Klaus Allofs vor dem Nordderby gegen den HSV: Die 19 tollen Tage „bedeuten nichts mehr“

„Der Eimer ist randvoll…“

Der HSV ist die Hürde, die auf dem Weg in die Champions League zu nehmen ist. Der FC Bayern der Brocken, der für den erneuten Pokalsieg aus dem Weg geräumt werden muss. Die Münchner sind in Top-Form, sagt Werder-Chef Klaus Allofs, „aber deshalb nicht unschlagbar“.

Bremen - Von Carsten Sander · Die 19 tollen Tage im Frühjahr 2009 sind unvergessen. Werder Bremen schmiss den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal, aus der Europa League, aus dem Meisterrennen. Der Derby-Wahnsinn war geboren. Am Samstag spielt Werder erneut gegen den HSV – es ist das Bundesliga-Finale.

Und für die Bremer geht es im Fernduell mit Bayer Leverkusen um den Einzug in die Champions League. Im Interview blickt Klaus Allofs, Vorsitzender der Geschäftsführung, voraus – auf diese Partie sowie auf das Endspiel im DFB-Pokal am 15. Mai gegen Bayern München.

?Wieder ein „Es-geht-um-alles“-Spiel gegen den HSV. Kommen da bei Ihnen schöne Erinnerungen hoch?

!Ja, aber diese vier Spiele bedeuten aktuell überhaupt nichts. Die helfen uns nicht mehr.

?Aber vielleicht dem HSV. Der wird die Chance zur Revanche sehen und kann Werder diesmal weh tun. Das ist eine zusätzliche Motivation, die gefährlich werden könnte.

!Kann man denn einen Eimer, der schon randvoll ist, noch voller machen? Ich glaube nicht, dass es für die spezielle Motivation in diesen Nordderbys noch eine Steigerung gibt. Dieses Duell will immer jeder gewinnen – egal, was vorher war, egal, worum es geht. Die sportliche Rivalität ist grundsätzlich hoch zwischen den beiden Clubs.

?Mit einem Sieg am Samstag hätte Werder die Qualirunde zur Champions League erreicht. Wie sicher sind Sie, dass das klappt?

!Wir haben eine Ausgangsposition, von der wir vor vier Spieltagen nicht zu träumen gewagt hätten. Und wir haben ein Heimspiel. Aber wir stehen auch einem Gegner gegenüber, der noch den Einzug in die Europa League schaffen kann. Deshalb wird der HSV die Partie angehen, als ob er noch um die Meisterschaft spielen würde. Aber wir haben auch unser Ziel, wollen Platz drei verteidigen. Beim 2:0 gegen Schalke 04 haben wir das am Wochenende eindrucksvoll gemacht. Diesen Weg gehen wir weiter.

Gute Note nur für Naldo

?Müsste man – angesichts von zwischenzeitlich 13 Punkten Rückstand auf den dritten Rang – von einem Wunder sprechen, wenn es tatsächlich klappen sollte?

!Mit dem Begriff Wunder muss man zurückhaltend umgehen – der wird im Zusammenhang mit Werder Bremen ja ziemlich häufig benutzt. Aber natürlich: Es wäre eine außergewöhnliche Leistung. Als wir nach dem schlechten Rückrundenstart wieder etwas ins Rollen gekommen sind, haben wir ja gesagt: Platz drei lassen wir nicht aus den Augen. Unsere Vorgehensweise war jedoch, erstmal Fünfter zu werden, dann Vierter, nun Dritter. Das war genau die richtige Taktik.

?Die beeindruckende Aufholjagd ist das eine, die Krise im Winter mit fünf Niederlagen in Folge das andere. Beschleicht Sie manchmal der Gedanke, dass mehr möglich war als Rang drei?

!Man muss schon auf dem Teppich bleiben. Es ist zwar schade, dass wir den zweiten Platz nicht mehr erreichen können. Und man kann auch die vermeintlich abgegebenen Punkte zusammenrechnen und sagen: Wir hätten auch Meister werden können. Aber wir haben eine Mannschaft, die nicht durch die Bank erfahren ist, die junge Spieler hat. Mit wechselhaften Leistungen muss man da immer rechnen.

?Sie gucken also – vorausgesetzt Platz drei wird ins Ziel gebracht – mit zwei lachenden Augen auf die Saison?

!Es herrscht die Freude, dass die Situation ist, wie sie ist. Wenn wir am Ende Dritter werden sollten, wären wir sehr zufrieden.

?Erhöht die Chance auf die Champions League auch die Chance, Mesut Özil in Bremen zu halten?

!Das Vertrackte an dem dritten Platz ist ja, dass wir erst noch die Qualifikation spielen müssen. Das wird Ende August sein. Die Personalie Özil wird sich vorher entscheiden, davon gehe ich ganz fest aus. Wir können nicht so lange warten.

?Demnach gilt noch Ihre Aussage, dass es im Fall Özil „undenkbar“ ist, mit einer unklaren Lage ins letzte Vertragsjahr zu gehen.

!Das bleibt aktuell bis zu dem Zeitpunkt, an dem es nicht mehr zu realisieren ist.

?Sie betonen stets, dass es keine Anzeichen gibt, dass Mesut Özil Werder nach der Saison verlassen wird. Gibt es denn Anzeichen, dass er seinen 2011 auslaufenden Vertrag in Kürze verlängert?

!Dazu sagen wir erst etwas, wenn wir Ergebnisse vorlegen können.

?Wie wäre es mal mit einem Zwischenstand?

!Ich kann nur erneut betonen: Wir führen intensive Gespräche, die in einer angenehmen Atmosphäre stattfinden. Zu dem Thema mehr zu sagen, wäre wirklich die reine Spekulation.

?Ist es gut spekuliert, zu sagen, dass die Gespräche noch vor der WM abgeschlossen werden?

!Es gibt keinen festgelegten Termin.

?Der letzte Saisontermin für Werder ist der 15. Mai – Pokalfinale in Berlin. Gegner: FC Bayern, der deutsche Überflieger. Sehen Sie derzeit überhaupt Schwächen bei den Münchnern?

!Die sind schon gut. Wo will man auch Ansätze zur Kritik finden, wenn eine Mannschaft Deutscher Meister wird und im Endspiel der Champions League steht? Für mich persönlich bedeutet das aber nicht, dass diese Mannschaft unschlagbar ist.

?Werder wird das beweisen wollen – doch eine Woche später sind dann alle Bayern-Fans, wenn’s im Finale der Königsklasse gegen Inter Mailand auch um den vierten deutschen Champions-League-Startplatz geht.

!Auf jeden Fall. Allerdings nicht nur wegen des vierten Startplatzes, sondern auch, weil die gesamte Liga von einem deutschen Champions-League-Sieger profitieren würde. Ein Stück des Ruhms färbt auch ab.

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