Claus-Dieter Wollitz über Alex Nouri und Markus Feldhoff

„Sie sind Seelenverwandte“

GER, Werder Bremen - Markus Feldhoff komplettiert Trainerteam
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Ex-Bundesliga-Profi Markus Feldhoff (r.) und Chefcoach Alexander Nouri.

Bremen/Cottbus - Es war der Sommer 2004, als eine Entwicklung ihren Anfang nahm, die für Werder Bremen die Zukunft sein soll. Und es begann in Osnabrück, im Stadion an der Bremer Brücke.

Der VfL war damals gerade als Tabellenletzter aus der Zweiten Bundesliga abgestiegen und stand – von wirtschaftlichen Problemen belastet – vor dem Nichts. Claus-Dieter Wollitz, zu der Zeit noch ein junger Trainer am Anfang seiner Laufbahn, wurde verpflichtet und sollte den Club sportlich wieder auf Vordermann bringen. Er räuberte dafür beim KFC Uerdingen, jenem Verein, den er zuvor betreut hatte und bei dem ihm drei Spieler besonders gefallen hatten: Alexander Nouri, Markus Feldhoff und Thomas Reichenberger.

Alle kamen ablösefrei, und Wollitz, Spitzname Pele, sagt heute, dass es den VfL Osnabrück ohne dieses Trio „heute nicht mehr geben“ würde: „Sie waren damals der Gewinn schlechthin für den Verein.“ Dass Nouri und Feldhoff nun als Chefcoach und Co-Trainer von Werder Bremen wieder zusammengefunden haben, wundert Wollitz überhaupt nicht. „Das hat mich nicht überrascht. Die beiden sind Seelenverwandte“, sagt der 51-Jährige über das Duo, das er so gut kennt wie kaum ein anderer.

Insgesamt sechs Jahre hat Wollitz mit Nouri zusammengearbeitet, zwei in Uerdingen, anschließend vier in Osnabrück. Bei Feldhoff waren es zunächst fünf in der Konstellation Trainer/Spieler sowie im beinahe direkten Anschluss nochmal drei Jahre als „Chef“ und „Co“ auf der Trainerbank – eine halbe Saison in Osnabrück und zweieinhalb Spielzeiten bei Energie Cottbus. Wollitz weiß also, wie Feldhoff als Sozius auf der Trainerbank funktioniert. Und wie? Sehr gut, urteilt er: „Manch einer hört es nicht gerne, aber ich sage das mit allerhöchstem Respekt: Markus Feldhoff ist im modernen, komplexen Fußball so etwas wie der perfekte Co-Trainer. Er ist für mich ein Top-Top-Top-Mann. Mit ihm bist du als Verein wirklich gut aufgestellt.“

Man könnte Pele Wollitz an dieser Stelle vorhalten, dass das Lob so überschwänglich ausfällt, weil ihn mit Feldhoff eine – wie er selber sagt – „enge Freundschaft“ verbindet. Aber die Begeisterung über Feldhoff – oder „Felle“, wie Wollitz ihn nennt – klingt absolut echt. Der Ex-Stürmer, von Nouri vor einer Woche ins Werder-Trainerteam geholt, habe seinen Torriecher von einst in einen Torjägerriecher verwandelt, meint Wollitz: „Er hat ein extrem gutes Gespür für Stürmer. Er weiß, welche Typen zusammenpassen, wie ein Stürmer im Abschluss trainiert werden muss.“ Nicht zuletzt deshalb wurde 2011 ein gewisser Nils Petersen im Dress von Energie Cottbus mit 25 Treffern Torschützenkönig in Liga zwei. Wollitz über Feldhoffs Art zu arbeiten: „Er bringt Elemente ein, die einer Mannschaft nur guttun können. Und er hat einen guten Umgang mit sensiblen Spielern.“

Umgang – das ist ohnehin ein gutes Stichwort. Denn Nouri und Feldhoff haben laut Pele Wollitz schon als Spieler die Werte gepflegt, die Nouri auch als Cheftrainer als seine Leitlinien bezeichnet. „Der Alex hat schon immer extrem auf Menschlichkeit, Respekt und Anerkennung geachtet. Da ist er geprägt von seinen Eltern. Und der Markus ist genauso. Sie haben die gleichen Gedanken.“ Deshalb die Seelenverwandtschaft.

Wollitz, aktuell in zweiter Amtszeit Coach beim mittlerweile in Liga vier abgerutschten FC Energie tätig, lacht, wenn er an Nouri und Feldhoff in Osnabrück zurückdenkt: „Ich habe sie immer unsere Fitness-Gurus genannt, weil sie auf diesen Bereich so großen Wert gelegt haben.“ Musterknaben also? In gewisser Weise ja, meint Wollitz: „Keine ausschweifenden Partygänger, aber auch keine Messdiener.“ Profis eben. Und zwar welche, die nie alleine im Licht stehen wollten, sondern immer die Gemeinschaft nach vorne gestellt hätten. „Als Spieler waren sie Garanten für guten Teamgeist“, meint der Ex-Coach der aktuellen Werder-Trainer. Nur eins mochten Nouri und auch Feldhoff nicht, erinnert sich Wollitz: „Aufbrausende Kritik – das haben sie nicht so geliebt. Aber wenn es sachlich und inhaltlich gut vorbereitet war, haben sie es auch angenommen. Ich glaube, dass sie dafür jetzt auch als Trainer stehen.“ csa

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