Privat im Zillertal

DFB-Boss sieht Werder-Pleite

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Die Werder-Spieler unterlagen dem Zweitligisten

Zell am Ziller - Von Björn Knips. Er stellte sich ganz brav in der langen Schlange vor dem Kassenhäuschen an, zückte seine Geldbörse und kaufte sich Karten für den Werder-Test gegen den TSV 1860 München. „Ich bin ja privat hier“, erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Bereits zum vierten Mal macht der Rotenburger mit Frau und Sohn Urlaub im Zillertal. Diesmal zählte auch ein Werder-Besuch auf dem Ferienprogramm. Leider ohne Happy End, der Bundesligist unterlag dem Zweitligisten nach einem vor allem in der ersten Halbzeit schwachen Auftritt verdient mit 1:2 (1:2).

Wie Grindel darüber dachte, ist nicht überliefert. Der DFB-Präsident hatte sich schließlich unters Volk gemischt. Werder-Coach Viktor Skripnik stellte sich den Medien und sorgte ein wenig für Verblüffung. „Das war ein super Test für uns. Das hat mir echt gut gefallen“, sagte der Ukrainer. Dass die klassentieferen Münchner vor der Pause klar besser waren, schockte ihn nicht, er hatte es so erwartet: „Die starten in einer Woche, da hat man klar einen Unterschied im Körperstand und der Körpersprache gesehen.“ Nun gut, die Löwen haben noch zwei Wochen Zeit bis zum Start, aber schienen in der Tat in Sachen Fitness und vor allem Schnelligkeit sowie Zweikampfhärte viel weiter. Da konnte Werders aktuelle A-Formation kaum mithalten.

Die Partie vor 1500 Zuschauern im gut besuchten Stadion in Zell am Ziller hatte mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs in München begonnen. Zudem spielten beide Teams mit Trauerflor.

Im Spiel ging es etwas konfus weiter mit vielen Fouls und Fehlpässen. Überraschend dann die Werder-Führung – mit sehr großer Löwen-Hilfe. Sascha Mölders köpfte eine Freistoß-Hereingabe von Florian Kainz sehenswert ins Tor – allerdings ins eigene (18.).

DFB-Präsident Reinhard Grindel im Zillertal.

Sekunden zuvor war Levent Aycicek für den verletzten Karim Matmour eingewechselt worden. Damit standen beide Werder-Leihgaben für die Münchner auf dem Platz, Marnon Busch verteidigte sehr ordentlich auf der rechten Seite. Und Aycicek? Der verpasste den Ausgleich, als er völlig freistehend an Keeper Felix Wiedwald scheiterte. „Da habe ich zu lange gezögert“, ärgerte sich der Mittelfeldspieler und gestand: „Es war schon komisch, gegen die alte Mannschaft zu spielen. Ich war schließlich acht Jahre bei Werder.“ Stefan Mugosa musste da kein schlechtes Gewissen haben, er ist ohne Bremer Vergangenheit – und erzielte nach feiner Vorarbeit von Mölders das 1:1 (33.). Werders Innenverteidigung mit Alejandro Galvez und Fallou Diagne hatte dabei nicht so gut ausgesehen.

Sechs Minuten später riskierte dann Milos Degenek nach einer abgewehrten Ecke eine Direktabnahme und wurde mit dem unhaltbaren 2:1 belohnt. Da schlichen die Werder-Profis nur noch über den Platz. Die vielleicht etwas sehr harte Gangart der Löwen hatte ihnen sichtlich zugesetzt.

Bis auf Wiedwald und Galvez wurden zur Pause alle erlöst. Nun durften die jungen Wilden ran. Nach anfänglichen Problemen lief es dann immer besser, was allerdings auch an den zahlreichen Wechseln der Münchner lag. Der starke Leon Guwara sorgte mit einem 20-Meter-Kracher für die erste echte Werder-Chance im Spiel, doch Vitus Eicher parierte (77.). Genauso wie nur wenige Sekunden später bei einem ähnlichen Versuch von Izet Hajrovic. Werder gab nicht auf, und Lukas Fröde köpfte den Ball kurz vor Schluss noch an die Latte.

Werder: Training und Testspiel am Samstag

„In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt. Zum Engagement der jungen Leute kann man nur gratulieren“, meinte Skripnik und war zufrieden: „Eine Niederlage ist auch gesund, da kann man als Trainer auch etwas sagen. Wir haben noch Zeit genug.“

DFB-Präsident Grindel drückt Werder jedenfalls die Daumen – und erzählte ganz ehrlich: „Der Hamburger SV ist mein Lieblingsverein, Werder aber als Rotenburger mein Heimatverein. Ich muss ja als DFB-Präsident eigentlich neutral sein, aber ich wünsche Werder, dass es nicht wieder so eine Zittersaison wird.“

Werder (1.Hz.):  Wiedwald - Gebre Selassie, Galvez, Diagne, S. Garcia - Fritz - Bartels, M. Eggestein, Junuzovic, Kainz - Pizarro.

Werder (2. Hz.): Wiedwald - Guwara, Galvez (70. Caldirola), Fröde, Sternberg - Petsos - Hajrovic, Veljkovic, U. Garcia, Thy - J. Eggestein.

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