Schweinsteiger: „Sehr nett“ / Was Worte sagen und Gesichter verraten

Dank aus München für den Bremer „Punkteklau“

So wird Druck gemacht: Torsten Frings (li.) und Petri Pasanen bedrängen Stefan Kießling, der – wie Bayer Leverkusen am Ende – einknickte.

Bremen - Von Carsten Sander · Jupp Heynckes sagte, er sei unzufrieden mit dem Ergebnis. Und sah doch glücklich aus. Thomas Schaaf sagte, er sei froh über den Punktgewinn. Und sah doch missmutig aus.

Es war ein bisschen paradox, was die Trainer von Bayer Leverkusen und Werder Bremen nach dem 2:2 (1:1) im Weserstadion an Worten und nicht dazu passender Mimik präsentierten. Es entstand der Eindruck, dass niemand wirklich seine ungetrübte Freude hatte an dem Ergebnis. Nur im fernen München herrschte pures Entzücken. Der FC Bayern bedankte sich gar per offizieller Belobigung bei den Bremern.

„Sie haben ihren Job gut erledigt“, sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und schickte besondere Liebesgrüße an seinen DFB-Kollegen Per Mertesacker, der Leverkusen mit seinem Treffer in der Nachspielzeit zwei schon sicher gelaubte Punkte entwendet hatte. „Es ist sehr nett, dass er uns ein bisschen geholfen hat“, feixte „Schweini“. Denn Mertesacker hatte nicht nur Werder vor einer Niederlage bewahrt, sondern auch das 1:1 der Bayern beim 1. FC Nürnberg vom dicken Patzer zum Ausrutscher ohne große Wirkung abgeschwächt.

Bayer und Bayern bleiben punktgleich, nur durch ein Tor getrennt. Alles läuft auf einen spannenden Zweikampf um den Titel hinaus. Werder wird ihn nur aus der gebotenen Distanz verfolgen. Denn dass die Bremer 14 Punkte hinter den Spitzenteams liegen, sei kein böser Zauber, sondern Ausdruck der Kräfteverhältnisse, meinte Mertesacker: „Wir wissen, dass es für uns zur Zeit nicht für ganz oben reicht.“

Warum? Weil die spielerischen Mittel, die das Team in der Hinrunde noch ausgezeichnet hatten, weitgehend abhanden gekommen sind. Und nur langsam zurückkehren. „Wir sind noch nicht auf dem Level, das wir erreichen wollen“, räumte Thomas Schaaf am Sonntag einmal mehr ein.

Dieser Punkt war wohl der Grund für die unterschiedliche Wirkung von Gesagtem und im Gesicht Gezeigtem. Der Verstand befahl Zufriedenheit über den letztlich glücklichen Punkt, das Gefühl mischte sich mit Ärger über den zu kurz geratenen Fortschritt ein.

Das Bremer Team hatte den Spitzenreiter zwar mit großer Moral sowie dem Mut der Verzweiflung in ein Remis gezwungen und Schaaf damit begeistert („Am Ende hat die Mannschaft befreit aufgespielt und richtig Druck entwickelt“), doch bis zum Schlussspurt war vieles Stückwerk geblieben.

Allerdings war Leverkusen – anders als die Bayern vier Wochen zuvor – auch nicht wie ein Tornado durch das Weserstadion gezogen. Die Werkself brauchte einen Freistoß von Eren Derdiyok (29.) und einen Distanzschuss von Toni Kroos (57.), um zu den eigenen Toren zu kommen. Spielerische Überlegenheit? Allenfalls gab es selbige in den ersten Minuten nach der Pause zu sehen. Der Vergleich mit dem, was die Münchner beim 3:2 im Weserstadion an fußballerischer Feinkost angeboten hatten, drängte sich auf. Leverkusen bestand ihn nicht. Was Heynckes aber nicht beunruhigte: „Werder ist nicht mehr die Mannschaft von vor einigen Wochen. Das Team ist im Aufwind“, sagte er und ließ durchblicken, dass die Enttäuschung nur dem unnötigen Gegentor durch Claudio Pizarro nach Rene Adlers schwerem Patzer (34.) und der Unaufmerksamkeit in der Nachspielzeit galt. Nicht aber der Punkteteilung. Heynckes: „Ich sehe das ganz gelassen. Wir bleiben vor den Bayern, und es wird schwer werden, daran etwas zu ändern.“ Das war die Kampfansage an den Rekordmeister. Das Spiel gegen Werder hatte der Trainer-Routinier in dem Moment schon abgehakt.

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