Ausgerechnet der Kapitän

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Zwischen Clemens Fritz und Davie Selke ging es hoch her im Training.

BREMEN n Der Teamgeist ist das höchste Gut dieser Mannschaft – und der ist seit gestern empfindlich gestört: Ausgerechnet Clemens Fritz brannten beim Training des SV Werder Bremen die Sicherungen durch.

Der ansonsten so besonnene Kapitän ging Nachwuchsspieler Davie Selke an die Wäsche, traf ihn mit der Hand ihm Gesicht und zerriss ihm das Trainingsleibchen. Und das alles keine zwei Stunden vor der Weihnachtsfeier des Bundesligisten – eine schöne Bescherung.

Alle Beteiligten waren darum bemüht, den Vorfall im Trainingsspiel möglichst klein zu reden. Was angesichts der eindeutigen Bilder praktisch unmöglich war. „Beim Training geht es auch mal etwas intensiver zur Sache. Es sah schlimmer aus, als es war. Es ist alles klar“, behauptete Fritz.

Was war passiert? Selke hatte Fritz in einem Zweikampf im Gesicht erwischt. Der Kapitän lag am Boden, der Youngster entschuldigte sich. Nur kurze Zeit später ging der 18-Jährige gegen Fritz erneut hart zur Sache – zu hart, wie der Kapitän fand: Der 32-Jährige drehte sich um und packte sich seinen Gegenspieler. „Ich habe es im Zweikampf ein bisschen übertrieben, dadurch wurde es hitzig. Aber von einer Schlägerei, was ich gelesen habe, war das weit entfernt. Ich habe mich bei Clemens entschuldigt“, lautete gestern die offizielle Aussage von Selke – übermittelt von Tino Polster. Der Mediendirektor sprach bei der Weihnachtsfeier auch noch mit Robin Dutt und anschließend auch für ihn: „Emotionen gehören zum Fußball dazu. Davie hat sich beim Kapitän entschuldigt, damit ist die Sache erledigt.“

Also keine Strafe vom Trainer für den Kapitän. Dafür eine Entschuldigung vom Angegriffenen. Durchaus ungewöhnlich.

Dutt hatte die Szene persönlich nicht mitbekommen. Er war gerade mit der anderen Trainingsgruppe beschäftigt. Co-Trainer Damir Buric war dagegen ganz nah dran, griff aber nicht wirklich ein und ließ die beiden Streithähne ohne große Ansprache weitertrainieren, als wäre nichts gewesen. Dabei war Selke sichtlich geschockt und musste vom Teamkollegen Levent Ayticek beruhigt werden.

Die Bilder vom Training

Prügelei: Selke und Fritz geraten im Training aneinander

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass es unter dem neuen Coach Robin Dutt zwischen Werder-Profis gekracht hat. Anfang August waren Mehmet Ekici und Aaron Hunt im Training aneinander geraten. Auch sie blieben offiziell unbestraft. Dem Teamgeist hat es damals nicht geschadet. Das Wir-Gefühl zeichnet die Mannschaft in dieser Saison aus, das ist ihre große Stärke und das Positivste einer eher enttäuschenden Hinrunde. Umso wichtiger ist es nun, dass der Ausraster des Kapitäns keine negativen Auswirkungen auf die Stimmung in der Mannschaft hat. Denn wenn sich die Spieler nicht mehr grün sind, dann wird es für Werder in der Rückrunde richtig schlimm. 

kni

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