Sportchef Allofs: „Sollte die Mannschaft künftig nicht international dabei sein, ist der Kader zu teuer“

Daumenschrauben für Werders Budget

Klaus Allofs

Belek · Werder muss sparen – und die Ansprüche werden bereits zurückgeschraubt. Für einen portugiesischen Nationalspieler, der schon neun Saisontore erzielt hat, verpflichteten die Bremer in Denni Avdic einen eher unbekannten jungen Angreifer mit Perspektive.

Ein Fingerzeig dafür, wie es in Zukunft an der Weser weitergeht. Einkäufe in Millionenhöhe, Transfers von Stars sind ohne Beteiligung am internationalen Geschäft Geschichte. Schwarze Zahlen zu schreiben und damit den Verein gesund zu halten, habe oberste Priorität, sagte Werder-Boss Klaus Allofs gestern: „Wir können nur nach unseren finanziellen Möglichkeiten handeln. Wir können nur mit Geldern planen, die wir sicher einnehmen.“ Einnahmen aus dem DFB-Pokal sowie einem internationalen Wettbewerb fallen in der Rückrunde weg. Von daher sei der Spielraum für weitere Neuverpflichtungen gering. Ein Ersatz für den verletzten Abwehrspieler Naldo ist daher – wenn überhaupt – die einzige zusätzliche Verstärkung nach Denni Avdic.

Und sollte Werder künftig dauerhaft international nicht vertreten sein, wird es weitere Einsparungen geben müssen, wie Allofs ankündigte: „Unser Kader ist ausgerichtet auf einen internationalen Wettbewerb. Sollte die Mannschaft künftig nicht international dabei sein, ist der Kader zu teuer.“

Im Klartext heißt das: Topspieler und -verdiener wie beispielsweise ein Per Mertesacker (Vertrag bis 2012) müssen verkauft werden, andere Spieler wie Kapitän Torsten Frings (Kontrakt bis 30. Juni) müssten bei Vertragsverlängerungen auf Gehaltserhöhungen verzichten oder gar Einbußen hinnehmen. „Was die Gehälter angeht, müssten wir unser Budget herunterfahren“, unterstrich Allofs. Bei verbesserten sportlichen Perspektiven würde sich das „natürlich wieder ändern“.

Das Trainingslager in Belek will Allofs nutzen, um erste Gespräche mit den Kandidaten zu führen, deren Verträge in diesem oder im nächsten Jahr auslaufen. Dabei will der 54-Jährige vorfühlen, „wie es weitergeht oder ob es weitergeht“. Zudem soll geklärt werden, ob die Bremer in der Winterpause vielleicht noch den einen oder anderen Spieler abgeben. Jurica Vranjes und Said Husejinovic sind solche Kandidaten. „Es gibt noch keine Interessenten“, sagte Allofs, der den Kader aber grundsätzlich durchleuchten will: „Wir müssen sehen, wer eine reelle Chance hat, bei uns zum Einsatz zu kommen oder ob es nicht sinnvoller ist, einen Spieler noch auszuleihen oder ganz abzugeben.“

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