Co-Trainer Frings sieht in dem Seeler-Enkel ein uneingelöstes Versprechen

Öztunalis kurioses Problem: „Er weiß nicht, wie gut er ist“

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„Er muss befreiter spielen“, fordert Co-Trainer Torsten Frings von Levin Öztunali (Bild).

Bremen - Eigentlich müsste er jetzt beim „Elite-Cup“ sein. Der DFB hätte ihn gerne bei den Besten seines Jahrgangs gesehen. Doch Levin Öztunali hat abgesagt. Er fehlt beim Testturnier der deutschen U20 in Baden-Württemberg, weil er sich lieber bei Werder Bremen im Training anbieten will. Es ist kein schlechtes Zeichen eines Spielers, der den Erwartungen in seinem Club hinterherhechelt, das sieht auch Co-Trainer Torsten Frings so: „Wir freuen uns, dass er bei uns trainiert.“ So bleibt Zeit, den 19-Jährigen vielleicht doch noch in die gewünschte Form zu bringen.

Neulich, gegen Bayer Leverkusen, hatten Chefcoach Viktor Skripnik und sein Assistent Frings es einfach mal probiert und Öztunali in die Startelf gestellt. Zum einen, weil Personalnot herrschte. Zum anderen, weil die Hoffnung da war, dass er gegen den Verein, von dem er an den SV Werder verliehen ist, explodieren würde. Das Ergebnis ist bekannt. Niemand explodierte, Bremen ging 0:3 unter und eine Woche später spielte Florian Grillitsch statt Öztunali im Werder-Mittelfeld. Einmal mehr ein Rückschlag für den jungen Mann, der über so viel Begabung verfügt und so wenig davon zeigt.

„Levin ist ein unglaubliches Talent“, sagt Frings über Öztunali – was aber nicht die Frage beantwortet, warum der Enkel von Uwe Seeler seit seinem Wechsel zu Jahresbeginn an der Weser nicht über den Status des Einwechselspielers hinausgekommen ist. Ein Mysterium? Nein, sondern reine Kopfsache, meint Frings: „Er weiß gar nicht, wie gut er ist. Er braucht Zeit, das zu erkennen. Aber Levin wird über kurz oder lang explodieren.“ Ob Werder dann noch etwas davon hat, erscheint fraglich. Der Leihvertrag endet im Sommer, wie Öztunalis Geschichte danach weitergeht, ist völlig offen.

Vielleicht ist es diese Unsicherheit, die den gebürtigen Hamburger beschäftigt. Vielleicht ist es aber auch nur so, wie Torsten Frings es schildert. Er zeichnet das Bild eines Spielers, der grundsätzlich zu viele Selbstzweifel hat. „Levin hinterfragt jeden Pass, den er spielt. Er muss befreiter spielen – so, wie er es schon mal gemacht hat.“

Dass Öztunali unter der Berühmtheit seines Opas leidet, scheidet für Frings indes als Grund für die nicht zufriedenstellenden Leistungen auf dem Platz aus. „Bei uns spielt es überhaupt keine Rolle, wer sein Opa ist. Und wenn er der Enkel von Michael Jackson wäre – das interessiert hier keine Sau.“

csa

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