Fieser Tritt in Irland: Junuzovic fällt zwei Wochen aus / Sauer auf Air France

„Der hätte mir das ganze Knie kaputt machen können“

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Kreiszeitung Syke

Bremen - Gestern Abend um acht Uhr war Zlatko Junuzovic endlich zu Hause. Hinter ihm lagen 24 Stunden, die der Werder-Profi so schnell nicht vergessen wird. Beim WM-Qualifikationsspiel in Irland hatte es den Österreicher übel am Knie erwischt.

Eine Risswunde musste mit sieben Stichen genäht werden. Der Mittelfeldspieler fällt zehn bis 14 Tage aus. Ein Schock für Werder! Oben drauf gab es für Junuzovic gestern noch jede Menge Reisestress. Gemeinsam mit seinen Bremer Teamkollegen Sebastian Prödl und Marko Arnautovic hing er stundenlang auf dem Flughafen von Dublin fest.

"Schaut schlimmer aus, als es wirklich ist..., hoffe dass ich schnell wieder fit werde!!", schreibt Junuzovic auf seiner Facebook-Seite.

„Das war schon eine Frechheit, was sich Air France da erlaubt hat“, schimpfte Junuzovic gestern Abend: „Wir haben vor zwei Wochen gebucht und bezahlt, aber dann können wir nicht mitfliegen, weil die Maschine total überbucht ist.“ Am Mittag ging es dann endlich nach Amsterdam, von dort aber erst am Abend weiter nach Bremen. Keine angenehme Geschichte für Junuzovic mit seinem geschwollenen Knie. In der Hansestadt ließ er sich umgehend von Werder-Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski untersuchen. „Er hat gesagt, dass es mindestens zehn Tage dauert, wenn alles gut verläuft. Das ist schon eine unglückliche Stelle für eine Risswunde“, berichtete Junuzovic, der in den nächsten Tagen totales Sportverbot hat, „weil ich Antibiotika nehmen muss“.

Total gefrustet ist der 25-Jährige deshalb aber nicht: „Ich habe doch Glück im Unglück gehabt. Der hätte mir das ganze Knie kaputt machen können.“ Gemeint ist James McCarthy. „Er ist nicht wie ich zum Ball, sondern nur auf mich gegangen, das war schon etwas brutal“, erinnerte sich Junuzovic an den folgenschweren Zweikampf in der 24. Minute. Schiedsrichter Marijo Strahonja aus Kroatien beließ es bei einer Gelben Karte. Viel mehr ärgerte Junuzovic allerdings, dass ihn der Unparteiische aufforderte, zügig aufzustehen: „Mir war total schlecht vor Schmerzen, der Magen drehte sich.“ Immerhin habe sich der Unparteiische dafür und für die zu milde Strafe entschuldigt – von McCarthy habe er dagegen gar nichts gehört, berichtete der Werder-Profi.

Noch im Stadion wurde Junuzovic genäht – und bei Facebook präsentierte er kurz vor Mitternacht seinen Fans das schaurige Ergebnis. In Österreich ist der kleine Mittelfeldspieler nun ein Held. Das liegt auch an seinen starken Leistungen. Beim 6:0 gegen die Färöer glänzte er als Torschütze, beim 2:2 gegen Irland als Vorbereiter zum 1:0 durch Martin Harnik. Mitspieler und Medien orakelten, dass Österreich mit Junuzovic in Irland gewonnen hätte. „Diese euphorischen Stimmen über mich in der Heimat tun natürlich gut“, gestand der Bremer: „Ich habe mich in den beiden Spielen auch richtig gut gefühlt. Das hat Spaß gemacht. Wir haben viel gelacht, das müssen wir auch in Bremen wieder hinbekommen.“

Deshalb hat er sich auch ein Schlechte-Laune-Verbot verordnet: „Es bringt nichts zu jammern. Ich mache jetzt eine Pause, dann gebe ich wieder Vollgas und bin bald wieder dabei. Ich bin zuversichtlich, dass wir da unten rauskommen.“ Werder hat zwar im Abstiegskampf vorerst einen wichtigen Mittelfeldspieler verloren, aber zumindest als Motivator ist dieser leidenschaftliche Kilometerfresser aus Österreich noch voll dabei. Und so spornt er seine Teamkollegen für die Partie am Samstag an: „Drei Punkte in Mainz wären die beste Medizin – nicht nur für mich.“ · kni

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