„Die Philosophie hat sich verändert“ / Kein Nachkarten gegen den Ex-Coach

So wenig Dutt steckt noch in Werder

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Anderthalb Jahre trug Robin Dutt die Raute – viel hinterlassen hat er nicht.

Bremen - Klar, der Aufschwung bei Werder geht vor allem auf das Konto von Viktor Skripnik und dessen Trainerteam. Selten hat sich ein Trainerwechsel so ausgezahlt wie der in Bremen. Robin Dutt war Ende Oktober als Tabellenletzter gefeuert worden, Skripnik hat das Team auf Platz neun gehievt. Trotzdem stellen sich – speziell vor dem Wiedersehen am Sonntag in Stuttgart – zwei Fragen: Wieviel Dutt steckt noch in Werder? Ist er womöglich mitverantwortlich für die besseren Zeiten an der Weser?

„Er hat auch seinen Anteil an unserer Entwicklung“, urteilt Geschäftsführer Thomas Eichin und legt sich fest: „Robin Dutt war nach der Ära Thomas Schaaf genau der richtige Trainer für Werder Bremen.“ Keine überraschende Aussage, schließlich hat Eichin den Coach geholt.

Wie sehen es die Spieler? Sie sind vor allem bemüht, nicht schlecht über Dutt zu reden. Assani Lukimya betont sogar: „Ich schätze Robin Dutt als guten Trainer und überragenden Menschen.“ Und Clemens Fritz verrät: „Ich freue mich, ihn wiederzusehen.“ Ende vergangenen Jahres habe er mit dem neuen Sportvorstand des VfB Stuttgart das letzte Mal gesprochen. Auch andere Werder-Profis hatten noch Kontakt zu Dutt – meist per SMS. Doch einen großen Anteil am Aufschwung sprechen sie ihm nicht zu. „Es steht ja außer Frage, dass bei den Spielen, die wir gewonnen haben, Viktor Skripnik auf der Bank saß, nicht Robin Dutt. Da muss man gar nicht forschen, welchen Anteil Robin Dutt hatte. Die Punkte hat Viktor Skripnik geholt. Ich denke nicht, dass noch Dutt in dieser Mannschaft steckt“, sagt Cedrick Makiadi. Ausgerechnet Makiadi, der eigentlich als Dutts Lieblingsspieler gilt.

Zlatko Junuzovic hebt zumindest hervor, dass Dutt an der Zusammenstellung des Kaders beteiligt gewesen ist. Aber sonst? „Die Philosophie hat sich verändert. Unter Dutt haben wir zwar auch Raute gespielt, aber nicht so spielerisch wie jetzt. Wir bolzen den Ball nicht mehr blind weg“, sagt Junuzovic. Der Österreicher nimmt Dutt dabei aber auch ein wenig in Schutz: „Wir wussten, dass wir Qualität haben, aber dann kam der schlechte Start. Und dann waren wir in einer Phase, wo nichts mehr ging. So etwas passiert im Fußball.“

Sorgen, dass Dutt mit seinem Wissen ein härterer Gegner sein wird, macht sich Junuzovic nicht: „Er ist in Stuttgart kein Trainer, sondern Sportdirektor, macht also nicht die Aufstellung. Außerdem haben wir mittlerweile so ein sicheres Auftreten, da werden uns solche Sachen nicht negativ beeinflussen.“

kni/csa

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