Claudio Pizarro steigt heute ins Werder-Training ein: „Mein Körper braucht das“

Zurück im zweiten Zuhause

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Posieren im Weserstadion: Rückkehrer Claudio Pizarro (links) zeigt sein neues Trikot mit der Nummer 14, Werder-Sportchef Thomas Eichin wirkt glücklich nach dem gelungenen Coup.

Bremen - Holger Berger war der Erste, der die Freude über die Rückkehr zu spüren bekam. Als Claudio Pizarro gestern Vormittag nach bestandenem Medizincheck um 10.01 Uhr am Weserstadion vorgefahren wurde, fiel er gleich mal Werders Physiotherapeut-Urgestein in die Arme. Bei seiner offiziellen Vorstellung im voll besetzten PK-Raum machte Pizarro wenig später auch verbal deutlich, wie glücklich er ist, zum dritten Mal in seiner Karriere in Bremen gelandet zu sein.

„Es hat alles gepasst. Werder ist ein zweites Zuhause für mich, ich habe mich hier immer sehr wohlgefühlt“, sagte der 36-jährige Stürmer, der lukrativere Angebote aus den USA und den arabischen Emiraten ausschlug („Das war nicht das Richtige“) und stattdessen in Bremen einen Einjahresvertrag unterschrieb.

Sportchef Thomas Eichin, der neben Pizarro auf dem Podium vor der Journalistenschar saß, war der Stolz über seinen bisher größten Coup deutlich anzumerken. Der 48-Jährige hatte vergangene Woche noch erklärt, dass Pizarro kein Thema sei – aber nur, um in Ruhe an dem Deal arbeiten zu können, wie er nun einräumte. Gestern gab es nach „einer turbulenten Woche“ tatsächlich Vollzug. Und Eichin schwärmte: „Vom Charakter und Charisma passt Claudio perfekt zu uns. Und wir sind vorne jetzt top aufgestellt, haben drei völlig unterschiedliche Typen.“

Nach Anthony Ujah und Aron Johannsson ist Pizarro der dritte Neuzugang für den Angriff. Welche Rolle er in seiner 16. Bundesliga-Saison spielen wird, hängt entscheidend von seiner körperlichen Verfassung ab. Bleibt der mit 176 Treffern erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga-Geschichte – anders als in den vergangenen Jahren – von Verletzungen verschont? Wie fit ist er mit fast 37 Jahren? Antworten darauf gibt es noch nicht.

Fakt ist, dass Pizarro, dessen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängert wurde, in der Vorsaison auf nur 13 Liga-Einsätze und kein Tor kam. Fakt ist auch, dass er nach der Copa America im Sommer nur Waldläufe absolviert, aber nicht mehr mit einer Mannschaft trainiert hat. Dennoch fühlt er sich „sehr gut momentan“, betonte Pizarro, schob jedoch gleich hinterher: „Wichtig ist, dass ich sofort wieder auf den Platz komme. Mein Körper braucht das.“

Heute Vormittag (10 Uhr) wird er die erste Einheit mit seinen neuen Teamkollegen absolvieren. „Jetzt gilt es, dass wir ihm schnell alle Möglichkeiten geben, unsere Mannschaft auf dem Platz kennenzulernen“, meinte Trainer Viktor Skripnik, der sich lediglich in einer Pressemitteilung über den spektakulären Transfer äußerte. Ob Pizarro im Auswärtsspiel am Sonntag (15.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim bereits zum Kader gehört, werden die nächsten Trainingstage zeigen. „Er muss sich eine Wettkampf-Fitness aneignen“, sagte Eichin: „Aber ich denke, das wird nicht lange dauern.“ Das denkt auch Pizarro: „Ich will versuchen, schnell richtig fit zu werden – und dann hoffe ich natürlich, regelmäßig und gut zu spielen. Gemeinsam können wir hier etwas Schönes erreichen.“

Der älteste Mann im Bremer Kader soll aber nicht nur Tore schießen, er soll auch eine Führungsfigur sein. Ein Vorbild, an dem sich besonders die jungen Spieler orientieren können. Kein Problem, findet Pizarro: „Das habe ich bei Bayern München auch gemacht. Wenn du viel erlebt und viel gewonnen hast, musst du das auch an die Jungs weitergeben.“

Torjäger, Leitwolf, Hoffnungsträger – insgesamt sind die Erwartungen an Publikumsliebling Pizarro extrem hoch. Sogar etwas zu hoch, findet Eichin und empfahl: „Wir sollten hier jetzt nicht durchdrehen und wollen ihm keinen zu großen Rucksack aufsetzen.“

mr/csa

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