Der Coach erledigt die Trainingsarbeit, aus allem anderen hält er sich raus

Diskussion um Dutt: „Das muss ich abkönnen“

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Die Schulden-Debatte läuft bei Werder Bremen, doch Trainer Robin Dutt will sich an ihr nicht beteiligen. Das gehöre nicht zu seinen Aufgaben, sagt er.

Bremen - Die Gelegenheit ist günstig. Doch Robin Dutt lässt sie verstreichen. Der in die Kritik geratene Trainer von Werder Bremen denkt nicht daran, die aktuelle Schulden-Diskussion bei dem Bundesliga-Letzten mit Forderungen nach Neuzugängen zu bereichern. „Das“, sagt er, „würde ich niemals öffentlich tun“. Aus seiner Sicht strategisch wohl der der richtige Weg.

Es könnte ihm als Ausrede oder Ablenkung ausgelegt werden, ausgerechnet jetzt, da Werder frisch ans Tabellenende gerückt ist, laut nach neuen Spielern zu rufen. Vielleicht wird er es intern machen – jetzt oder später. Vielleicht wird er sich aber auch so verhalten, wie er es vorgibt: Loyal zur Vereinslinie stehen, widerspruchslos den Entscheidgungen seiner Vorgesetzten folgen. Dutt versteckt sich jedenfalls hinter seiner Position außerhalb aller Vereinsgremien und beteiligt sich nicht an der Debatte um eine mögliche Kursänderung im Verein – weg von der Schuldenverweigerungshaltung, hin zu Investitionen auf Pump. „Dinge auf vereinspolitischer Ebene zu kommunizieren, gehört nicht zu den Aufgaben eines Cheftrainers. Ich muss umsetzen, was vorgegeben wird“, sagt er.

Formal richtig. Doch was will der Coach? Hat er Wünsche an den Verein? Wen braucht er, um das Team in der Winterpause stärker zu machen? „Ich werde das hier nicht besprechen“, wiegelt er ab. Es gilt, was Dutt immer wieder mit abgewandelten Worten erklärt: „Als ich vom DFB zu Werder gewechselt bin, war es klar, dass ein steiniger Weg vor uns liegt. Ich habe gesagt, dass ich aus voller Überzeugung bereit bin, ihn mitzugehen. Jetzt sind wir auf diesem Weg, und er ist sehr steinig. Ich versuche mit der Mannschaft die Steine aus dem Weg zu räumen.“

Es hat in dieser Saison noch nicht geklappt. Die Brocken liegen nach sieben sieglosen Spielen noch an Ort und Stelle, und es sind sogar zwei dazu gekommen – einer mit der Aufschrift Schlusslicht, einer mit dem Stempel Trainerdiskussion. „Normal“, meint Robin Dutt: „Es wäre komisch, wenn es bei dieser Tabellensituation keine Diskussion geben würde. Das muss man als Trainer abkönnen.“

Kann er? In den Tagen seit dem unbefriedigenden 1:1 gegen den SC Freiburg wurde die Dutt-Debatte von den Gedankenspielen um die mögliche Verschuldung des Clubs zum Wohle der Mannschaft überdeckt. Dutt wird es gelegen gekommen sein, konnte er so doch in der ersten Woche der Länderspielpause in Ruhe mit der Mannschaft arbeiten. Und seinen Spielern dabei nicht nur auf die Füße, sondern auch in die Augen schauen. Ist da Angst oder Panik wegen des Tabellenplatzes und der Sieglosserie? Ist da zusätzliche Verunsicherung ob der plötzlich entstandenen Unruhe im Verein? Weder von dem einen noch von dem anderen habe er viel entdecken können, behauptet der 49-Jährige. Er habe von der mentalen Stärke seines Teams nach wie vor „einen guten Eindruck“.

csa

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