Sebastian Rudy erklärt das Hoffenheimer Spektakel und warum Werders Gegner bald gemocht wird

„Das wollen die Fans doch sehen“

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Rauf auf den Zaun, ran ans Mikro – Sebastian Rudy gibt auch nach dem Spiel Gas und lobt: „Okay, wir haben hier noch nicht so viele Fans, aber wir haben sehr gute Fans.“ ·

Bremen - Sebastian Rudy kommt direkt vom Training – und vielleicht ist er auch deshalb noch voller Selbstvertrauen: Denn im Telefon-Interview macht der 24-Jährige sofort klar, wer am Samstag im Weserstadion gewinnen wird – seine TSG 1899 Hoffenheim. 121 Bundesliga-Spiele hat Rudy schon absolviert – 15 für den VfB Stuttgart und 106 für Hoffenheim.

Sechs Mal hieß der Gegner Werder, aber als Gewinner ging Rudy nie vom Platz. Das wird sich genauso ändern wie das Image seines Clubs – davon ist der Mittelfeldspieler überzeugt.

Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt! Können Sie beschreiben, wie gut sich am Samstagabend die Werder-Profis nach ihrem Klassenerhalt fühlen werden?

Sebastian Rudy:(lacht) Ich hoffe natürlich, dass die Bremer den Klassenerhalt nicht perfekt machen werden. Denn wir fahren nach Bremen, um die Punkte mitzunehmen.

Okay – aber dann verraten Sie uns doch wenigstens, wie die Stimmung in Ihrer Mannschaft ist nach dem Ende des Abstiegskampfs.

Rudy:Natürlich sehr gut. Wir sind einfach gut in Form und schon seit fünf Spielen ungeschlagen. Wir sind voller Selbstvertrauen – und gehen hochmotiviert in das nächste Spiel. Aber auch wenn der Klassenerhalt jetzt schon perfekt ist, sind noch vier Spiele zu spielen. Und die wollen wir alle gewinnen. Das ist unser neuer Ansporn.

Ihr Team ist Neunter, wo soll es denn noch hingehen?

Rudy:Darauf schauen wir nicht. Wir wollen einfach nur das Beste aus uns rausholen.

Hoffenheim hat in dieser Saison 66 Tore erzielt, nur die Bayern (82) und Dortmund (67) trafen häufiger. Aber kein Team hat mehr Gegentore als 1899 (63). Wird bei Ihnen im Training nur Torschuss geübt?

Rudy:(lacht) Nein, nicht nur. Aber es ist doch erst einmal positiv, wenn die Mannschaft so viel Qualität hat und so viele Tore schießen kann. Natürlich müssen wir gucken, auch mal zu Null zu spielen wie im letzten Spiel beim 2:0 gegen Augsburg. Wir müssen auf jeden Fall daran arbeiten, dass wir hinten weniger Tore bekommen. Das liegt nicht nur an der Abwehr, sondern an der ganzen Mannschaft: Wir müssen alle gut verteidigen.

Ist es Ihnen eigentlich unangenehm, dass Sie als zentraler Mittelfeldspieler in so einer torgefährlichen Truppe bislang nur einen Treffer erzielt haben?

Rudy:Nö, nö – das stört mich weniger. In unserer Mannschaft ist es nicht wichtig, wer die Tore schießt. Hauptsache, es werden Tore geschossen. Die eigenen Ansprüchen müssen da schon hintangestellt werden, damit die Mannschaft erfolgreich ist.

Sind Sie der Spieler auf dem Platz, der im Mittelfeld etwas defensiver denkt als die anderen und auch mal die Handbremse zieht?

Rudy:Du bist als zentraler Mittelfeldspieler schon das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff. Und es ist natürlich wichtig, nicht einfach blind nach vorne zu rennen. Ich denke, wenn ich das eine oder andere Mal eher hinten bleibe, dann ist das für die Mannschaft nicht so schlecht. Denn die Qualität vorne haben wir. Ob da noch einer mehr oder weniger mitgeht, ist nicht so entscheidend. Wir schießen auch so genug Tore.

Sie haben mit Hoffenheim noch nie gegen Werder gewonnen, ist das Ihr Angstgegner?

Rudy:Nö, das sicher nicht. Außerdem gehe ich davon aus, dass es bald mit dem ersten Sieg klappt.

Sie sind 2010 vom VfB Stuttgart zu 1899 Hoffenheim gewechselt und haben kürzlich Ihren Vertrag bis 2017 verlängert. Warum?

Rudy:Hoffenheim ist eine sehr gute Adresse für mich. Hier kann ich mich am besten weiterentwickeln. Hier stimmt alles für mich: das Trainerteam, die Trainingsbedingungen, das ganze Drumherum.

Wo sehen Sie 1899 auf Dauer in der Bundesliga?

Rudy:Wir haben keine schlechte Saison gespielt. Und wir wissen, wenn wir weniger Gegentore bekommen, dann sind wir noch viel besser. Aber es ist noch zu früh, um schon auf die neue Saison zu schauen.

Spürt man eigentlich als Spieler, dass Hoffenheim wegen der fehlenden Tradition nicht zu den beliebtesten Bundesliga-Clubs gehört – und wie gehen Sie damit um?

Rudy:Das merkt man eigentlich nicht. Okay, wir haben hier noch nicht so viele Fans, aber wir haben sehr gute Fans, die uns immer unterstützen. Und das ist das wichtigste für uns.

Trotzdem gibt es immer wieder Kritik daran, dass Clubs wie Hoffenheim Traditionsvereinen einen Platz in der Bundesliga wegnehmen.

Rudy:Für mich ist das Unsinn. Natürlich ist Hoffenheim ein frischer Verein in der Bundesliga, aber wenn wir noch einige Jahre weiter erstklassig spielen, dann entwickelt sich das mit der Tradition. Das ist ein Prozess, das wird immer mehr kommen – und irgendwann wird man uns auch mögen.

Wie wichtig ist es fürs Image von 1899 Hoffenheim, einen attraktiven Fußball mit vielen Toren wie aktuell zu spielen?

Rudy:Natürlich werden wir durch so eine Spielweise interessanter. Das wollen die Fans doch sehen. Und davon wird Hoffenheim profitieren.

Das Hinspiel gegen Werder war auch so ein fast schon typischer Hoffenheim-Hammer und ging 4:4 aus. Brennen Sie noch auf Revanche, weil der Bremer Ausgleich sehr spät fiel?

Rudy:Das war wirklich ärgerlich. Wir haben damals ein sehr gutes Spiel gemacht – und haben dann noch dieses blöde Gegentor zugelassen. Wir werden am Samstag auf jeden Fall hochmotiviert sein, um zu gewinnen.

Gibt es wieder ein Spektakel?

Rudy:Gerne, aber nur, wenn wir dann am Ende auch als Sieger vom Platz gehen. · kni

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