Berater rüttelt begnadigten Arnautovic wach / Allofs: „Nicht mehr viel Kredit“

„Das Fass ist jetzt voll“

Marko Arnautovic

Von Malte Rehnert und Arne Flügge - Die Szene hatte Symbolcharakter. Während sich die Werder-Profis auf dem Platz für das 2:0 gegen Meister Dortmund und den Klassenerhalt feiern ließen, trottete Marko Arnautovic am Samstag in den Katakomben des Weserstadions durch die Mixed-Zone – die Hände in den Hosentaschen, den Kopf gesenkt.

Mit seinem nächtlichen Discobesuch im „La Viva“ zwei Tage vor diesem extrem wichtigen Spiel hat sich der dann suspendierte Österreicher bei Fans, Verantwortlichen und Mitspielern ganz weit ins Abseits manövriert.

Sogar Berater Efe Firat Aktas zieht die schützende Hand über seinem Klienten ein bisschen weg und kritisierte Arnautovic gestern gegenüber dieser Zeitung: „Mit solchen Aktionen schadet er sich selbst am meisten. Er muss jetzt ausschließlich für den Fußball leben, das trichtern wir ihm jeden Tag ein. Aber er darf es sich nicht nur anhören, sondern muss es auch annehmen.“

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Bei seinen Teamkameraden hat Arnautovic mittlerweile ganz schlechte Karten. Sturmkollege Claudio Pizarro schüttelte – angesprochen auf den Österreicher – nur den Kopf und sagte: „Kein Kommentar.“

Auch Trainer Thomas Schaaf, der Arnautovic nach dem Abschlusstraining aus dem Kader geworfen hatte, redete nicht gerne über den 22-Jährigen und seinen erneuten Fehltritt. Der Coach kündigte aber immerhin an: „Am nächsten Training wird er teilnehmen.“

Arnautovic kehrt somit morgen Vormittag in den Kreis seiner Kollegen zurück – allerdings auf Bewährung. Der Geduldsfaden der Verantwortlichen ist nach mehreren Verfehlungen des 6,8-Millionen-Einkaufs inzwischen extrem dünn. Was Sportchef Klaus Allofs über den Problem-Profi sagt, klingt schon wie eine letzte Warnung: „Da ist nicht mehr viel Kredit. Irgendwann stellt man sich die Frage: Wie viele Fehler gesteht man ihm noch zu? Irgendwann ist die Geduld am Ende.“

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Arnautovic habe „viel Unruhe in die Mannschaft getragen und alle ziemlich verärgert“, schimpfte Allofs und ergänzte: „Wenn ich nicht bereit bin, alles für den Erfolg zu tun, habe ich nicht das Recht, eingesetzt zu werden. Wir können nur Spieler gebrauchen, die sich reinhauen, auf Nebenkriegsschauplätze verzichten und sich total mit Werder identifizieren. Alle, die das nicht können, haben keine Zukunft bei uns.“

Komplett abschreiben will Allofs den derzeit schweigenden Stürmer allerdings noch nicht. „Marko hat den Schlüssel in der Hand. Er ganz allein muss entscheiden, ob er den Weg mit uns beschreiten will.“

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Arnautovic will – betont Aktas: „Er hat die Begabung, häufiger in Fettnäpchen zu treten. Aber ihm tut das alles sehr leid und weh, er hat das falsch eingeschätzt.“ Gerüchte, wonach Arnautovic wegen schlechten Benehmens auch noch Hausverbot in mehreren Lokalen auf der Gastro-Meile „Schlachte“ haben soll, wies Aktas jedoch zurück: „Nein, das ist kein Thema.“

Bleibt der Disco-Aufreger, den der 34-jährige Berater nicht schönredet. Arnautovic habe laut Aktas zwar keinen Alkohol getrunken („Das tut er nie“), das bloße Erscheinen sei aber schon ein Fehler gewesen: „Wichtig ist, dass er nun daraus lernt. Wir geben ihn nicht auf. Der Ball liegt allerdings bei ihm, nur bei ihm.“

Dass Werder Arnautovic rausschmeißt, befürchtet Aktas (noch) nicht: „Sie haben Geduld mit ihm, glauben an ihn. Aber er muss wissen: Das Fass ist jetzt voll. Irgendwann kann ihm keiner mehr helfen.“

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