Aktualisiert: Mit Chronik des Wechsels / 3-Jahres-Vertrag

Wechsel perfekt: Pizarro für drei Jahre in Bremen

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Pizarro ist wieder zurück in Bremen

Bremen - von Carsten Sander. Die Rückkehr von Claudio Pizarro zu Werder Bremen ist perfekt. Der Wunschstürmer unterschrieb soeben einen Drei-Jahres-Vertrag mit beiderseitiger Option auf ein weiteres Jahr. Die Ablösesumme soll unter fünf Millionen Euro liegen.

Am späten Montagabend traf der Peruaner mit seinem Berater Carlos Delgado in Bremen ein. Heute wurde auf einer Pressekonferenz der Wechsel offiziell bekannt gegeben.

Klaus Allofs: „Ich bin einfach nur froh, dass wir den Wechsel erfolgreich abschließen konnten. Wir haben intensiv daran gearbeitet, auch wenn das in der Öffentlichkeit nicht so rübergekommen ist.“ Auch Trainer Thomas Schaaf war erleichtert: „Ich kann sagen, dass wir sehr glücklich sind. Es ist wichtig, so einen Spieler mit der Qualität wieder in den eigenen Reihen zu haben. Er wird sich schnell in der Mannschaft zurechtfinden - schließlich war er nur kurz fort.“

Der Peruaner selbst zeigte sich zufrieden über seine Rückkehr. „Ich bin froh, wieder bei Werder zu sein.“ Trotz einiger Angebote aus Deutschland und Europa sei Werder für ihn die Nr.1 gewesen.

Am Sonntag hatte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs erstmals verkündet, dass Pizarro nicht ausgeliehen, sondern fest verpflichtet werden soll. In der vergangegen Saison war Pizarro vom FC Chelsea an die Bremer ausgeliehen worden und hatte insgesamt 17 Tore für den Bundesligisten erzielt.

Nun steht ein weiterer Wechsel bevor. Boubacar Sanogo wird Werder Richtung AS St. Etienne verlassen.

Chronik: Claudio Pizarro und Werder Bremen

1. Mai: Einen Tag nach dem Sieg im DFB -Pokalfinale winkt Pizarro vom Rathausbalkon den Werder-Fans zu. Ob es ein Abschied ist, weiß er selbst nicht. „Die ungewisse Zukunft geht mir schon lange durch den Kopf. Da muss sich jetzt ’was tun“, fordert er und bekennt, in Bremen bleiben zu wollen. Doch die Transferrechte hält der noch trainerlose FC Chelsea. Es vergehen fast drei Monate, bis sich tatsächlich etwas tut.

1. Juni: Der FC Chelsea bestätigt: Carlo Ancelotti wird neuer Coach. „Doch der hat erstmal sicherlich anderes zu tun, als sich gleich mit dem Thema Pizarro zu beschäftigen“, vermutet Werder-Sportdirektor Klaus Allofs und kündigt ein Geduldsspiel an. Werders Plan ist es, den 30-Jährigen erneut auszuleihen.

3. Juli: In Lima wird Claudio Pizarro im Zuge der Ermittlungen gegen seinen Berater Carlos Delgado (Verdacht auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche) vernommen. Pizarro beteuert, von den Praktiken seines Freundes, Managers und Geschäftspartners keine Kenntnis gehabt zu haben.

Claudio Pizarro in Bremen

Claudio Pizarro in Bremen

7. Juli: Erster Trainingstag beim FC Chelsea. Pizarro ist dabei. Auf Norderney trifft Klaus Allofs im Werder-Trainingslager ein und verkündet, in der Personalie jetzt „Gas geben“ zu wollen. So lange wie im Vorjahr, als Pizarro erst nach dem Bundesliga-Start zur Mannschaft stieg, solle es diesmal nicht dauern, so Allofs: „Damals war das schon sehr spät.“

14. Juli: Werder ist umgezogen. Von Norderney nach Bad Waltersdorf ins zweite Trainingslager. Pizarro fehlt weiterhin, und Allofs sagt: „Diese Woche wird das nichts mehr, aber ich hoffe nächste Woche. Wir versuchen, den Wechsel zu beschleunigen.“ Klar ist: „Er muss bei uns auf Gehalt verzichten.“ In London verdient Pizarro vier Millionen Euro pro Saison.

20. Juli: Der „Spiegel“ berichtet, dass Claudio Pizarro in Deutschland Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet hat. Es geht um einen vermeintlichen Nebenjob als Berater. Immer noch steht der Verdacht im Raum , Pizarro habe im Jahr 2001 beim Wechsel von Roberto Silva zu Werder über die Firma „Image“ seines Beraters Delgado, mitverdient. Laut „Bild am Sonntag “ hat er das gegenüber peruanischen Behörden zugegeben.

21. Juli: Die Steueraffäre prallt an Klaus Allofs ab. „Das hat mit uns nichts zu tun“, sagt er und bekräftigt, Pizarro verpflichten zu wollen. Aufsichtsratschef Willi Lemke vertraut der sportlichen Leitung: „Wenn es der Wunsch ist, Pizarro zu holen, dann werden wir das als Aufsichtsrat unterstützen.“

29. Juli: Eine beängstigende Idee macht die Runde: Der FC Chelsea will Andrea Pirlo vom AC Mailand verpflichten und bietet Claudio Pizarro als Verhandlungsmasse zum Tausch an.

6. August: Chelsea handelt immer verrückter. Die Engländer haben Spielervermittler Michael Becker beauftragt, Pizarro auf dem deutschen Markt zum Kauf anzubieten. Becker bestätigt, dass neben Werder auch der VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg und der Hamburger SV Interesse haben. Klaus Allofs ist von Beckers Arbeit genervt: „Aus Erfahrung weiß man, dass es nie gut ist, wenn zu viele beteiligt sind.“

7. August: Der Werder-Aufsichtsrat hat von der Geschäftsführung noch kein Modell zur Pizarro-Verpflichtung vorliegen. Lemke: „Wir warten.“

11. August: Beim FC Chelsea geht es offenbar drunter und drüber. Während die Club-Bosse Pizarro zum Kauf anbieten, hat Coach Ancelotti ganz andere Pläne. „Es wird niemand mehr gekauft, aber auch keiner mehr verkauft“, teilt er mit. Pizarro hat während der nun abgeschlossenen Vorbereitung sportlich jedoch keine Rolle bei ihm gespielt. Unter den Werder-Profis regt sich erster Unmut, dass sich die Verpflichtung des Wunschstürmers hinzieht.

13. August: Wie peinlich wäre das denn gewesen? Das Internet-Portal „sport1.de“ berichtet exklusiv, dass sich der HSV im Juni schon mit Pizarro einig war. Nur der Krach zwischen Vorstandschef Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer sowie dessen Demission haben den Transfer verhindert.

16. August: Klaus Allofs macht klar: Ein Ausleihgeschäft ist vom Tisch. Werder will Pizarro kaufen.

17. August: Gesagt, getan: Eine Maschine mit Claudio Pizarro an Bord landet um 22.14 Uhr auf dem Bremer Flughafen.

18. August: Pizarro unterschreibt bei Werder einen Drei-Jahres-Vertrag plus beiderseitiger Option für ein weiteres Jahr. Geschätzte fünf Millionen Euro kostet der Transfer. Zum insgesamt dritten Mal nach 1999 und 2008 wird der Stürmer im Weserstadion vorgestellt.

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