Eichin denkt wie die Bayern

„Der Einzelne interessiert nicht“

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Abklatschen mit dem Teilzeit-Arbeiter: Sportchef Thomas Eichin bedankt sich bei Aaron Hunt für dessen 45-Minuten-Einsatz: „Er hat der Mannschaft sofort geholfen.“

Bremen - Marko Arnautovic wedelte nur mit dem Zeigefinger. In der non-verbalen Sprache des Österreichers hieß das: Ich sage nichts. Der Werder-Profi war nicht interessiert, wortreiche Stellungnahmen über seine Reservistenrolle beim 1:1 in Mönchengladbach abzugeben.

Er wäre vermutlich auch in einen Erklärungsnotstand geraten, wenn er sich den Fragen gestellt hätte. Denn die von Marko Arnautovic in den vergangenen Partien präsentierte Art, Fußball zu spielen, steht exemplarisch für die Art, wie Werder Bremen nicht mehr spielen möchte, nicht mehr spielen darf..

Man kennt diese Gesten des Aufgebens von dem Außenstürmer. Frustriertes Abwinken, genervtes In-den-Himmel-gucken, Gemecker mit den Mitspielern – vor allem aber Unlust, die Wege nach hinten zu gehen. Bei der blamablen 0:1-Pleite gegen den FC Augsburg hatte Arnautovic all das gezeigt und gegen Borussia Mönchengladbach die Quittung dafür kassiert. Thomas Schaaf hatte ihn auf die Bank gesetzt. „Weil“, so der Trainer in einer seltenen Einzelkritik, „er die Aufgaben, die wir ausgegeben haben, in der Gesamtheit nicht so erfüllt hat, wie es bedarf.“

In Zeiten latenter Abstiegsnot und in Zeiten, in denen auch seine Reputation, vielleicht sogar sein Job auf dem Spiel steht, braucht Schaaf ein diszipliniertes Gefolge. Das das macht, was er sagt.

Doch Schaaf betont auch, dass keiner der Stars, die in Gladbach draußen geblieben waren – neben Arnautovic noch Aaron Hunt, Mehmet Ekici und Eljero Elia –, in Schubladen gepresst werden darf. „Es wäre leicht, gewissen Personen gewisse Dinge zuzuschieben. Darum geht‘s nicht“, sagte er. Niemand soll als Nicht-Kämpfer gebrandmarkt werden, niemand als Diva verschrien werden. Es geht einzig darum, wie die Mannschaft am besten funktioniert. Sportchef Thomas Eichin dazu: „Gucken wir uns doch Bayern München an, warum es da so gut läuft. Weil der Einzelne nicht interessiert.“ Also ist Arnautovic gewissermaßen der Robben von Bremen.

Wie ihm das gefällt, hat der Österreicher nicht mitgeteilt. Dafür äußerte sich Hunt und zeigte sogar Verständnis, dass er beim Bau der massiven Defensive gegen Gladbach nicht erste Wahl war. „Vielleicht habe ich meine Probleme gehabt in den letzten Spielen. Der Trainer wollte einfach andere Dinge sehen.“

Immerhin saß der Vize-Kapitän nur eine Halbzeit auf der Bank, dann kam er und ließ nicht den leisesten Verdacht des Verdrusses aufkommen. „Er hat sich hervorragend eingefügt, hat der Mannschaft sofort geholfen“, lobte Eichin.

Nach 75 Minuten durfte auch Arnautovic ran, wirkte aber trotz des Denkzettels nicht so heiß wie der Rest des Teams. Entsprechend zurückhaltend äußerte sich Eichin: „Er hat versucht, seinen Job zu machen.“ · csa

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