Hertha-Stürmer vor Spiel gegen Ex-Club

Selke: Kein Jubel gegen Werder - „aus Überzeugung“

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Davie Selke von Hertha BSC kehrt am Samstag ins Weserstadion zurück.

Berlin - Von Adrian Rehling. Davie Selke hat derzeit gut lachen. Am vergangenen Samstag seinen 23. Geburtstag gefeiert, tags zuvor mit einem Treffer gegen Borussia Dortmund selbst beschenkt und derzeit einen Stammplatz im Sturm von Hertha BSC sicher.

Es könnte schlechter laufen für den Stürmer, der vor dem Wechsel in die Hauptstadt auch ein heißer Kandidat für die Werder-Offensive war. Die DeichStube hat ihn in Berlin besucht, nach dem Training am Mittwochmorgen stellte er sich den Fragen der Journalisten.

„Werder immer ein besonderer Verein für mich“

Im Frühsommer schien die Rückkehr an die Weser Konturen anzunehmen. Selke, der von 2013 bis 2015 das grün-weiße Trikot getragen hatte, weilte zu Gesprächen in Bremen. Werders Manager Frank Baumann bestätigte damals öffentlich das große Interesse der Bremer. Und Selke schlenderte sogar schon mit seiner Freundin Evelyn durch die Überseestadt und schaute sich nach einer neuen Bleibe um. Letztlich aber zerschlug sich der Wechsel, stattdessen ging es nach Berlin.

Selke sagt zu dem Wechsel-Wirrwar: „Eine Rückkehr zu Werder war auf jeden Fall ein Thema. Beide Seiten haben sich damals positioniert. Aber damit ist auch alles zu dem Thema gesagt, denn ich bin sehr, sehr froh, jetzt in Berlin zu sein. Ich komme mit Hertha nach Bremen, da bin ich stolz drauf - und jetzt wollen wir dort auch gewinnen.“ Dennoch gibt der U21-Europameister offen und ehrlich zu, was Werder Bremen immer noch für ihn bedeutet: „Ich habe Werder eine Menge zu verdanken. Deswegen wird es immer ein besonderer Verein für mich bleiben. Für mich ist es das einzige Spiel, das emotional ist.“

Selke gegen Werder wohl in der Startelf

Besonders auf die Rückkehr ins Weserstadion freue er sich, „es ist ein wunderschönes Stadion“. Aber natürlich zählen vor aller Wiedersehensfreude vor allem die drei Punkte mit seinem aktuellen Club. Diese Aufgabe wird aus Selkes Sicht unangenehm genug gegen den aktuellen Tabellen-16.: „Wir wissen, wie schwer es wird. Werder kreiert mit den Fans im Rücken eine außergewöhnliche Power und ist sehr heimstark. Es wird ein spannendes Spiel, ein schweres Spiel, ein intensives Spiel. Aber wir wollen ganz klar die die drei Punkte mitnehmen.“

Mit Davie Selke in der Startelf? Es riecht danach, denn zuletzt zeigte die Sturmspitze starke Leistungen und belohnte sich dafür mit dem Treffer gegen den BVB. In zwölf Bundesliga-Einsätzen stehen fünf Tore und drei Vorlagen zu Buche, in der Europa League traf Selke in vier Einsätzen auch dreimal.

Davie Selke (Mitte) folgt im Training am Mittwochvormittag den Anweisungen von Hertha-Trainer Pal Dardai.

Dennoch sieht er einen Stammplatz nicht als selbstverständlich an und zeigt sich zurückhaltend: „Ich glaube, man kann sich nie sicher sein, dass man von Anfang an spielt. Ich versuche immer, wenn ich die Chance bekomme, zu zeigen, was ich kann, und es dem Trainer so schwer wie möglich zu machen, mich wieder rauszunehmen. Das hat die letzten Spiele gut funktioniert. Wie der Trainer für Bremen plant, das weiß ich nicht, aber natürlich möchte ich anfangen.“

Und natürlich würde er am liebsten wieder treffen, das trägt der Vollblutstürmer einfach in sich. Sollte dies passieren, wird es aber nicht den üblichen Drei-Finger-Salutier-Jubel des 23-Jährigen geben. Selke sagt deutlich: „Werder ist der einzige Verein, gegen den ich aus Überzeugung nicht jubeln würde.“

Selke lobt Kohfeldt: „Das ist ein anderes Werder Bremen unter ihm“

Immer wieder betont der Mittelstürmer, wie wichtig Bremen für seine Entwicklung gewesen sei. Eine entscheidende Rolle dabei hat auch Werders aktueller Trainer Florian Kohfeldt gespielt: „Ich kenne ihn von früher“, sagt Selke. „Er ist taktisch sehr, sehr stark und hat uns mit seinen Videoanalysen damals immer perfekt eingestellt. Florian Kohfeldt macht eine tolle Arbeit. Man merkt: Das ist ein anderes Werder Bremen unter ihm.“

Deshalb ist sich Davie Selke sicher, dass die Hanseaten nicht mehr lange im Tabellenkeller bleiben werden und macht allen SVW-Anhängern Mut: „Bremen hat zu Hause mit den Fans einen zwölften Mann im Rücken. Ich denke, dass sie sogar souverän in der Bundesliga bleiben und nicht bis zum Ende zittern müssen.“ Doch an diesem 20. Spieltag, da will Selke seinen Ex-Verein noch ein wenig zittern lassen, dafür hat er das Toreschießen einfach zu sehr im Blut. Den Jubel wird er sich dann allerdings sparen. Aus Überzeugung.

Quelle: DeichStube

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