Auch Guardiola huldigt dem Mittelstürmer

Phänomen Pizarro: Werders "Wahnsinns"-Trumpf im Abstiegskampf

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Gerade erst knackte Claudio Pizarro den Werder-Allzeit-Torrekord mit 102 Treffern.

Bremen - Claudio Pizarro ist Werders größter Trumpf im Bundesliga-Abstiegskampf. Für den 37-jährigen Peruaner, der seine größten Erfolg mit dem FC Bayern feierte, geht es auch um einen neuen Vertrag.

Schlitzohr. Rekord-Torjäger! Werder-Retter? Claudio Pizarro ist im harten Bundesliga-Abstiegskampf die personifizierte Lebensversicherung von Werder Bremen. Der peruanische Sturm-Oldie erlebt an der Weser zurzeit seinen x-ten Fußball-Frühling. Selbst Pep Guardiola huldigte dem Phänomen Pizarro vor dessen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. "Claudio ist einer der besten Mittelstürmer, die ich kennengelernt habe", sagte Guardiola vor dem Pokal-Duell von Bayern München gegen den SV Werder am Dienstagabend.

In München kennen sie die Vorzüge Pizarros nur zu gut: Insgesamt neun Jahre (2001 bis 2007 und 2012 bis 2015) spielte er für den Rekordmeister, erzielte in 327 Spielen 125 Tore und gewann an der Isar sechs Meisterschaften, fünfmal den DFB-Pokal sowie 2013 die Champions League.

"Wenn er spielt, spielt er immer gut und macht seine Tore", sagte Bayerns Offensivstar Arjen Robben über seinen früheren Mitspieler jüngst. So einen wie ihn, so der Niederländer, hätten den Bayern auch jetzt noch gut gebrauchen können. Noch viel dringender wird Pizarro zurzeit allerdings in Bremen gebraucht. Seine Toren halten Werder im Existenzkampf über Wasser.

Bremer Rekord-Torschütze

Erst am Wochenende brachte er die Grün-Weißen mit dem wichtigen 1:0 gegen den VfL Wolfsburg auf Kurs. Die Rekorde als Ausländer mit den meisten Bundesligaspielen (407) und den meisten Bundesligatoren (189) hat Pizarro längst geknackt, der Treffer gegen die Wölfe bedeutete die nächste Bestmarke: Mit nun 102. Bundesliga-Toren (183 Ligaspiele) für die Bremer überflügelte er den heutigen Aufsichtsrats-Chef Marco Bode (101 Treffer) und schwang sich zum alleinigen Rekord-Torschützen des Klubs auf.

Ganz nebenbei war es seine elfte (!) Bude in der Rückrunde, gegen Wolfsburg traf er in seinem fünften Bundesliga-Spiel in Folge. Eine solche Serie war dem heute 37-jährigen Pizarro zuletzt im Frühjahr 2001 als 22 Jahre alter Jungspund geglückt.

Bode hofft auf weiteres Jahr Pizarro

"Alle Hoffnungen, die wir in diesen Transfer gesetzt hatten, sind aufgegangen. Er spielt eine außergewöhnliche Saison und macht wichtige Tore", sagte Bode kürzlich: "Er ist aber auch in der Kabine ein wichtiger Ansprechpartner. Ich würde mich freuen, wenn er noch ein weiteres Jahr bei uns spielen könnte. Ich denke, dass die Aussichten gut sind."

Dabei gab es nicht wenige in der Hansestadt, die hinter den Last-Minute-Transfer von Sportchef Thomas Eichin im August vergangenen Jahres ein dickes Fragezeichen setzten. Denn Pizarro tat sich zunächst schwer, die körperliche Fitness fehlte, und an Spiele über 90 Minuten war über Wochen nicht zu denken. Doch der einstige Lebemann arbeitete so hart wie wohl nie, passte auch die Ernährung seinem fortgeschrittenen Alter als Fußball-Profi an und arbeitete sich beharrlich ins Team.

Pizarros Karriere in Bildern

Längst ist er bei Trainer Viktor Skripnik Stammspieler, wie schon in der Ära von Langzeit-Coach Thomas Schaaf vor mehr als 15 Jahren. "Er trifft mit rechts, mit links, mit dem Kopf - Wahnsinn", sagt der Ukrainer Skripnik. Bleibt nur noch die Frage, ob der Wahnsinn an der Weser weitergeht. Denn der Vertrag zwischen den Grün-Weißen und Pizarro läuft zum Saisonende aus - ohne irgendwelche Optionen. Verhandlungen darüber sind zurückgestellt. Bis feststeht, ob das Schlitzohr den SV Werder zum Klassenerhalt geschossen hat oder nicht.

sid

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