jubelten viele Werder-Fans: Guter Deal, ein Italiener weiß, wie man verteidigt. Stimmt das?

Caldirola:Catenaccio, Catenaccio . . . (lacht). In Italien wird aber wirklich viel taktischer, viel defensiver gedacht. Die Verteidiger in Italien sind schon mit die cleversten. Äh Moment, das heißt jetzt natürlich nicht, dass die Verteidiger hier nicht gut sind.

In Deutschland wollen die Fans viele Tore sehen. Ist das in Italien anders, zählt es da mehr, kein Gegentor zu bekommen?

Caldirola:Ja, so ist es tatsächlich. Der erste Gedanke ist immer, kein Tor zu bekommen. Danach darfst du auch Tore schießen. Das ist unsere Mentalität. Hier in Deutschland geht es eher darum, ein gutes Fußballspiel zu sehen – und dazu gehören viele Tore.

Was sehen Sie lieber: ein 1:0 oder ein 5:4?

Caldirola:Am Fernsehen möchte ich drei, vier Tore sehen. Wenn ich selbst spiele, möchte ich nur Tore von uns sehen.

Worin unterscheidet sich die Bundesliga noch von der Serie A?

Caldirola:Die Atmosphäre in den Stadien ist viel besser. In Italien sind die Stadien alt, und es sind auch nicht so viele Zuschauer da wie hier. Hier macht es richtig Spaß.

Das ist Ihnen deutlich anzumerken. Es ist kaum zu glauben, dass Sie erst ein paar Wochen in Bremen sind. Wie haben Sie das hinbekommen?

Caldirola:Das war die Mannschaft, sie hat mir sehr geholfen. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Die Stadt gefällt mir, es ist gar nicht so anders als in Italien.

Wundern Sie sich nicht über die vielen Fahrräder in der Stadt?

Caldirola:Na ja, ich habe ein Jahr in Holland gespielt . . . (lacht). · kni

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