Bode auf dem Weg zum Werder-Aufpasser, aber er würde viel lieber gestalten

Den Fuß in der Tür

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Da bestand Redebedarf: Marco Bode musste nach seiner Wahl zum Ersatzkandidaten des Aufsichtsrates erklären, was er bei seinem Ex-Club vorhat.

Von Björn Knips - Marco Bode grinste, der 42-Jährige war zufrieden. Einstimmig hatten ihn die Mitglieder des SV Werder Bremen gewählt. Okay, es ging am Montagabend nicht um ein Amt, sondern nur um den Posten des Ersatzkandidaten für den Aufsichtsrat.

Aber nun hat der Ex-Profi auf Werders Geschäftsebene einen Fuß in der Tür. Vieles deutet daraufhin, dass Bode in einem Jahr, wenn Wahlen anstehen, auch in den Kreis der Werder-Aufpasser rückt. Aber insgeheim träumt der Ehrenspielführer von einer aktiveren Funktion.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

„Ich könnte mir schon vorstellen, noch intensiver bei Werder mitzuarbeiten“, gestand Bode nach seiner Wahl – und grinste plötzlich nicht mehr: „Das soll jetzt bitteschön keine Bewerbung für einen Geschäftsführer-Posten sein.“ War‘s aber irgendwie doch. Denn mit einem Posten als Sportchef eines Bundesliga-Clubs hatte er in der Vergangenheit schon häufiger geliebäugelt und auch schon einige Angebote vorliegen gehabt. „Aber es gab immer gute Gründe, dass ich den Weg dann nicht gegangen bin“, berichtete Bode und beschrieb den Unterschied zwischen Werder und dem Rest der Fußball-Welt: „Der Club liegt mir nun einmal besonders am Herzen.“

Training am Dienstag

Zwei neue Gesichter beim Werder-Training am Dienstag

Kein Wunder, seit 1988 ist der gebürtige Osteroder nun schon in der Hansestadt und sagt: „Ich bin Bremer.“ Mit 101 Treffern ist er Werders Rekordtorschütze in der Bundesliga. Auch nach seinem Karriereende 2002 habe er sich „nie außerhalb der Werder-Familie gesehen“. Bei diversen – meist wohltätigen – Projekten kreuzten sich immer mal wieder die Wege.

Nach dem Fußball absolvierte Bode ein „kurzes Management-Studium“, wie er bescheiden erklärte, und arbeitet nun als Geschäftsführer einer Sportmarketing-Agentur. Zudem entwickelt der 40-fache Nationalspieler Formate fürs Kinderfernsehen und ist als Fußball-Experte des TV-Senders Sky tätig. Die Karriere ohne Trikot läuft gut. „Ich habe in den vergangenen zehn Jahren viel dazugelernt“, sagte er nicht ohne Stolz. Dieses Wissen würde er nur zu gerne bei Werder einbringen. „Natürlich habe ich ein Bild davon, wie sich Werder entwickeln soll“, berichtete Bode, schränkte aber ein: „Dieses Bild ist nicht komplett anders als das aktuelle. Und ich wünsche mir, dass Klaus Allofs und Thomas Schaaf weitermachen.“

Auch deshalb ist Bode bei Werders Führungsriege beliebt. So liegt zum Beispiel Klaus-Dieter Fischer nichts mehr am Herzen, als dass sein Verein den eingeschlagenen Weg fortsetzt. Deshalb hat der Präsident und Geschäftsführer Bode auch ins Boot geholt. Doch der Auserwählte stellte klar, dass er keineswegs eine Marionette sein wird – weder von Fischer noch von Aufsichtsratschef Willi Lemke, wie bereits gemutmaßt wurde. „Ich lasse mich von niemanden in Anspruch nehmen. Ich habe eine Meinung, und die werde ich auch äußern.“

Klare Worte, denen vor-erst noch keine Taten folgen können. Bode ist eben nur Ersatz für den Aufsichtsrat. Doch damit kann er (noch) ganz gut leben: „Das war heute ein kleiner Schritt, alles andere werden wir dann sehen.“

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