Ellbogenschlag von Franz erhitzt die Gemüter

Daums Zoff mit Schaaf

Für seinen Trainer Christoph Daum ist Frankfurts Verteidiger Maik Franz (Mitte) ein „tadelloser Sportsmann“ – für Werder-Coach Thomas Schaaf dagegen ein rotes Tuch.

Frankfurt - Von Arne Flügge und Malte Rehnert - Selten hat ein Spieler so polarisiert wie Frankfurts Maik Franz nach dem 1:1 (0:0) am Freitagabend gegen Werder Bremen.

Während sich Werder-Trainer Thomas Schaaf den Abwehrspieler nach dem Abpfiff heftig zur Brust nahm und ihm indirekt eine linke Spielweise unterstellte, warf sich Frankfurts Trainer Christoph Daum schützend vor seinen Kapitän und zählte im gleichen Atemzug seinen Bremer Kollegen aus. Der Zoff war entbrannt – und keiner der beiden Übungsleiter schien sich beruhigen zu wollen.

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Auslöser der Verbalattacken war eine Szene in der fünften Minute gewesen. Werder-Stürmer Denni Avdic rauschte zum Zweikampf gegen Franz – beide hatten schon Gelb gesehen – heran. Der Bremer traf den Frankfurter mit dem Arm am Rücken. Franz wiederum erwischte den Schweden mit dem Ellbogen heftig im Gesicht. Avdic zog sich eine schwere Jochbeinprellung zu, musste kurz darauf verletzt raus. „Wenn Sie sein Gesicht gesehen hätten, wüssten Sie, wie schlimm es ist“, sagte Schaaf später gegenüber Journalisten.

Werder in Noten

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Die Aktion von Franz brachte den Bremer Coach derart auf die Palme, dass Schaaf entgegen seiner Gepflogenheiten die Contenance verlor. „Wir reden immer von Fair Play, aber das ist einer, der nicht dazu steht. Dieser Spieler ist wegen seiner Art nicht unbekannt. Franz tritt das Fair Play mit großen Schuhen. Dafür habe ich kein Verständnis, so etwas darf nicht vorkommen“, ereiferte sich der 49-Jährige – und legte nach: „Es existiert ein Bild von ihm. Und ich würde ihm raten, sich schnell zu ändern und sich mal Gedanken darüber zu machen, wie er sich verhält. Die Fans wollen Zweikämpfe sehen – ja, aber nicht auf diese Art.“

Schaafs Angriff auf Franz ging seinem Kollegen Daum zu weit. Mit hochrotem Kopf konterte der 57-Jährige. „Was hier abläuft, lasse ich nicht zu. Maik hatte in der Vergangenheit einige unschöne Szenen. Aber ich habe ihn als tadellosen Sportsmann kennengelernt. Dass jetzt wieder eine Hetzjagd auf ihn veranstaltet wird, dass er an den Pranger gestellt wird – das lasse ich nicht zu“, wetterte Daum: „Ich will nicht, dass er stigmatisiert wird. Maik ist zum Kopfball hochgegangen und hat versucht, die Balance zu halten. Ich frage mich, was der Avdic in dieser Szene da überhaupt noch wollte.“

Auch Schaaf bekam von Daum sein Fett weg. „Es passt mir gar nicht, dass ein anderer Trainer meine Spieler kritisiert. Ich hoffe, es passiert mir nie, dass ich so etwas mal mit gegnerischen Spielern mache. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Thomas, und ich hoffe, dass diese Aussagen nichts daran ändern werden.“

Auch Franz verteidigte sich. „Das war ein Witz. Ich sehe ihn nicht, er läuft in mich rein. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen“, forderte der 29-Jährige: „Ich habe einen Ruf weg, und die Schiedsrichter warten doch nur darauf, mir Gelb zu geben, um mich ruhig zu stellen. Ich bekomme doch schon fast für jedes Foul Gelb.“ Zwölf sind’s bereits in dieser Saison. Mehr wollte Franz nicht sagen. „Ich muss vorsichtig sein. Ich hab’ schließlich schon mal 12 000 Euro Strafe gezahlt“, sagte der Frankfurter, der in der Branche als „enfant terrible“ gilt und auch wahrlich kein Kind von Traurigkeit ist. Meint jedenfalls Werder-Kapitän Torsten Frings: „Diesem Typen sollte man keine Beachtung schenken. Er überschreitet die Grenzen. Und wenn der Schiedsrichter das zulässt, haut er auch schon mal einen ins Krankenhaus.“

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