Frings kündigt vor dem Nordderby einen knallharten Konkurrenzkampf an

„Namen sind völlig egal“

+
Werders Co-Trainer Torsten Frings will am Samstag im Nordderby gegen den Hamburger SV eine Reaktion sehen.

Bremen - Vielleicht sollte Torsten Frings am Samstag selbst noch mal die Fußballschuhe schnüren und das Werder-Trikot überstreifen. Der Co-Trainer ist jetzt schon so heiß, wie er sich von allen Bremer Profis im Nordderby gegen den Hamburger SV wünscht. „Das Spiel ist sehr wichtig für die Fans und die Stadt“, betonte der seit Sonntag 39 Jahre alte Ex-Profi und schob mit Blick auf sein Team hinterher: „Das wissen die Jungs – und sie werden hochmotiviert sein.“

Um „die Jungs“ noch ein bisschen mehr anzustacheln, rief Frings öffentlich einen Konkurrenzkampf um die Startelfplätze für das Duell mit dem Erzrivalen aus. „Wir haben eine sehr spannende Woche vor uns, werden viel und intensiv trainieren.“ Nach einem Grusel-Auftritt wie beim 0:6 in Wolfsburg „hat hier keiner einen Bonus oder einen Anspruch auf eine Position. Jeder kann sich empfehlen“, sagte der Assistent von Viktor Skripnik. Der Bremer Chefcoach hatte seiner Mannschaft bereits am Sonntag in einer Besprechung angedroht, dass keiner mehr einen Freifahrtschein habe.

Gestern nun legte Frings, der insgesamt 21 Nordderbys (sechs Siege, sieben Unentschieden, acht Niederlagen) bestritten hat, in der Journalistenrunde nach. „Namen sind völlig egal, jeder kann auf der Bank sitzen.“ Ausnahme: Felix Wiedwald, der in Wolfsburg trotz der sechs Gegentore bester Bremer war und eine noch üblere Pleite verhinderte. Der Rest soll zittern. Dass Werder tatsächlich gleich die halbe Mannschaft austauscht, ist jedoch nahezu ausgeschlossen. Zum einen haben sich Spieler aus der zweiten Reihe wie etwa Levin Öztunali oder Felix Kroos bisher nicht aufgedrängt. Zum anderen gibt es Spieler aus der ersten Reihe (wie Jannik Vestergaard), auf die Werder nicht verzichten kann. „Natürlich haben wir einen Stamm“, räumte Frings ein, ergänzte jedoch: „Die sind auch nicht alle in Topform.“ Beste Beispiele: Der in Wolfsburg völlig indisponierte Innenverteidiger Alejandro Galvez, der aber „keine negativen Gedanken“ wie den Verlust des Stammplatzes zulassen will: „Ich bin schon wieder positiv gestimmt.“ Für den Spanier könnte es ein böses Erwachen geben, denn Assani Lukimya brennt auf einen Einsatz und passt mit seiner körperlichen Wucht auch gut zu HSV-Sturmtank Pierre-Michel Lasogga.

Völlig neben der Spur war auch Zlatko Junuzovic. Der Österreicher, in Wolfsburg bereits zur Halbzeit ausgewechselt, ahnt bereits, dass es ihn erwischen kann (wir berichteten). Junuzovic hat „keine optimale Phase“, drückte es Frings gestern ziemlich freundlich aus: „Er ist und bleibt aber ein wichtiger Spieler. ,Zladdi‘ muss sich selbst aus dem Dreck ziehen – und wir glauben alle, dass er es auch schafft.“

Zuletzt vermittelte Junuzovic diesen Eindruck nicht. Der Vizekapitän wehrte sich genauso wenig wie alle anderen Bremer. In Wolfsburg sei „eine tote Truppe“ auf dem Rasen gewesen, „das darf uns nicht noch mal passieren“, forderte Frings. Weitere Rückblicke auf das schmerzhafte Wochenende ersparte er sich dan lieber. „Die Niederlage ist abgehakt. Es bringt auch nichts, noch lange darüber nachzudenken“, meinte Frings: „Ab heute zählt nur noch der HSV.“

Werder-Training am Dienstag

Die Erwartungsghaltung des Bremer Trainerteams für das Nordderby gegen den selbstbewussten HSV ist klar. „Heiß sein und einer Reaktion zeigen, eine Super-Leistung abrufen“, sagte Frings: „Aber auch aufpassen, nicht zu überpacen. Nach drei Minuten voll reinzugrätschen, um ein Zeichen für die Fans zu setzen und adafür Rot zu bekommen – das hilft uns auch nicht. Wir müssen cool bleiben.“

Mit welchem System Werder (Platz 14) dem HSV (Platz 10) im Weserstadion begegnet, ließ Frings gestern noch offen. In Wolfsburg hatte Skripnik in der ersten Halbzeit ein 4:1:4:1 und nach der Pause dann ein etwas offensiveres 4:4:2 gewählt. „Wir werden sehen, wie wir es machen“, erklärte Frings: „Noch haben wir uns nicht festgelegt.“

mr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Ehrenamtsmesse in der KGS Brinkum

Ehrenamtsmesse in der KGS Brinkum

ADAC-Herbstrallye in Visselhövede

ADAC-Herbstrallye in Visselhövede

Bezirksschützenball in Varrel 

Bezirksschützenball in Varrel 

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Kommentare