Gelb-Sünder Fritz und Junuzovic

Der DFB will was hören

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Clemens Fritz

Frankfurt - Eigentlich hatte der SV Werder gestern mit einer Entscheidung gerechnet – und zwar mit einem pro Bremen, doch der DFB macht aus der grün-weißen Gelbsucht eine etwas längere Geschichte. Das DFB-Sportgericht hat am Freitagmittag eine mündliche Verhandlung in Frankfurt angesetzt – „zur ordnungsgemäßen Aufklärung des Sachverhalts und wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles“, heißt es in einer Pressemitteilung. Klingt fast so, als wolle das Sportgericht bei Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz ein Exempel statuieren.

„Wir sind schon überrascht“, erklärte Thomas Eichin auf Nachfrage. Der Sportchef war davon ausgegangen, dass sich dieses Thema schnell erledigen würde. Doch nun musste er handeln: „Wir werden uns rechtlich entsprechend aufstellen und durch Sportanwalt Christoph Schickhardt vor Ort gut vertreten sein.“ Auch ein Werder-Geschäftsführer wird nach Frankfurt reisen, allerdings nicht Eichin selbst. Er bleibt bei der Mannschaft, die sich auf das Auswärtsspiel am Samstagabend beim FC Bayern vorbereitet.

Die Partie in München werden Junuzovic und Fritz auf jeden Fall verpassen – und möglicherweise noch ein Spiel mehr. Die Beiden hatten gegen Hannover ihre fünfte bzw. zehnte Gelbe Karte kassiert und sind deshalb gesperrt. Junuzovic gab anschließend auf Nachfrage zu, er habe sich die Verwarnung absichtlich abgeholt, um eine spätere Sperre in Spielen gegen Konkurrenten im Abstiegskampf zu verhindern. Diese Ehrlichkeit wurde ihm zum Verhängnis – und auch Fritz, der sich herausgeredet hatte. So, wie es die Darmstädter vor einigen Wochen gemacht hatten. Auch beim Aufsteiger war vor einem Bayern-Spiel die Gelbsucht ausgebrochen, gleich fünf Spieler brummten beim Rekordmeister eine Sperre ab. Der DFB ermittelte kurz, das war’s.

Nicht so im Fall Werder. Die schriftlichen Erklärungen der beiden Spieler reichten dem Sportgericht nicht aus, um eine Entscheidung zu fällen. Junuzovic und Fritz stehen weiter unter Verdacht, „sich eines unsportlichen Verhaltens schuldig gemacht zu haben“, heißt es in der Pressemitteilung des DFB.

kni

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