„Der Fußball ist stark genug“

Bremen - Der riesige Wett- und Manipulationsskandal im internationalen Fußball – natürlich ist er auch ein Gesprächsthema bei Werder. Clemens Fritz reagierte besorgt auf die Enthüllungen der europäischen Polizeibehörde Europol. „

Man sieht ja, was das Doping aus dem Radsport gemacht hat“, sagte der Bremer Kapitän und ergänzte: „Die Fans wollen Spiele sehen, in denen der Bessere gewinnt und nicht von außen Einfluss genommen wird. So etwas braucht keiner, so etwas will keiner. Es wäre gut, wenn da schnell Licht ins Dunkel gebracht würde.“

Die Bundesliga scheint zwar nicht betroffen zu sein, Werder allerdings hat vor etwa einem Jahr im Trainingslager im türkischen Belek ein ziemlich seltsames Erlebnis gehabt. Im Testspiel gegen AZ Alkmaar (2:1) hatte der bulgarische Schiedsrichter Latschesar Jonow ohne erkennbaren Grund satte zehn Minuten nachspielen lassen, zudem einen umstrittenen Elfmeter und zwei Freistöße für Alkmaar gegeben. Anschließend stellte sich auch noch heraus, dass er unter falschem Namen (dem seines Kollegen Raitscho Raittchew) gepfiffen hatte: Jonow selbst war wegen nicht genehmigter Einsätze in Südamerika (Venezuela und Argentinien) vom bulgarischen Verband gesperrt. Der Verdacht der Manipulation lag nahe. „Wir können alle nur daran arbeiten, dass so etwas nicht passiert. Wir müssen immer wach sein und aufpassen“, forderte gestern Werder-Coach Thomas Schaaf.

Die Bremer alarmierten seinerzeit den DFB. „Über weitere Schritte sind wir danach nicht informiert worden“, sagte Werder-Boss Klaus Filbry gestern: „Wir haben unsere Lehren aus der Geschichte gezogen und bei den Testspielen in diesem Jahr darauf geachtet, dass nur Schiedsrichter eingesetzt werden, die eine offizielle Lizenz vom türkischen Verband haben.“

Trotzdem soll es auch in diesem Jahr Hinweise auf Manipulationen gegeben haben, wie die „Bild“ berichtet. Vor der Partie gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle am 11. Januar sei es zu Quoten-Abstürzen gekommen. Zudem seien ungewöhnlich hohe Summen auf das Spiel gesetzt worden – und zwar darauf, dass mindestens vier Tore fallen. Das Spiel endete 2:2. Werder ist aber nicht misstrauisch. „Es gibt keine Untersuchungen und keine Anhaltspunkte. An uns ist niemand herangetreten. Das ist absolut neu“, sagte Filbry.

Insgesamt sei der Manipulationsskandal „natürlich nicht gut für den Sport und das Image des Fußballs. Es ist wichtig, dass alles aufgedeckt und stringent nachverfolgt wird“, betonte Filbry, fügte aber optimistisch an: „Der Fußball ist stark genug, um die Krise zu überstehen.“

Bei Werder werden übrigens alle Jugendmannschaften – wie vom DFB vorgeschrieben – vor der Saison über die Thematik Sportwetten und Spielmanipulation informiert und auf Gefahren hingewiesen. „Viel mehr“, sagte Filbry, „können wir als Verein nicht tun.“ · mr

Rubriklistenbild: © dpa

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