Ex-Bremer kehrt zurück ins Weserstadion

Pizarros letzter Dienst für Werder

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Ausgerechnet der Ex-Bremer Claudio Pizarro vergab in der 76. Minute die Riesenchance zum Ausgleich.

Bremen - Als der Kopfball von Claudio Pizarro neben dem Tor landete, war da auf Bremer Seite erstmal nur Erleichterung. Kein Tor des Lieblings gegen sein altes Team und seine alten Fans, kein Ausgleich.

Und der Erleichterung folgte die Erinnerung. An eine Szene im Frühjahr 2006, die seither als die Mutter aller nicht-erzielten Tore von alten Lieblingen gegen das ehemalige Team gilt. Ailton hatte damals am letzten Spieltag der Saison für den Hamburger SV die große Chance zur Führung liegen gelassen. Er traf das leere Tor nicht, Werder gewann anschließend noch 2:1.

Es war eine schöne Bremer Geschichte, die Frank Baumann als Spieler miterlebt hatte. Mittlerweile dient er dem SV Werder längst als Sportdirektor und dachte in dieser Funktion mit einem zufriedenen Grinsen an Ailtons unfreiwillige Loyalität, die Pizarro gewissermaßen kopiert hatte. „Die Jungs wissen eben, was sich gehört“, sagte Baumann süffisant.

Weil Ailton damals nicht traf, zog Werder und nicht der HSV auf direktem Weg in die Champions League ein. Weil Pizarro nicht traf, kam Köln nicht zum 2:2-Ausgleich, schöpfte keine neue Hoffnung. Und gewannen die Bremer ein Spiel, das für sie wohl die Weichen Richtung Klassenerhalt stellte.

Ailton steht die Enttäuschung nach seinem vergeigten Torschuss gegen Werder ins Gesicht geschrieben.

„Wenn Pizarro das Tor macht, kann es auch anders ausgehen. Da hatten wir Glück“, sagte Werder-Profi Maximilian Eggestein, der mit seinem Treffer zum 3:1 in der Schlussminute den Deckel drauf gemachte hatte auf das Kellerduell. Auf eine Partie, die vermutlich die letzte war von Claudio Pizarro im Weserstadion. Und in der er dem Club, für den er in 271 Pflichtspielen 144 Tore erzielt hatte, einen letzten Dienst erwies. Indem er nicht traf.

„So einen Kopfball hat Claudio schon hundertmal gemacht“

Wie er die Chance, deren Verwertung für einen wie ihn beinahe schon selbstverständlich ist, ungenutzt lassen konnte, war Pizarro selbst ein Rätsel. Die Flanke von Marcel Risse war perfekt, Pizarro kam völlig ungehindert zum Kopfball. „Normalerweise muss ich das machen. Ich habe den Ball nicht gestoppt, weil ich dachte, da ist noch ein Mann hinter mir. Ich habe versucht, den Ball neben den ersten Pfosten zu drücken, aber ich habe ihn nicht richtig getroffen“, erklärte der 39-Jährige, der seinen Trainer deshalb einmal mehr mit dem Schicksal hadern ließ. „So einen Kopfball hat Claudio schon hundertmal gemacht, diesmal macht er ihn eben nicht. Uns fehlt auch das Glück“, klagte Stefan Ruthenbeck.

„Hier fühle ich mich wie zu Hause“

Dass die Bremer Fans Pizarro auch nach dem Schlusspfiff noch feierten, wird in den meisten Kölner Ohren bitter und ironisch geklungen haben. Böse gemeint war es aber nicht, das hatte auch Pizarro selbst so empfunden: „Für mich ist es immer geil, in Bremen zu spielen. Ich liebe den Verein, die Fans lieben mich. Das ist immer etwas Besonderes. Hier fühle ich mich wie zu Hause.“

Fotostrecke: Werder gewinnt Kellerduell

Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Milos Veljkovic schießt Werder in der 33. Minute mit 1:0 in Führung.
Milos Veljkovic schießt Werder in der 33. Minute mit 1:0 in Führung. © nordphoto
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
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Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Rashica schießt Werder in der 58. Minute zur 2:1 Führung.
Rashica schießt Werder in der 58. Minute zur 2:1 Führung. © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Maximilian Eggestein macht in der 89. Minute mit dem 3:1 den Deckel drauf.
Maximilian Eggestein macht in der 89. Minute mit dem 3:1 den Deckel drauf. © nordphoto

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