Serie, Teil 3: Wo spielt eigentlich....?

Van Damme ist ein Star – aber nur in seiner Heimat

Jelle van Damme hebt den Daumen – das gilt allerdings nur für seine Vereinskarriere in Belgien. Im Ausland konnte sich der 28-Jährige bislang nicht durchsetzen. ·

Werder-Bremen - LÜTTICH · Das Trikot ist legendär. Jelle van Damme trug es im Februar 2006, nach einem Sieg gegen Mainz. „Micoud“ als Name und die „135“ als Nummer standen auf der Rückseite.

Der Belgier ließ das Jersey extra anfertigen, nachdem sein Kumpel und Mitspieler Johan Micoud auf der Kurfürstenallee in Bremen mit 135 km/h geblitzt worden war. Als „eine spontane Aktion“ beschreibt van Damme den Gag und fügt hinzu: „Joe fand das sehr lustig.“

Weniger lustig als das Späßchen mit dem Franzosen war für van Damme die sportliche Zeit in Bremen. 2005 vom englischen Club FC Southampton ausgeliehen, brachte er es lediglich auf acht Ligaspiele (ein Tor) und wurde nach dieser enttäuschenden Saison nicht fest verpflichtet.

Dennoch blickt der gerade 28 Jahre alt gewordene Linksverteidiger, der inzwischen eine markante Glatze trägt, nicht übermäßig frustriert auf seine Zeit in Deutschland zurück. „Eigentlich schade. Werder ist ein toller Verein, ich hatte viel Spaß“, sagt van Damme, fügt aber dann an: „Am Ende hat es leider nicht funktioniert.“

Völlig anders – nämlich viel besser und erfolgreicher – ging seine Karriere weiter. Beim Royal Sporting Club Anderlecht in seiner belgischen Heimat stieg er zum Kapitän auf und wurde Stammspieler in der Nationalelf. „Ich habe mich einfach sehr wohl gefühlt. Das ist für mich sehr wichtig. In Anderlecht bin ich erst richtig gereift“, erklärt der Linksfuß, der vier Jahre später dennoch eine Luftveränderung suchte und in die englische Premier League zurückkehrte. Die Wolverhampton Wanderers zahlten immerhin 3,3 Millionen Euro Ablöse.

Doch wieder klappte es im Ausland nicht. „Über das halbe Jahr denke ich nicht gerne nach. Das ist abgehakt“, betont der 29-fache Nationalspieler. Entnervt vom erneuten Scheitern fern der Heimat, kehrte van Damme im vergangenen Winter nach Belgien zurück. Standard Lüttich überwies 2,5 Millionen Euro an die „Wolves“. Mit diesem Wechsel erzürnte er die Fans seines Ex-Clubs Anderlecht, denn der RSC und Standard sind Erzrivalen. Und dann auch noch dieser Einstand: Sein Debüt für Lüttich gab er gegen Anderlecht – und verlor mit 0:2. „Kein schönes Spiel, aber da musste ich durch“, erinnert sich van Damme, der von den RSC-Fans unter anderem als „Verräter“ beschimpft wurde.

In Lüttich, wo er nach kurzer Zeit die Kapitänsbinde überstreifen durfte, rückte van Damme aus der Abwehr ins linke Mittelfeld vor. Auf dieser Position kehrte der Mann mit der Nummer 37, der seit 2008 mit Elke Clijsters (der Schwester von Tennis-Star Kim) verheiratet ist und zwei Kinder hat, kürzlich auch nach Deutschland zurück – beim 0:0 in der Europa League bei Hannover 96. Ein weiterer Auftritt bleibt ihm hierzulande allerdings versagt. Wenn die belgische Nationalmannschaft heute Abend (19.00 Uhr) in Düsseldorf in der EM-Qualifikation gegen die DFB-Elf spielt, ist van Damme nicht dabei. Trainer Georges Leekens hat ihn gerade aussortiert. · bis

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