Der Coach erklärt den Hunt-Verzicht

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Der Vize-Kapitän denkt über Zukunft nach: „Ich muss nicht mein Leben lang hier bleiben“

Bremen - Schon in Mönchengladbach hatten sich viele gewundert, dass Aaron Hunt nur auf der Bank saß. Das Szenario wiederholte sich eine Woche später, als Werder daheim gegen Fürth antrat.

Hunt schaute erneut nur zu, obwohl Sportchef Thomas Eichin den Mittelfeldspieler nach dessen Einwechslung in Gladbach ausdrücklich für die „richtige Reaktion“ gelobt hatte und durch den Ausfall von Clemens Fritz ein Platz im Mittelfeld frei geworden war. „Da war ich schon etwas überrascht“, gestand Hunt gestern, wollte es sich mit dem Coach aber nicht verderben: „Ich bin nicht sauer. Der Trainer wird schon seine Gründe haben.“

Also nachgefragt beiSchaaf. Der fiel aus allen Wolken, dass Hunts Fehlen in der Startelf in Gladbach für viele überraschend gewesen sei: „Für mich war es das nicht.“ Begründung: „Seine Leistung war nicht so, wie sie vorher war. Vielleicht auch als Folge seiner Grippe. Aber es war nun einmal so. Wir müssen auf die Dinge reagieren, die wir sehen.“

Knapp eine Woche hatte Hunt Mitte Februar flach gelegen und deshalb gegen Freiburg gefehlt. Beim 1:6-Debakel in München stand er wieder auf dem Platz – und spielte gar nicht schlecht, bis ihn nach einer halben Stunde die Kräfte verließen. Vor dem Augsburg-Spiel hatte der 26-Jährige wieder „aufgetankt“, enttäuschte beim 0:1 aber ebenso wie viele seiner Kollegen. Das kostete ihn den Stammplatz. Schaaf rasierte seinen Vizekapitän, brachte ihn wegen der Fritz-Verletzung aber nach der Pause. Und Hunt spielte ordentlich. Gegen den Tabellenletzten Fürth war er trotzdem wieder draußen. „Wir wollten nicht offensiv ausgerichtet sein“, erklärte Schaaf gestern den Verzicht auf einen seiner besten Kreativspieler. Der Trainer hatte sich damit offenbar verzockt, denn nach vorne lief bei Werder gar nichts. Also brachte Schaaf nach der Pause Marko Arnautovic und Hunt. Letzterer holte gleich einen Strafstoß heraus, verwandelte diesen und rettete später ebenfalls vom Elfmeterpunkt wenigstens noch ein 2:2. Direkt bewerten wollte Schaaf diese Leistung nicht: „Ich mache jetzt keine öffentliche Einzelkritik.“ Der Coach merkte allerdings allgemein an: „Wir haben zwar in der zweiten Halbzeit zwei Tore geschossen, aber auch zwei Tore bekommen.“ Diese Kritik galt demnach auch Hunt. Der hat bei Schaaf den Status „Lieblingsspieler“, den er definitiv einmal besaß, offenbar verloren. „Es ist vollkommen egal, was mal gewesen ist. Es zählt immer nur das, was man nachweisen kann. Ich muss in der Lage dazu sein, das, wofür ich stehe, auch rüberzubringen“, stellte Schaaf klar.

Hunt will das alles noch nicht überbewerten: „Wenn der Trainer denkt, dass wir defensiver spielen sollen, also mit mehr Sechsern, dann muss ich das akzeptieren. Der Einzelne ist im Moment nicht so wichtig.“ Allerdings macht sich der 26-Jährige, dessen Vertrag in einem Jahr ausläuft, durchaus so seine Gedanken über die Zukunft: „Jeder weiß, dass ich mich hier wohl fühle. Aber das heißt nicht, dass ich mein Leben lang hier bleibe. Ich will international spielen, das ist auch ein Kriterium. Mal schauen, was wir in der nächsten Saison für eine Mannschaft haben.“ · kni

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