Ismael vergleicht seine Ex-Trainer und prophezeit: „Werder kommt wieder hoch, für Schalke wird’s schwierig“

„Das ist ein Schlüsselspiel“

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Valerien Ismael

Bremen - Von Björn Knips · Er hat mit beiden Trainern das Double geholt – und muss als Ex-Profi kein Blatt mehr vor den Mund nehmen: Wer wäre also besser geeignet als Valerien Ismael, um Felix Magath (Schalke) und Thomas Schaaf (Werder) zu vergleichen? Beide Trainer haben in dieser Saison große Probleme mit ihren Teams, heute kommt’s auf Schalke zum direkten Duell. „Ein Schlüsselspiel“, sagt Ismael. Der 35-Jährige ist als Sportkoordinator bei Hannover 96 und als TV-Experte viel beschäftigt, fand aber dennoch Zeit für ein Interview.

?Herr Ismael, worin unterscheiden sich Thomas Schaaf und Felix Magath als Trainer?

!Sie haben verschiedene Philosophien, die sie allerdings sehr ähnlich mit klarer Linie vertreten. Felix Magath setzt auf totale Fitness und Kompaktheit. Bei Thomas Schaaf geht es vornehmlich um Spielkultur.

?Was lag Ihnen mehr?

!Beides, schließlich bin ich mit beiden Philosophien Meister geworden. Mit Schaaf bei Werder, mit Magath beim FC Bayern. Natürlich ist es noch schöner, mit tollem Fußball den Titel zu holen. Aber es ist auch ein gutes Gefühl, wenn man so viel Kraft hat, dass man am Ende ein Spiel noch drehen kann. Am Anfang tut das harte Training bei Magath richtig weh. Dann wird es zur Droge, man braucht das, weil man durch die Fitness ein Gefühl der Sicherheit auf dem Platz bekommt.

?Wird in Bremen weniger trainiert?

!So kann man das nicht sagen. Unter Thomas Schaaf war ich auch fit. Aber bei ihm wird alles mit dem Ball gemacht, er denkt immer ans Spiel.

?Wie gehen Magath und Schaaf mit ihren Spielern um?

!Felix Magath ist distanziert, und das ganz bewusst. Aber er ist auch offen, wenn man mit ihm reden will. Insgesamt ist es ein eher kühleres Verhältnis. Bei Thomas Schaaf war das anders. Er war sehr kommunikativ und offen.

?Warum läuft’s für die beiden Erfolgstrainer der letzten Jahre in dieser Saison nicht?

!Ich denke, Schalke hat ein Integrationsproblem. Vergangene Saison hatte man mit vielen jungen Spielern Erfolg. Dann wurden Superstars geholt, damit muss eine Mannschaft erst einmal klarkommen. Auch Raul muss sich eingewöhnen. Er hat in seiner Karriere nur in Spanien und ausschließlich bei Real Madrid gespielt. Da ist ein Wechsel ins Ausland nicht so einfach, auch nicht für seine Familie. So eine Eingewöhnung dauert – meistens sechs Monate. Aber auf Schalke hat man keine Zeit. Die Erwartungshaltung ist weiter gestiegen. Der Druck wird nun immer größer, weil Schalke unten steht.

?Und wie beurteilen Sie die Situation in Bremen?

!Da gibt’s Probleme in der Mannschaft, das hat nichts mit dem Trainer oder mit Manager Klaus Allofs zu tun. Die Mannschaft hat ein Mentalitätsproblem. Es ist auch nicht einfach, einen Marko Arnautovic im Team zu haben. Die Mannschaft hat die Qualität. Aber natürlich wird es schwierig, wenn Naldo und auch noch Claudio Pizarro ausfallen.

?Wer kriegt in dieser Saison noch die Kurve: Werder oder Schalke oder beide?

!Bremen kommt wieder hoch, da bin ich mir ziemlich sicher. Doch für Schalke wird’s schwierig. Wenn’s um die Meisterschaft geht, dann gehst du mit Freude ins Spiel. Aber wenn da die Zweite Liga im Kopf herumgeistert, dann ist da plötzlich ein ganz anderer Druck. Und du weißt genau, dass jetzt eigentlich nur Siege helfen, um da rauszukommen. Gleichzeitig wächst die Ungeduld der Fans, da gibt’s dann schneller Pfiffe. Das ist alles reine Nervensache.

?Heute also auch?

!Natürlich. Das ist ein Schlüsselspiel – und zwar für beide Clubs.

?Mit welchem Ausgang?

!Als Ex-Bremer tippe ich natürlich ein 2:1 für Werder.

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