Bayern überrollt Werder – 0:4

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Die Bayern-Spieler präsentieren ihre Trophäe

Berlin -  Ein perfekt spielender FC Bayern München hat den Bremer Traum vom siebten Triumph im DFB-Pokal auf beeindruckende Art und Weise zerstört.

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Mit einem 4:0 (1:0)-Sieg im Berliner Olympiastadion holten sich die Münchner nach der Meisterschale nun auch den „Pott“ – es ist das achte „Double“ und der 15. Pokalsieg. Die Bremer Hoffnung auf den siebten Erfolg wurde durch Tore von Arjen Robben (35./Handelfmeter), Ivica Olic (51.), Franck Ribery (63.) und Bastian Schweinsteiger (83.) brutal zerstört. Werder war im zehnten Finale der Club-Geschichte chancenlos und verlor in der 76. Minute auch noch Kapitän Torsten Frings durch eine Gelb-Rote Karte. Der Konfettiregen ergoss sich Minuten nach dem Abpfiff über ein Team, das mit dem Sieg eine glänzende Generalprobe für das Champions-League-Finale am kommenden Samstag in Madrid gegen Inter Mailand hinlegte. Ob gestern schwer gedemütigte Bremer dann die Daumen drücken werden?

Das Finale in Bildern

Das DFB-Pokal-Finale in Bildern

Das Unheil, das in rot-weißen Trikots über sie gekommen war, wird sicherlich lange nachwirken. 2000 hatte Werder mit 0:3 gegen die Bayern verloren, diesmal war es noch schlimmer. Ein Grund dafür: Die Aufstellung von Thomas Schaaf. Der Werder-Trainer hatten wieder auf das 4-2-3-1-System umgestellt und Claudio Pizarro als einzige Spitze gebracht. Auf den Außenpositionen des Mittelfeldes agierten Tim Borowski und Aaron Hunt. Also die beiden Akteure, die – freundlich formuliert – zuletzt am wenigsten positiv auf sich aufmerksam machen konnten. Marko Marin, der in jeder Abwehr Feuer legen kann, schmorte erneut nur auf der Bank.

Es war eine von Respekt (oder von Angst?) geprägte Aufstellung und Taktik. Werder, sonst für Angriffswirbel und Traumkombinationen berühmt, stellte sich tief hinten rein, baute vor dem eigenen Strafraum zwei Viererreihen auf. In denen sollte sich die Bayern-Offensive mit ihren beiden Weltklasseleuten Franck Ribery und Arjen Robben verzetteln. Tat sie aber nicht. Noch nicht einmal vier Minuten waren gespielt, als der Gegner zwei gute Möglichkeiten durch Robben und Martin Demichelis verbucht hatte.

Es hätte ein Blitzstart des Rekordpokalsiegers werden können – aber auch einer für Werder. Denn nach acht Minuten tunnelte Pizarro Daniel van Buyten, umkurvte Philipp Lahm, scheiterte im Abschluss aber an Hans-Jörg Butt. Der Bayern-Keeper parierte auch den Nachschuss von Torsten Frings.

Diese Doppelchance hätte es sein können. Und wer weiß, vielleicht wären die Bayern bei einem Rückstand geschockt gewesen. Doch so rannten sie weiter munter Richtung Werder-Tor. Und kombinierten mitunter traumhaft. Beispiele: Ribery und Robben narrten in der 24. Minute alle, Thomas Müller und Ivica Olic verpassten in der Mitte. Müller und Robben doppelpassten sich durch die Abwehr, den Abschluss versemmelte aber der Niederländer (30.).

Und dann der Elfmeter. Zweifel an der Berechtigung? Keine. Als Olic den Ball aus der Drehung an Mertesacker vorbei mogeln wollte, fuhr der Nationalverteidiger den Arn weit aus. Robben trat gegen Wiese an und überwand den Bremer Elfmeter-Killer mit einem 115-km/h-Flachschuss ins linke Eck.

Und Werder? Die Bremer kamen kaum zu Entlastungsangriffen. Aaron Hunt besaß kurz vor der Pause noch eine Chance, dann war Schluss für ihn. Hugo Almeida kam, Hunt blieb in der Kabine. Endlich die zweite Spitze, endlich mehr Power bei Werder? Kurz immerhin: Almeida hätte in Minute 48 fast den Ausgleich gemacht.

Statt des 1:1 fiel kurz darauf jedoch das 0:2 – und wieder war Mertesacker der Pechvogel. Nach einer Ecke köpfte er van Buyten an, der Ball fiel Olic vor die Füße – drin (51.). Das war der frühe Knockout für Werder. Die Titelverteidigung – sie wurde nun zur unmöglichen Mission.

Klar, natürlich kam jetzt Marin. Wer sonst, wenn offensiv etwas geschehen muss? Die Bremer orientierten sich stärker nach vorne, stellten auf Raute um. Aber die Bayern konterten eiskalt. Nach 40 Metern freiem Anlauf auf Wiese schob Ribery zum 0:3 ein (63.). Schweinsteiger erhöhte schließlich technisch fein zum vernichtenden Endergebnis. Berlin, die magische Stadt, in der Werder wundervolle Pokalerfolge gefeiert hat, wurde zur Stätte der Pein.

Aus Berlin berichten Carsten Sander und Petra Philippsen

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