Allofs fordert nach 1:1 Verbesserungen

„Dann stehen wir am Ende da, wo wir jetzt stehen“

+
Das Ende der Bremer „Fehlerkette“: Verteidiger Sokratis rutscht an den Pfosten, Fürths Stürmer Edu dreht nach seinem 1:0 jubelnd ab.

Bremen - Neun Spiele, elf Punkte, Platz elf – das ist Mittelmaß, nicht mehr. Mit dem 1:1 (1:1) beim Aufsteiger und neuen Schlusslicht Greuther Fürth verpasste es Werder mal wieder, sich in oberen Tabellen-Gefilden ein bisschen festzukrallen – und Sportchef Klaus Allofs warnt nach dem Rückschlag.

„Wenn wir uns nicht verbessern, und zwar in vielen Bereichen, werden wir am Ende da stehen, wo wir jetzt stehen.“ Damit wäre das Ziel internationaler Wettbewerb verpasst.

Bilder vom Spiel

Greuther Fürth gegen den SV Werder Bremen

In Fürth fielen zwei Probleme auf, die Werder dringend lösen muss, um aus der grauen Mittelfeld-Masse herauszukommen:

Werder bietet online und im Shop allerhand Fan-Artikel an, ein Wecker ist jedoch nicht dabei. Vielleicht sollte Trainer Thomas Schaaf mal anregen, Alarmuhren ins Sortiment aufzunehmen, dann einen Schwung kaufen und direkt an seine Profis verteilen. „Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen“, gestand Stürmer Marko Arnautovic. Wieder ein frühes Auswärtsgegentor (wie schon in Augsburg und Hannover), wieder hinterherrennen – und wieder kann sich keiner so recht erklären, warum Werder in der Anfangsphase so oft schnarcht. „Natürlich nervt das, nach so kurzer Zeit Gegentore zu bekommen“, stöhnte Keeper Sebastian Mielitz. „Das darf einfach nicht passieren. Wir haben uns wieder als Aufbauhelfer betätigt“, monierte Stürmer Nils Petersen und verriet: „Vorher ist noch klar angesprochen worden, dass wir von Beginn an da sein müssen. Da haben wir wohl nicht richtig zugehört und so ein Geschenk verteilt.“

Die Einzelkritik

Die Einzelkritik: Werder Bremen in Fürth

Die Schuld am Gegentreffer mochten sich die Profis nicht gegenseitig zuschieben. „Das Tor war zu verhindern, aber es war kein individueller Fehler“, urteilte Innenverteidiger Sebastian Prödl. Petersen sprach von einer „Fehlerkette“ – und die begann schon damit, dass Fürths Gerald Asamoah nicht angegriffen wurde und unbedrängt auf Zoltan Stieber passen durfte. Den ließ dann Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie flanken – und am langen Pfosten blieb Sokratis einfach mal komplett weg vom Ball. Edu schob ein und erzielte Fürths erstes Heimtor der Saison nach 368 Minuten.

Ein Treffer, der schmerzhaft aufzeigte, dass die Abstimmung im Bremer Defensivverhalten teilweise noch nicht passt. „Bei dem Tor hat sich jeder ein bisschen auf den anderen verlassen. Wir kriegen es noch nicht hin, solche Situationen gemeinsam zu lösen“, kritisierte Allofs und präzisierte: „Mal rückt der eine ein, der andere nicht. Mal spielt der eine auf Abseits, der andere nicht.“ Insgesamt habe Werder, was die Abwehrarbeit betrifft, „unbegreifliche Fehler eingestreut“. Das ärgert Allofs mächtig, das will er nicht mehr sehen – und deshalb richtete er in den Katakomben der Fürther Trolli-Arena einen flammenden Appell an sein Team: „Wir müssen endlich lernen, mit aller Macht das eigene Tor zu verteidigen. Das ist das höchste Gut.“

Nach der frühen kalten Dusche bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und fiesem Schneeregen berappelte sich Werder schnell. „Wir haben dominiert und hatten genug Gelegenheiten, das Spiel zu entscheiden“, meinte Arnautovic und leitete damit direkt über zum zweiten Bremer Hauptproblem:

Die Chancenverwertung

Werder hatte mehrere gute Möglichkeiten, gegen bemühte, aber insgesamt recht harmlose Fürther in Führung zu gehen. „Nach der Pause hätten wir ihnen den Todesstoß versetzen können, leider haben wir das nicht geschafft“, seufzte Petersen – und Prödl stimmte mit ein: „So viele Chancen bekommst du auswärts nicht oft.“

Eklatant war das Doppel-Ding in der 59. Minute, als Werder zwei 100-prozentige Chancen binnen wenigen Sekunden hatte – und beide nicht nutzte. Erst scheiterte Petersen an Max Grün, dann schoss Arnautovic den Fürther Keeper an und haderte: „Der muss rein. Es standen aber viele Leute im Torraum – und dann haben sie den Schuss mit Glück abgewehrt.“

Mangelnde Fortune allein wollte Trainer Thomas Schaaf aber nicht zählen lassen. „In dieser Szene hätten wir das Tor machen müssen“, erklärte der 51-Jährige: „Danach stand der Gegner tiefer gestaffelt – und wir hatten nicht mehr die Ruhe in unserem Spiel.“ Prödl hatte den Eindruck, „dass wir uns nach dieser Doppelchance mit dem Schicksal, nicht mehr zu treffen, abgefunden haben. Wir haben einen Gang zurückgeschaltet, warum auch immer.“

So gab’s am Ende nicht den zweiten Bremer Auswärtssieg, aber auch nicht die vierte Niederlage, sondern das erste Remis auf fremdem Platz. „Wir haben zumindest einen Punkt geholt“, meinte Petersen und sah sogar einen kleinen Fortschritt: „Ähnliche Spiele haben wir auch schon mal ganz abgeschenkt.“ · mr

Das könnte Sie auch interessieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Kommentare