Tagebuch zum Werder-Trainingslager in Südafrika

Daniels Deich-Safari: Heißes Eis aus Fleisch

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DeichStuben-Reporter Daniel Cottäus spielt in Südafrika ganz nebenbei noch den Restaurant-Tester.

Johannesburg - Vielleicht war es die Kombination aus Heißhunger und Feierabendstimmung, vielleicht auch einfach nur voreilig und unüberlegt - ach, lassen wir das, bleiben wir bei der Wahrheit: Es war kolossale Selbstüberschätzung!

In unserem Hotel, dem „Sierra Square“, gelegen an der Main Avenue in 2194 Randburg, bieten sie ein ganz hervorragendes halbes Hähnchen an. Für 95 Rand (das sind umgerechnet knapp sieben Euro) gibt es viel Fleisch, dazu entweder Pommes oder Salat und zwei verschiedene Saucen zur Auswahl: „Lemon and herb“ oder „Peri-Peri“. 

Ersteres steht für Citrusfrische und einheimische Kräuter, Zweiteres für eine teuflisch scharfe Chilisorte, die vermutlich ausschließlich in der Hölle wächst. Ah, Sie ahnen schon wie die Geschichte ausgeht? Schmerzhaft, aber so richtig schmerzhaft. Genau das wollten Sie doch hören!

Teuflische Chili-Sauce lässt Erkältung verschwinden

Zugegeben: Angesichts der hochgezogenen Augenbrauen von Clifford, dem Barkeeper, hätte man bei der Bestellung durchaus skeptisch werden können. Mich haben sie aber herausgefordert. „With peri-peri, please“ - das war kein Wunsch, auch keine höfliche Bitte, es war die pure Entschlossenheit. 

Wollen doch mal sehen, was die hier so drauf haben. Clifford lächelte milde und verschwand in der Küche. Etwa eine Stunde, 1,5 Liter Wasser und eine Packung Taschentücher später hatte ich mein Mahl beendet - aufgegessen! Weitere Details erspare ich Ihnen, vielleicht nur noch so viel: Die leichte Erkältung, die ich aus Deutschland mit nach Südafrika gebracht hatte, ist verschwunden. Rachenraum, Nasennebenhöhlen - nach der Brandrodung alles wie neu. Herrlich! 

Vorfreude auf südafrikanische Köstlichkeiten 

Jetzt muss nur noch die Darmflora wieder ins Gleichgewicht, aber irgendwas ist ja immer. Hauptsache, es schmeckt - dieser Sinnspruch, der im Repertoire keiner Großmutter fehlen darf, greift auch in Johannesburg, am anderen Ende der Welt. Und (zumindest das meiste) schmeckt hier richtig gut.

Stellvertretend noch ein schnelles Beispiel: Die 250 Gramm Rindfleisch im Restaurant „Possums on Burnside“ - da müssen Sie hin, wenn sie mal in der Nähe sind! - zergehen förmlich auf der Zunge, wie heißes Eis aus Fleisch, noch leicht bissfest, mit etwas Pfeffer bestreut, dazu Pilze und Spinat. Halleluja! Besser geht’s wirklich nicht, kann es gar nicht gehen. Wobei... vielleicht doch: Beim nächsten Besuch (reserviert ist für Dienstag, 20.00 Uhr) mal vorsichtig nach „Peri-Peri“-Sauce fragen. Schaden kann‘s ja nicht.

Daniels Deich-Safari:

Teil 1: Ein Dachschaden und ein Tipp für untenrum

Teil 2: „That small boy is the boss?“

Teil 3: „Harter Job für Middndööörp“

Teil 4: Erst Feuer vom Himmel, dann flüssige Luft

Teil 6: Ninjas vor der roten Ampel

Teil 7: Die Mauern von Johannesburg

Teil 8: Fußball mal anders - Willkommen im Tollhaus!

Teil 9: Ein Pianist der Worte

Teil 10: Danke, Johannesburg

Quelle: DeichStube

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