Aaron Hunt trifft erneut gegen Mainz

Mielitz hält den Punkt fest

Bremen - Von Björn Knips. Sebastian Mielitz stand in der Interviewzone der Mainzer Coface Arena, und der 23-Jährige strahlte wie selten zuvor: „Endlich konnte ich mal zeigen, was ich kann. Das war sicherlich meine auffälligste Leistung als Nummer eins von Werder.“ In der Tat: Mit drei Klasseparaden hatte der Keeper dem Bremer Bundesligisten gestern beim FSV Mainz ein 1:1 und damit einen ganz wichtigen Punkt im Abstiegskampf gerettet.

Weil der FC Augsburg auf eigenem Platz mit 0:2 gegen Hannover 96 verlor, haben die Bremer nun sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Bei noch sieben Spielen ist das zwar kein Ruhekissen, aber ein Polster, dass zu Ostern an der Weser etwas Ruhe einkehren lässt.

Dabei hatte die Partie so unruhig begonnen wie nur drei Mal zuvor in der Bundesliga-Geschichte. Nach lediglich 12,6 Sekunden lag der Ball schon im Bremer Tor – und das nach eigenem Anstoß. „Bevor ich den Ball zu Kevin De Bruyne gespielte habe, habe ich ihm noch gesagt: Hier sehen wir uns heute nicht wieder. Und dann stehst du eine halbe Minute später schon wieder im Mittelkreis und machst Anstoß – unglaublich“, erinnerte sich Nils Petersen mit Grauen. Über De Bruyne, Tom Trybull und Theodor Gebre Selassie war der Ball bei Assani Lukimya gelandet, der am eigenen Strafraum stümperhaft Andreas Ivanschitz anschoss. Der Mainzer nahm das Geschenk gerne an, passte auf Adam Szalai, der keine Mühe hatte nach fünf torlosen Spielen endlich wieder zu treffen. Nur Giovane Elber (1998), Ulf Kirsten (2002) und Paul Freier (2003) waren in jeweils elf Sekunden mal schneller gewesen. „Ich hatte in dem Moment mehrere Gedanken im Kopf und habe mich dann leider für den falschen entschieden.“, erklärte Lukimya nach der Partie: „Das war natürlich bitter und für unser ohnehin gerade nicht so großes Selbstvertrauen alles andere als gut.“

Werder agierte fortan vorsichtig, zu vorsichtig, um Mainz in Gefahr zu bringen. Bis zur Pause gab es keine Torchance – für die Gastgeber allerdings auch nicht.

Werder holt Punkt in Mainz

Nach dem Wechsel wurde Werder dann endlich mutiger – angespornt auch von Thomas Schaaf: „Uns fehlte vor der Pause etwas die Überzeugung, die haben wir dann bekommen.“ Der Trainer hatte etwas überraschend Linksverteidiger Lukas Schmitz aus der Startelf genommen und dafür Aleksandar Ignjovski von Beginn an aufgeboten. Als Doppelsechs agierten erstmals Tom Trybull und Philipp Bargfrede, der nach fünfmonatiger Verletzungspause ein beherztes Comeback gab.

Nach dem Wechsel gab Werder sofort Gas und durch Mehmet Ekici (47.) sowie De Bruyne (49.) erste Warnschüsse ab. Doch Mainz konterte prompt und hätte zwei Minuten später in Führung gehen müssen. Aber Andreas Ivanschitz scheiterte aus fünf Metern an Mielitz und Zimling beim Nachschuss am Innenpfosten und an Trybull auf der Torlinie. Ähnlich erging es Nils Petersen auf der anderen Seite. Erst jagte der Stürmer die Kugel an den Außenpfosten (53.), dann traf er eine feine Gebre-Selassie-Hereingabe nicht richtig (57.). Es war die Zeit der vergebenen Chancen in der mit 33 374 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Arena, denn auch Nicolai Müller scheiterte aus elf Metern völlig unbedrängt am starken Mielitz (67.).

Erst „Mainz-Spezialist“ Aaron Hunt (siebtes Tor im neunten Spiel gegen die Rheinhessen) ließ sich nicht stoppen und markierte gekonnt das 1:1 (69.). Ausgerechnet die beiden Streithähne der Woche hatten die Vorarbeit geleistet. Sokratis ließ in der eigenen Hälfte gleich mehrere Mainzer alt aussehen und schlug die Kugel lang auf den eingewechselten Arnautovic, der Hunt das Spielgerät perfekt in den Strafraum servierte. Gejubelt wurde nach dem Trainingszoff zwar noch getrennt, aber Arnautovic schickte immerhin ein Dankeschön-Handzeichen in Richtung des Griechen, der ihm am Donnerstag nach einer Beleidigung im Training an die Gurgel gegangen war.

Der Ausgleich tat Werder gut, wurde allerdings nur wertvoll, weil Mielitz fünf Minuten später erneut zur Stelle war: Diesmal hatte Yunus Malli freie Schussbahn, aber keine Chance gegen den Bremer Keeper. „Wahnsinn, was ,Miele’ heute gehalten hat. Er hat uns den Punkt gerettet“, jubelte Petersen und nahm die Augsburger Niederlage zufrieden zur Kenntnis: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, jetzt können wir beruhigt Ostern feiern.“

Dschungelcamp 2017: Tag vier im Busch in Bildern

Dschungelcamp 2017: Tag vier im Busch in Bildern

Wunderschöner Winter: Das sind die besten Leserfotos 

Wunderschöner Winter: Das sind die besten Leserfotos 

Unfall an Stauende: Lkw-Fahrer tödlich verletzt

Unfall an Stauende: Lkw-Fahrer tödlich verletzt

Bericht: Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden

Bericht: Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden

Meistgelesene Artikel

Plötzlich werden die Sechser knapp

Plötzlich werden die Sechser knapp

Clemens Fritz: Ausruhen ausgeschlossen

Clemens Fritz: Ausruhen ausgeschlossen

Vorteil für Zetterer in der Torwartfrage?

Vorteil für Zetterer in der Torwartfrage?

Marlovits weiter dabei

Marlovits weiter dabei

Kommentare