Allofs spricht von der Europa League statt vom Abstiegskampf / Schaaf: „Wir treten auf der Stelle“

„Der Blick bleibt nach oben gerichtet“

Kein Fortschritt in Dortmund: Werder-Coach Thomas Schaaf musste die nächste Auswärtspleite mitansehen.

Bremen - Von Malte Rehnert· Die Zahl 538 tut allen Bremern richtig weh. Seit so vielen Minuten hat Werder in fremden Stadien nicht mehr getroffen. Der letzte Versuch, diese fast sechs Spiele andauernde Durststrecke noch in der Hinrunde zu beenden, scheiterte am Samstagabend beim 0:2 (0:1) in Dortmund.

Weil Köln zuvor gegen Frankfurt gewonnen hatte, sind’s für die Bremer jetzt nur noch vier Punkte bis zu Relegationsplatz 16. Dennoch: Abstiegsangst macht sich nicht breit. Manager Klaus Allofs glaubt sogar weiter daran, am Ende der Saison das Ticket fürs internationale Geschäft lösen zu können: „Wir haben zu wenig Punkte, klar. Aber im Moment stehen Mannschaften wie Freiburg oder Hannover oben, von denen man es nicht unbedingt erwartet hatte – und mit denen wir uns messen können. Der Blick bleibt nach oben gerichtet, an unserem Ziel Europa League hat sich nichts verändert.“

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Wohl aber am Abstand nach oben, der immer größer wird. Kleine Schritte nach vorne, wie sie von den Bremer Verantwortlichen zuletzt gesehen worden sind, gelangen in Dortmund nicht. Trainer Thomas Schaaf gestand: „Wir treten ein bisschen auf der Stelle, weil wir immer noch viele Dinge falsch machen.“ Das galt vor allem für Durchgang eins, in dem sich Werder versteckte und Dortmund nach Herzenslust aufspielen ließ. „Die erste Halbzeit darf man so nicht verschlafen. Ich weiß nicht, warum wir mit so wenig Mut gespielt haben“, kritisierte Allofs. In der Kabine habe Schaaf der Mannschaft dann endlich Leben eingehaucht. Allofs: „Er hat verdeutlicht, dass sie an sich glauben soll, dass wir nicht zum Zuschauen gekommen sind, sondern die Initiative ergreifen müssen.“

Das taten die Bremer gegen nun müder werdende Dortmunder. „Wir waren sehr engagiert, haben den Weg nach vorne gesucht“, meinte Schaaf. Zählbares kam dabei jedoch nicht heraus. Zum einen, weil Werder ein klarer Elfmeter verweigert wurde (siehe Bericht oben). Zum anderen, weil die Gäste auswärts mal wieder viel zu harmlos waren. Als Claudio Pizarro nach etwa einer Stunde ausgepumpt das Feld verließ, ging mit ihm ein Großteil der Torgefahr. „Uns fehlen momentan die Leute, die reinkommen und mal ein Spiel entscheiden“, klagte Torsten Frings.

So blieb am Ende nur der Frust über eine weitere Auswärtspleite. „Wir haben hier viel verschenkt“, haderte Innenverteidiger Per Mertesacker. „Es war mehr drin. Beim Tabellenführer zu punkten, ist kein Muss – aber es wäre nach dem Inter-Spiel ein weiteres gutes Signal gewesen. Diese Gelegenheit haben wir nicht beim Schopf gepackt“, monierte Allofs.

Frings hofft nun auf einen versöhnlichen Jahresabschluss am Samstag gegen Kaiserslautern („Da müssen wir gewinnen“) – und darauf, dass im neuen Jahr alles besser wird. Wenn Spieler wie Hugo Almeida (gesperrt), Marko Arnautovic, Wesley, Tim Borowski oder auch Naldo (alle verletzt) zurückkehren, „wollen wir noch mal angreifen“.

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