Casteels ohne Zukunft bei Werder / Wolf mit Degradierung „nicht einverstanden“

Das Kommen und Gehen zwischen den Pfosten

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Koen Casteels und Raphael Wolf.

Bremen - Das Torwart-Duell wurde gestern verlegt. Vom Trainingsplatz in den Supermarkt. Dort saßen Koen Casteels und Raphael Wolf Seite an Seite zwischen Getränkekisten und schrieben umringt von Fans Autogramme im Akkord. Wessen Unterschrift mehr gefragt war, ist nicht überliefert und eigentlich auch egal.

Denn auf die Entscheidung, wer am Sonntag (15.30 Uhr) beim SC Paderborn im Tor von Werder Bremen stehen wird, hatte die Signierstunde natürlich null Einfluss. Spielen wird Casteels – das hat Trainer Viktor Skripnik nach der im Nordderby gegen den HSV vollzogenen Wachablösung zwischen den Pfosten so schon festgelegt. Möglich, dass diese Entscheidung weitreichende Folgen haben wird.

Koen Casteels obenauf, Raphael Wolf bleibt sitzen – ein Bild mit Symbolcharakter. Zumindest eine Perspektive verändert sich nach der Saison, wenn Casteels in Richtung Wolfsburg weiterzieht. Doch was wird aus Wolf?

In erster Linie für Raphael Wolf. Denn der bisherigen Nummer eins wurde deutlich vor Augen geführt, dass es nicht reicht, was er leistet. Und wenn das schon dazu führt, dass er von dem nur ausgeliehenen Casteels verdrängt wird, dann kann er sich an fünf Torwartfingern abzählen, was wird, wenn in der kommenden Saison Felix Wiedwald als fest verpflichteter Keeper zu Werder stößt. Wolfs Status als Nummer zwei dürfte dann zementiert sein. Ob sich der 26-Jährige diese Gedanken über seine Zukunft auch macht, ist zwar anzunehmen, aber nicht bestätigt. Wolf lächelt Nachfragen einfach weg. Dabei ist längst Schluss mit lustig. Die Versetzung auf die Bank hat den umstrittenen Schlussmann getroffen. „Dass das nicht schön ist, ist doch klar. Und ich bin mit der Entscheidung auch nicht einverstanden. Ich will natürlich spielen“, sagt er. Doch Stunk machen? Nein, das wäre überhaupt nicht seine Art. „Ich werde jetzt einfach weiterarbeiten, um so schnell wie möglich wieder ins Tor zurückzukehren.“ Ob er wirklich an diese Chance glaubt? „Ich glaube gar nichts“, entgegnet Wolf, „ich mache einfach meinen Job.“ Das sei auch das, was er Coach Skripnik im Gespräch nach der Degradierung gesagt habe, meint der gebürtige Münchner. Skripnik hatte den Schlussmann deshalb für dessen „professionelle Haltung“ gelobt.

Und Casteels? Der Belgier, der von Werder nur ausgeliehen ist und seinen Dienst nach Stand der Dinge ab der kommenden Saison beim VfL Wolfsburg verrichten wird, hat die Beförderung ziemlich ungerührt zur Kenntnis genommen. Nur zwischen den Zeilen klingt durch, wie gut ihm Skripniks Vertrauen tut. Bei 1899 Hoffenheim, wo er noch bis zur Winterpause unter Vertrag gestanden hatte, war er nach einem vor einem Jahr erlittenen Schienbeinbruch „weg vom Fenster. Ich habe nicht mal mehr auf der Bank gesessen. In Bremen rücke ich wieder in den Blickpunkt.“ Der Wechsel? „Eine richtige Entscheidung“, sagt der 22-Jährige.

Er ist zurück im Geschäft, kann jetzt noch fünf Spiele lang auf sich aufmerksam machen und sich für das Duell mit Diego Benaglio präparieren, das ab Sommer auf ihn wartet. Werder wird für Casteels nur eine Episode bleiben. Der Deal mit dem VfL Wolfsburg, der Hoffenheim im Winter die Transferrechte an Casteels abgekauft hatte, ist klar. Die Ausleihe läuft bis zum 30. Juni, danach zieht der Keeper weiter. Und solange der VfL ihn tatsächlich haben will, hätte Werder „nullkommanull Optionen“ auf eine Weiterverpflichtung, erklärt Geschäftsführer Thomas Eichin. Die Absichten, den offensichtlich durchgefallenen Raphael Wolf nach der Saison abzugeben, liegen angeblich im gleichen Bereich – nullkommanull. Eichin: „Er wird bei uns in der nächsten Saison als einer von zwei Torhütern in den Wettkampf gehen.“ Wolfs Vertrag in Bremen läuft noch bis 2017.

csa

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