Tagebuch zum Werder-Trainingslager in Südafrika

Daniels Deich-Safari: Fußball mal anders - Willkommen im Tollhaus!

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Bunt, laut und exotisch ging es im Stadion der Bidvest Wits zu.

Tyron Damons ist ein freundlicher Mensch, das nur mal vorweg, damit hier gar nicht erst Missverständnisse aufkommen. Torwarttrainer ist er, beim südafrikanischen Tabellenführer Bidvest Wits FC, und Werders Besuch in Johannesburg sieht er als Chance. Neue Eindrücke gewinnen, hautnah miterleben, wie so ein Bundesligist arbeitet – deswegen war er am Morgen beim Werder-Training aufgetaucht.

Ein kurzes Gespräch mit unserem Fotografen, einklatschende Hände und dann schon die Einladung: acht Karten, für uns hinterlegt, die Wits gegen die Kaizer Chiefs, Anstoß 19.30 Uhr. Roter Sand auf der staubigen Stehtribüne, singende, tanzende, lachende Fans, einige von ihnen exotischsten Vögeln gleich, bemalt, behangen, behelmt. Und mittendrin? Eine Gruppe weißer Journalisten aus Bremen, beeindruckt, beseelt – bestohlen. Willkommen im Tollhaus!

Einmaliges Stadion-Erlebnis in der Fankurve

Damons hatte uns nicht etwa auf der Pressetribüne platziert, wovon wir ausgegangen waren, nein, er hatte uns mitten hineingeschickt, in den Schmelztiegel direkt hinter dem Tor, den sie hier Fankurve nennen. Es war fantastisch, unvergesslich, unvergleichlich.

Warmes Bier. Plötzlich ausgehende Flutlichtmasten. In die Fankurve zischende Bälle und Trockenfleisch aus dem Bauchladen. Aber vor allem: diese Lebensfreude. Beim Fußball in Südafrika ist das eigentliche Spiel zwar wichtig, die Fans gehen enthusiastisch mit. Und dennoch bildet es nur den Rahmen für ein großes Fest. Die eigentlichen Hauptakteure stehen nicht auf dem Platz, sondern drumherum.

So wie wir für diesen einen Abend, an dem unsere Gruppe auch mit der unangenehmen Realität von Johannesburg konfrontiert wurde. Ein Handy, eine Powerbank, gestohlen. Aus der Hosentasche, aus der Gürteltasche. Ärgerlich. Angesichts des dichten Gedränges, der Rempler und der Dunkelheit aber eine hinnehmbare Bilanz. 

Tyron Damons tat es hinterher leid. „Oh no“, lautete seine Reaktion später am Abend, an dem seine Wits eine 0:2-Niederlage kassiert hatten. Und dann, frei übersetzt: „Das war ein schlechtes Vorzeichen. Ihr habt ein Handy verloren, wir das Spiel.“ Konnte man so stehen lassen.

Daniels Deich-Safari:

Teil 1: Ein Dachschaden und ein Tipp für untenrum

Teil 2: „That small boy is the boss?“

Teil 3: Harter Job für „Middndööörp“

Teil 4: Erst Feuer vom Himmel, dann flüssige Luft

Teil 5: Heißes Eis aus Fleisch

Teil 6: Ninjas vor der roten Ampel

Teil 7: Die Mauern von Johannesburg

Teil 9: Ein Pianist der Worte

Teil 10: Danke, Johannesburg

Quelle: DeichStube

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