Werder und der HSV sind gebeutelt und verzichten fast völlig auf Kampfansagen

Derby ohne Drohungen

Marko Marin will mit Werder heute „klar zeigen, wer die Nummer eins im Norden ist“.

Bremen - Von Malte Rehnert· Marko Marin spricht das aus, was sich Werder heute wünscht: „Wir wollen auch das zweite Spiel gegen den HSV gewinnen und klar zeigen, wer die Nummer eins im Norden ist.“

Solche Kampfansagen sind vor dem 94. Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen (15.30 Uhr) in der Imtech Arena allerdings die Ausnahme. Beide Clubs sind zu sehr mit sich selbst und ihren großen Problemen beschäftigt, um auch noch in Richtung des Erzrivalen auszukeilen. „Wir schauen nicht nach links und nicht nach rechts – der Fokus ist auf uns ausgerichtet“, unterstreicht Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Dennoch haben die Bremer, die das Hinspiel mit 3:2 gewonnen hatten, am Mittwoch sicher alle vorm Fernseher gesessen und die 0:1-Heimpleite des HSV im Stadtderby gegen St. Pauli gesehen. Dem Nordrivalen nun den zweiten Keulenschlag binnen vier Tagen zu verpassen, „wäre natürlich schön“, meint Marin: „Mit einem Sieg können wir unsere Fans für die nächsten Wochen mitreißen. Und wir können uns ein bisschen absetzen – dann wäre es auch für uns einfacher. Das kann noch mal eine Extra-Motivation geben.“

Die Bremer wissen, dass der HSV gewaltig taumelt. „Sie können es sich sicher nicht erlauben, in einer Woche zwei Derbys zu verlieren“, sagt Innenverteidiger Sebastian Prödl. Die Bremer wissen aber auch, dass angeschlagene Boxer besonders gefährlich sind. „Die werden besonders heiß sein“, ahnt Prödl. „Sie platzen im Moment bestimmt nicht gerade vor Selbstvertrauen, aber sie haben das nächste Derby und brennen auf Wiedergutmachung“, ergänzt Marin.

Um Titel oder Champions-League-Plätze – wie in der jüngeren Vergangenheit fast immer – geht’s heute nicht. Werder steckt als 14. tief im Abstiegskampf und will unbedingt den Sturz auf den Relegtionsplatz (nur ein Punkt Vorsprung) verhindern, der HSV den Anschluss zu Rang fünf (momentan vier Zähler) nicht verlieren. „Die Begleitumstände könnten schöner sein, aber Brisanz ist da immer drin. Das sind die Spiele, die Spaß machen“, findet Werder-Sportchef Klaus Allofs. „Klar ist das ‘was Besonderes, ein Derby halt“, sagt Marin. „Derbys sind eben andere Spiele“, urteilt Prödl: „Wir freuen uns drauf, wollen uns und den Fans Freude machen.“

Das ist Werder zuletzt kaum gelungen. Die beiden Unentschieden in Mainz und gegen Hannover haben weder die Tabellensituation verbessert noch die Abstiegssorgen gemildert. Trotz der bedrohlichen Situation versuchen die Bremer aber, nicht allzu schwarz zu malen. „Der Druck war doch schon in den letzten Wochen da. Da bestand auch schon immer die Gefahr, auf den Relegationsplatz abzurutschen“, sagt Marin.

Bislang hat es Werder immer irgendwie und gerade noch so vermieden. Heute droht allerdings eine doppelte Gefahr: Eine Niederlage ausgerechnet im Nordderby würde nicht nur die sportliche Lage weiter verschlechtern, sondern vermutlich auch noch einen psychischen Knacks geben.

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