Übersehenes Handspiel „nehme ich gerne an“ / Hamburg schleicht sich an die Europa League heran, aber Coach Fink denkt defensiv

Dennis Aogo – ein HSV-Held ohne schlechtes Gewissen

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HSV-Torschützen im Derby-Glück: Dennis Aogo (li.) und Heung-Min Son. ·

Hamburg - Thorsten Fink hatte das von seinen Vorgängern befüllte DVD- und Video-Regal durchforstet. Die schönsten und die schlimmsten Nordderby-Erinnerungen hatte der Trainer des Hamburger SV hervorgekramt und seinen Spielern vor der 98.

Auflage des Bundesliga-Klassikers vorgeführt – zur speziellen Motivation. „Mir hätte er das nicht zeigen müssen“, seufzte Dennis Aogo. Als einer der wenigen aktuellen Hamburger war er schon 2009 dabei gewesen, als der HSV binnen 19 Tagen im UEFA-Pokal-Halbfinale, im DFB-Pokal-Halbfinale und im nationalen Rennen um die Champions-League-Plätze gegen Werder verlor.

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Schlimme Erinnerungen für Aogo, der zugab: „Werder hat uns in der Vergangenheit sehr viel gekostet.“ Gestern machte der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler aber seinen Frieden mit der Geschichte. Mit dem Tor zum 2:1 und der Vorlage zum 3:1 war er beim Hamburger 3:2 (1:1)-Erfolg der Mann des Tages in der Imtech-Arena. Und er beendete eine Durststrecke mit historischem Ausmaß: Im 117. Spiel gelang ihm endlich sein erstes Tor im Hamburger Trikot – so lange hat vor ihm kein anderer HSV-Profi warten müssen. Zuletzt hatte Aogo am 19. Februar 2005 in der Bundesliga getroffen. Damals noch für den SC Freiburg. „Das ist schon eine lange Zeit. Ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist“, sagte der Ex-Nationalspieler.

Allerdings liegt ein dunkler Schatten auf seinem Treffer. Denn bevor Aogo nach nur 26 Sekunden in der zweiten Halbzeit zum 2:1 traf, hatte er den Ball mit dem Arm mitgenommen. „Im Spiel habe ich es gar nicht gemerkt. Aber wenn ich es jetzt so sehe, muss ich ehrlich sagen, dass der Arm da ein bisschen im Spiel war“, gestand Aogo. Irregulär hin oder her – ein schlechtes Gewissen entwickelte der Hamburger nicht: „Wir hatten auch schon viel Pech. Deshalb nehme ich es auch gerne an, dass der Schiedsrichter es nicht gesehen hat.“

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Thorsten Kinhöfer (Herne) und sein Assistent Detlef Scheppe (Wenden) gaben den Treffer – und der HSV gelangte in die Erfolgsspur, hat nun gute Perspektiven im Rennen um die Europa-League-Plätze. Nur ein Zähler trennt das Fink-Team von Platz sechs. „Punktemäßig sind wir da. Aber es wird schwer, an Schalke vorbeizuziehen“, meinte der Coach und ließ Vorsicht walten: „Wir wollen uns oben festsetzen. Aber wir geben nicht die Europa League als Ziel aus.“

Gestern war der Blick in die Zukunft ohnehin nicht wichtig. Es galt, den Augenblick zu genießen. Nach drei Nordderby-Pleiten in Folge bejubelte Innenverteidiger Heiko Westermann „einen besonderen Sieg“. Und Fink freute sich über seinen ersten Derby-Triumph: „Den wollte ich unbedingt.“ Das Regal kann er jetzt weiter befüllen – mit einem für den HSV denkwürdigen Spiel. · csa

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