Werder sagt „Ja“ zum Sicherheitskonzept

„Das Wichtigste bleibt der Dialog“

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Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer.

Bremen / Frankfurt - Nein, eine Blockadehaltung wollte Werder dann doch nicht einnehmen.

Nachdem der von den Bremern eingebrachte Antrag auf Verschiebung der Abstimmung über das neue Sicherheitskonzept im deutschen Profi-Fußball abgeschmettert worden war (5:31 Stimmen), sagten gestern auch die Bremer Ja zum Konzept „Stadionerlebnis“. Mit großer Mehrheit wurde das 16 Punkte umfassende Papier von der Vollversammlung der Deutschen Fußball-Liga abgesegnet. Für Werder hoben die Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer und Klaus Filbry den Arm. Weil, so Fischer „einige der von uns gemachten Verbesserungsvorschläge umgesetzt wurden“. Nach der Abstimmung beantwortete der 71-Jährige die wichtigsten Fragen, was sich ab der kommenden Saison für Werder und seine Fans bei Heimspielen ändern wird – oder eben auch nicht.

Unter anderem gilt ab der kommenden Saison: Niemand darf sich im Stadion unkenntlich machen, sprich: vermummen. Werden nun Fan-Schals und -Mützen von Ordnern einkassiert?

Klaus-Dieter Fischer:Nein. Dass Schals und Mützen nicht eingezogen werden, ist klar. Das gilt aber nicht für Sturmhauben oder andere Gegenstände, die eindeutig in die Richtung Vermummung gehen.

Stichwort Ganzkörperkontrollen: Wird es welche geben?

Fischer:Erstens: Ganzkörperkontrollen kann nicht der Verein durch sein Ordnungspersonal durchführen, sondern nur die Polizei. Zweitens: Dies wird nie willkürlich geschehen, sondern nur bei einem begründeten Verdacht. Es kann auch jeder eine solche Kontrolle ablehnen, er kommt dann nur nicht mehr ins Stadion.

Welche Maßnahmen muss Werder Bremen in den kommenden Monaten ergreifen, um das Konzept umzusetzen?

Fischer:Nicht viele. Die meisten Anforderungen erfüllen wir bereits. Wir beschäftigen drei Fan-Betreuer statt des einen geforderten. Das Stadion ist mit sieben Kameras ausgestattet. Das Wichtigste ist aber, dass bei uns der Dialog zwischen Fans, Ordnungsdienst, Polizei und Werder funktioniert. Wir würden das Verhältnis als vorbildlich bezeichnen. Diesen Dialog wollen wir intensivieren, zu einer noch breiteren Konstante ausbauen. Wir setzen auf eine starke Verzahnung zwischen den Fans und dem Verein. Das wird auch nach dieser Vollversammlung stärker denn je die Richtschnur für unsere Aktivitäten sein. Wir wollen erreichen, dass sich die Fans untereinander erziehen. So ist nachhaltig Verbesserung zu erzielen, nicht durch staatliche Maßnahmen.

Pyrotechnik im Stadion war verboten, bleibt verboten und soll rigoros unterbunden werden. Wie geht Werder vor?

Fischer:Wenn wir wegen des Abbrennens von Pyrotechnik oder anderen Feuerwerkskörpern Strafen zahlen müssen, werden wir uns das Geld von dem Verursacher zurückholen. Das setzt natürlich voraus, dass wir die Person identifizieren können. Aber das hat in der Vergangenheit schon gut funktioniert.

Die Debatte um die Abschaffung der Stehplätze hat die Gemüter der Fans erhitzt. Hat die Verabschiedung des neuen Konzepts einen Schlussstrich unter diese Diskussion gezogen?

Fischer:Das war von Anfang an ein unrealistisches Drohszenario der Politik.

Ist das verabschiedete Sicherheitskonzept ein gutes Konzept oder ein schlechtes?

Fischer:Es ist ein besseres als bisher. Das Wesentliche ist aber: Es muss jetzt auch von allen mit Leben gefüllt werden. · csa

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