Dutt tüftelt an besonderer Taktik für Bayern-Spiel

Ein Deich vor dem Deich für das Ballbesitz-Monster?

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Robin Dutt hat im Training immer wieder angezeigt, wie er sich eine gute Verteidigung gegen die Bayern vorstellt. ·

Bremen - Nach dem Orkan ist vor dem Sturm – denn heute kommen ausgerechnet die stürmischen Bayern ins Weserstadion. Außerdem prognostiziert der Wetterbericht während des Werder-Heimspiels (15.30 Uhr, hier im Liveticker) viel Wind mit einigen Böen.

„Wir hoffen aber nicht darauf, dass uns der Sturm den Ball ins Bayern-Tor weht“, unkt Sportchef Thomas Eichin. Sein Plan für das Duell mit dem übermächtigen Tabellenführer aus München ist ganz einfach: „Wir müssen unsere beste Leistung abrufen, und die Bayern dürfen keinen Sahnetag haben.“ Ansonsten wird es nicht nur wettertechnisch ungemütlich.

Natürlich will kein Werder-Profi davon etwas hören. Denn wer Angst hat, der verliert – in diesem Fall sogar hoch, „dann kriegste fünf, sechs Dinger“, glaubt Assani Lukimya. Also wird Selbstbewusstsein demonstriert. „Wir werden mutig ins Spiel gehen und unsere Chancen und Möglichkeiten suchen“, kündigt Kapitän Clemens Fritz an und sagt auch, was nicht passieren darf: „Wir werden nicht wie die Handballer um den Kreis herumstehen, auch wenn wir sicher mal hinten reingedrängt werden.“

Denn dieses Ballbesitz-Monster aus Bayern lässt sich kaum bändigen. „Es macht wirklich keinen Spaß, immer nur hinterherzulaufen, das ist häßlich“, gesteht Eljero Elia: „Aber das muss uns gegen die Bayern egal sein. Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten.“ Auch Trainer Robin Dutt setzte auf so eine Dreifach-Formel: „Unser erster Trick ist, sehr viel zu laufen. Unser zweiter Trick ist, noch mehr zu laufen. Und der dritte ist, nochmal zu laufen, also um unser sportliches Leben zu laufen.“

Ganz gewiss – es wird nicht die einzige Taktik des Trainers für dieses besondere Spiel sein. Dutt ist ein Tüftler, der anders als Vorgänger Thomas Schaaf die eigene Aufstellung sehr auf den Gegner abstimmt. Und natürlich wäre es für ihn eine ganz besondere Freude, dem von ihm so hochgelobten Trainerkollegen Pep Guardiola ein Schnippchen zu schlagen. Möglicherweise mit einer extrem defensiven Taktik, mit einem Deich vor dem Deich, also drei Sechsern (Bargfrede, Makiadi, Fritz) vor der Viererkette.

Dutt verrät nichts und beschreibt nur, wie es die bisherigen Bayern-Gegner versucht haben: „Es gab die Mannschaften, die vorne draufgegangen sind. Es gab die Mannschaften, die sich an der Mittellinie postiert haben. Und es gab die Mannschaften, die ein Handballspiel daraus gemacht haben. Was diese Systeme eint, ist, dass keines davon gewonnen hat. Aber kein System war falsch, die Bayern hatten einfach nur immer die richtigen Lösungen.“

Ja sind denn diese Über-Bayern gar nicht zu stoppen? „Doch“, sagt Nils Petersen, der gegen seinen Ex-Club ganz besonders heiß ist: „Wir sind mal wieder dran mit einem großen Spiel. Wir sind scharf darauf, gegen die Bayern zu punkten. Wir müssen den Bayern die Lust am Spiel nehmen. Es muss ungemütlich für sie werden.“

Also Gegenwind für die Bayern von allen Seiten, möglichst viel auch von den Rängen. „Heute muss für uns alles passen“, sagt Eichin: „Und dann kann alles passieren.“ · kni/csa

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