Petersen sieht Werder in der Pflicht

„Die Schmach tilgen und schnell die Kurve kriegen“

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Nils Petersen (li.) sieht Werder in der Pflicht

Bremen - Nils Petersen ging es gestern Vormittag nicht anders als seinen Teamkollegen. Nach der deutlichen 1:4-Niederlage am Vorabend gegen Bayer Leverkusen spürte der Werder-Stürmer „riesigen Frust. Wir haben vorher noch gesagt, wie richtungweisend das Spiel ist.

Und dann mussten wir erleben, wie schnell es in der Tabelle umschlagen kann.“ Platz sechs wäre mit einem Heimsieg möglich gewesen, stattdessen rutschten die Bremer am 14. Bundesliga-Spieltag von Rang sieben auf zwölf ab.

„Aber es ist noch alles sehr eng beieinander, die Liga extrem ausgeglichen und schwer einzuschätzen“, urteilt Petersen angesichts von nur zwei Punkten Rückstand auf den Tabellensechsten Hannover 96. Allerdings sind es auch nur drei Zähler Vorsprung auf Rang 15 (Wolfsburg) und sechs auf den Relegationsplatz, wo Hoffenheim (der Auswärtsgegner von Sonntag, 15.30 Uhr) steht – und deshalb mahnt Petersen: „Wir sind jetzt unter Zugzwang, sollten schnell die Kurve kriegen und müssen punkten.“ Außerdem wolle man „die Schmach von Leverkusen tilgen“.

So richtig enttäuscht hatte Werder trotz des am Ende deutlichen Ergebnisses jedoch nicht. Und Trainer Thomas Schaaf war in seiner Analyse auch recht gnädig: „Meine junge Mannschaft hat das Recht, auch mal daneben zu liegen. Bis auf das Spiel in Augsburg (1:3-Pleite, Anm. d. Red.) hat sie in dieser Saison immer mächtig ‘was abgeliefert. Was fehlt, sind die Punkte – da müssten wir deutlich mehr haben.“

Wesentlich härter ging Petersen mit seiner Mannschaft und sich ins Gericht: „So ein Scheißspiel hatten wir lange nicht mehr, jeder ist unter seinem Limit geblieben. Und dann hat man eben keine Chance – schon gar nicht gegen ein Team wie Leverkusen. Das war neben Augsburg unsere schlechteste Saisonleistung.“

Obwohl als einzige Spitze ingesamt ziemlich in der Luft hängend, hatte der 24-Jährige erneut getroffen – und mit seinem Kopfball zum 1:2 (54.) zumindest eine Zeitlang Hoffnungen auf einen besseren Ausgang genährt. Für Petersen war es das fünfte Saisontor, hinzu kommen vier Assists. Mit neun Scorerpunkten ist er der zweitbeste Bremer nach Aaron Hunt (sechs Tore, vier Vorlagen). In den vergangenen Wochen hat Petersen ganz offensichtlich seinen Rhythmus gefunden. Er traf regelmäßig – vier Mal in sieben Partien. „Tore tun immer gut“, meint der Stürmer und urteilt über sich selbst: „Ich komme langsam in Fahrt.“

Einen Petersen in „Knipser“-Form könnte Werder natürlich auch über die Saison hinaus bestens gebrauchen. Und der vom FC Bayern für ein Jahr ausgeliehene Torjäger machte gestern erneut deutlich, dass er sich eine langfristige Zukunft in Bremen sehr gut vorstellen kann. Dafür müsste Werder noch nicht mal zwingend international vertreten sein. Die Qualifikation zur Europa League sei „kein Muss“, versichert Petersen und erklärt: „Es ist nicht nur davon abhängig, welchen Platz wir am Ende belegen. Wichtig ist, dass ich mich wohlfühle und eine Perspektive sehe. Und die sehe ich bei unserer jungen Mannschaft.“

Bilder vom Training am Donnerstag

Auslaufen nach Leverkusen-Pleite

Am liebsten wäre ihm eine schnelle Klärung. Doch die Entscheidung, ob er in Bremen bleibt oder nicht, ist noch ziemlich weit weg. Seit dem überraschenden Wechsel von Sportchef Klaus Allofs nach Wolfsburg habe es kein Gespräch mit Werder gegeben – und auch mit den Bayern nicht. „Das“, sagt Petersen, „wird wohl erst im neuen Jahr folgen.“ · mr

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