„Das schärft meinen Blick“

Eichin sucht jetzt die Distanz

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Thomas Eichin

Bremen - Thomas Eichin zieht sich zurück – zumindest ein bisschen. Der Werder-Sportchef saß beim Pokalspiel in Chemnitz (2:0) nicht wie gewohnt auf der Bremer Bank, sondern auf der Tribüne. Ein Anblick, an den man sich gewöhnen wird. Denn künftig verfolgt der 48-Jährige das Geschehen immer von den Rängen aus, an der Seitenlinie neben den Trainern nimmt (wie am Dienstagabend) Profifußball-Direktor Rouven Schröder (39) Platz.

„Als Robin Dutt noch Trainer war, habe ich schon ein paar Mal überlegt, das zu ändern. Aber dann hätte es gleich wieder so ausgesehen, als ob ich von ihm abrücke“, sagte Eichin gestern und erklärte, warum er den Schritt nun unter dem neuen Coach Viktor Skripnik vollzieht: „Es war eine gute Gelegenheit. Und von der Tribüne aus habe ich einen anderen Blick, kann einige Sachen besser sehen und beurteilen. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung.“ Außerdem ist ein Sportchef als Tribünenadler nichts Außergewöhnliches, findet Eichin: „Horst Heldt sitzt bei Schalke zum Beispiel auch nicht auf der Bank.“

Ein wichtiger Grund für den Umzug ist Eichins Wunsch nach ein wenig Abstand. „Als Geschäftsführer sollte man immer eine gewisse Distanz zum Trainerteam und den Spielern haben, das kenne ich so aus meiner Zeit bei den Kölner Haien.“ Bei Werder dagegen war er seit seinem Amtsantritt im Februar 2013 gleich mittendrin. Der Club erlebte eine Krise nach der anderen – und der Sportchef wollte „die Probleme direkt in Angriff nehmen“. In den vergangenen Monaten war er sogar zu nah dran am Team und an Ex-Trainer Robin Dutt, gesteht Eichin: „Da besteht die Gefahr, dass man ein bisschen den Blick verliert. Und den will ich jetzt wieder schärfen.“

Der 48-Jährige gibt zwar keine Aufgaben ab, er setzt aber fortan die Schwerpunkte anders. „Die Geschäftsführung ist meine Hauptaufgabe“, betont Eichin, der sich aber auch weiterhin in der Kabine sehen lassen will: „Wenn auch nicht mehr so oft wie bisher.“

Dafür rückt Schröder nun eng an die Mannschaft ran – und das gerne. „In Fürth war ich auch so nah dran. Da kann man Strömungen im Team erkennen und sehen, wie die Ersatzspieler drauf sind. Das Miteinander ist intensiver.“ Er selbst ist einer, der „voll mitgeht“ und nicht nur still dasitzt: „Ich will die Mannschaft unterstützen. Das soll sie spüren.“

mr

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