Fans und ein Mentaltrainer schaffen es

Und dann hat‘s klick gemacht

Jörg Löhr in Aktion: Der Mentaltrainer zeigte vor einiger Zeit im ZDF-Sportstudio an einem Bayern-Fan, wie er arbeitet.

Bremen (kni) · Kollektives Aufatmen in Bremen, denn Werder ist endlich hellwach im Abstiegskampf. Aber warum? Immer wieder wird als Grund das Wir-Gefühl genannt. Es sei nach Bremen zurückgekehrt, nachdem es einige Profis offenbar mit Füßen getreten hatten.

Doch wer hat es eingefangen und am Weserstadion abgeliefert? Einer allein hat’s nicht geschafft. Es hat gleich mehrfach bei den Werder-Profis klick gemacht.

Zum Beispiel am 19. Februar: Nach der 0:4-Klatsche beim Hamburger SV blockierten Werder-Fans den Mannschaftsbus kurz vor dem Eintreffen am Weserstadion. „Das war eine richtig gute Aktion und ein wichtiger Denkanstoß für uns Spieler“, erinnert sich Tim Borowski: „Die Fans haben uns in aller Ruhe erklärt, wie besorgt sie sind. Und sie haben uns versprochen, dass sie immer hinter uns stehen, so lange wir uns nicht kampflos ergeben.“ Die Profis waren beeindruckt.

Genauso wie von Mentaltrainer Jörg Löhr. Der ehemalige Handball-Trainer kam erstmals nach dem HSV-Debakel zum Einsatz, seitdem ist Werder in vier Spielen ungeschlagen. „Es läuft klar besser. Der Mentaltrainer bringt uns nach vorne. Jetzt erledigt jeder seine Aufgaben“, lobte Tim Wiese nach der Partie.

Positiv aus Werder-Sicht: Diesmal war auch Thomas Schaaf von Beginn an involviert, der Trainer hat Löhr sogar selbst ins Gespräch gebracht. Den ersten Mentalcoach hatten sich die Spieler noch selbst besorgt. „Wir analysieren ständig alle Signale rund um die Mannschaft und überlegen uns dann, welche Dinge wir selbst angehen und welche wir an externe Experten abgeben können“, erklärt Schaaf: „Die Mannschaft hat Interesse gezeigt, sich mit sich selbst als Gruppe zu beschäftigen. In diesem Bereich haben wir uns für die Arbeit mit einem Topmann von außen entschieden.“

Löhr genießt einen ausgezeichneten Ruf. Der 49-Jährige ist nicht nur im Sport tätig (zum Beispiel bei der Handball-Nationalmannschaft), sondern auch in der Wirtschaft (unter anderem IBM, Daimler, SAP, Porsche, Deutsche Telekom). „Es macht großen Spaß mit ihm, und es gibt interessante Einblicke“, lobt Torsten Frings. Die Zusammenarbeit wird in jedem Fall fortgesetzt.

Der Stimmungswandel ist aber auch ein Verdienst von Schaaf. Der Coach hat in der Krise den Umgang mit seinen Spielern verändert. „Wenn ich es mit den Anfängen vergleiche, gibt es jetzt insgesamt mehr Kommunikation zwischen Trainer und Spielern“, verriet Mikael Silvestre unlängst. Schaaf wirkt auf dem Trainingsplatz auch nicht mehr so verbittert wie noch vor wenigen Wochen. Der 49-Jährige steht sogar den Medien nach den Übungseinheiten wieder Rede und Antwort. Am Sonntag und gestern hat er nicht gesprochen – aus gutem Grund: Für die Sieger von Nürnberg und das Team drumherum gab’s zwei freie Tage. Die kurze Erholung dürfte allen Beteiligten nach den letzten Wochen gut getan haben.

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