Claudio Pizarro zeigt auf, wie Erfolg zustandekommt:

Großdenker und Gutspieler

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Pizarro, Pizarro, Pizarro – seit er wieder bei Werder ist, gibt es kaum ein anderes Thema in Bremen. Nach seiner siegbringenden Aktion gegen Hoffenheim will der Peruaner den Kollegen den Glauben an die Europa League einpflanzen.

Sinsheim/Bremen - Als Claudio Pizarro am Morgen nach seinem märchenhaften Wiedereinstieg bei Werder Bremen die Augen aufschlug, ging er erstmal die Checkliste durch. Beine? Okay! Rücken? Alles roger! Füße? Arme? Hüfte? Bestens, bestens, bestens.

„Mein Körper fühlt sich gut an“, sagte der 36-Jährige. Dabei hatte er etwas getan, was sich nach großer Kraftanstrengung und üblem Muskelkater anhört. Pizarro hat die Werder-Welt aus den Angeln gehoben – ein bisschen jedenfalls.

Es war nicht nur die Torvorlage in der Nachspielzeit, die den Weg zum 3:1-Sieg bei 1899 Hoffenheim ebnete, die die Werder-Fans im ganzen Land schier in Verzückung versetzte. Auch Pizarros Worte nach seinem wirkungsvollen Kurz-Einsatz zauberten glückseligen Glanz in die Augen. Denn der Stürmer sprach – seinem Naturell entsprechend – ganz offensiv vom Erreichen der Europa League. Die sei kein utopisches Ziel für Werder. „Vielleicht reicht es für uns“, meinte Pizarro und erklärte: „Wir haben eine gute Mannschaft, der ich total vertraue. Ich glaube, dass wir zusammen etwas Wichtiges erreichen werden.“ Selbst die Champions League sei nichts, was per se ausgeschlossen werden müsse. Aber nur, weil er nie etwas ausschließt: „Es ist immer alles möglich“, sagte er auf Nachfrage. Eine Phrase, mehr nicht. Um in realistischen Grenzen zu bleiben, sprach er von sich aus nur über die Europa League.

Nach vier Spieltagen mag das ein bisschen voreilig sein. Aber Pizarro ist es gewohnt, „groß zu denken“, wie er es beschreibt. Und dazu gehört eben, mit Werder mehr als nur den Klassenerhalt anzupeilen. „Ich bin immer sehr positiv – so habe ich in meiner Karriere wichtige Ziele erreicht. Und wenn du etwas erreichen willst, musst du auch daran glauben.“ Wohlgemerkt: Der Mann hat 18 Titel gewonnen, er weiß, wovon er redet.

Claudio Pizarro nennt sein drittes Werder-Projekt aber auch „eine Herausforderung. Es ist anders als früher.“ Bei seinem ersten Engagement (1999-2001) war er der Jungspund, der den Durchbruch schaffte. Beim zweiten Durchlauf (2008-2012) war er Teil einer teuren, erfahrenen, erfolgreichen Mannschaft. Jetzt gilt es, Hilfestellung zu leisten, während ein neues Team heranreift. „Impulse geben, Erfahrungen weiterreichen, die jungen Spieler anleiten – das ist mein Job momentan“, sagte er.

Auslaufen und leichtes Training am Montag

Wenn er dann neben Tipps und Tricks auch noch weitere Vorlagen und irgendwann auch eigene Treffer liefert, wird er für Werder vielleicht noch zum wertvollsten Pizarro aller Zeiten. „Die Mannschaft“, sagte Mitspieler Zlatko Junuzovic, sei aber auch so schon „extrem froh, dass eine Ikone wie Claudio bei uns spielt“.

Die ersten zehn Minuten der dritten Pizarro-Ära verliefen verheißungsvoll für alle. Am meisten allerdings für den Altstar selbst. Sein „Body-Check“ am Montagmorgen hat nämlich noch etwas ergeben: ein gutes Gefühl. „Ich glaube, meine Fitness kehrt zurück“, meinte der Angreifer.

Für Viktor Skripnik klingen Worte wie diese schwer nach Hauptgewinn. „Wenn er noch besser wird, bin ich noch glücklicher“, sagte der Werder-Coach, der sich in Sinsheim an der allgemeinen Lobhudelei auf Pizarro allerdings nur begrenzt beteiligte. Nicht wegen einer etwaigen Geringschätzung, sondern weil es ihn langweilt: „Claudio ist der besondere Spieler, aber ich bin müde, das immer wieder zu sagen.“

Einer hatte es offenbar nicht gehört und irrte in seiner Einschätzung der aktuellen Pizarro-Leistungsfähigkeit gewaltig. Markus Gisdol, Trainer von 1899 Hoffenheim, hatte vor der Partie gegen Werder eine – wie sich herausstellte – ziemlich leichtsinnige Prognose vorgenommen. Pizarro werde nach nur fünf Trainingstagen noch „keine große Rolle spielen“, hatte Gisdol geglaubt. Am Sonntag, 17.18 Uhr, war der 1899-Coach eines Besseren belehrt.

csa

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