Dabrowski erinnert sich: „Unsere Köpfe waren zu“

Sein schönster Jubellauf: Christoph Dabrowski 1999 nach seinem 1:0-Siegtor für Werder gegen Schalke.

Werder-Bremen - BREMEN (flü) · Werder in der Krise – da werden Erinnerungen wach an 1999, als die Bremer bereits mit einem Bein in der zweiten Liga standen, dann aber doch noch knapp den Absturz verhinderten. Nun, Werder 2010 kämpft zwar (noch) nicht gegen den Abstieg. Dennoch ist die Lage ernst, sehr ernst sogar. Denn die Leistungen sind, wie zuletzt in Stuttgart, Besorgnis erregend.

Mit von der Partie war damals Christoph Dabrowski, der noch heute von den Werder-Fans verehrt wird. Denn mit seinem Kopfballtor im Mai 1999 zum 1:0-Sieg gegen Schalke 04 hatte der mittlerweile 32-Jährige Werder vor dem Abstieg gerettet. Es war der Brustlöser für eine völlig verkrampfte und verunsicherte Bremer Mannschaft gewesen. „Die nächsten Spiele wurden dann fast zum Selbstläufer, wir sind auf einer Welle der Euphorie schließlich zum Klassenerhalt geschwommen“, erinnert sich Dabrowski.

Für den damals 20-Jährigen war die Partie „ein unvergessliches Schlüsselerlebnis in meiner Karriere. Nicht nur, weil es mein erstes Bundesligator war. Noch heute werde ich darauf angesprochen, wenn ich mit Leuten aus Bremen rede“, sagt der Mittelfeldspieler, derzeit in Diensten von Zweitligist VfL Bochum.

Doch Dabrowski erinnert sich auch an die Wochen der Krise, „in denen unsere Köpfe einfach zu waren. Wir sind in einen Negativstrudel geraten, und diese Spirale hat uns immer weiter nach unten gezogen. Obwohl wir als Mannschaft schon eng zusammenstanden, Teamgeist hatten, sind wir da einfach nicht mehr rausgekommen.“ Der Hauptgrund seinerzeit, so Dabrowski, sei das zerrüttete Verhältnis zwischen Trainer Felix Magath und den Spielern gewesen. „Die Kluft war riesengroß, auch wegen Magaths Führungsstil. Selbst die Führungsspieler kamen mit ihm nicht mehr klar.“

Gibt’s Parallelen zur aktuellen Werder-Krise? „Es ist schwer für mich, da jetzt einen Vergleich zu ziehen“, räumt „Barry“ ein, „ich kann nicht beurteilen, ob das Vertrauen der Spieler zum Trainerstab noch da ist, oder ob das Mannschaftsgefüge selbst noch stimmt.“

Wie dem auch sei. Gleichwohl traut Dabrowski Thomas Schaaf zu, die Mannschaft erneut aus der Krise zu führen. „Damals ist er als Trainer für Magath gekommen und hat uns mit einfachen Dingen im Training die Lockerheit und den Spaß am Fußball zurückgegeben. Ich denke, wer so viele Jahre auf so hohem Niveau gearbeitet hat und erfolgreich gewesen ist, der wird es auch diesmal über kurz oder lang schaffen, einen Weg aus der Krise zu finden.“

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