Noch fiebert Werders Italiener nur am Fernseher mit, doch Dutt macht ihm Mut

Caldirolas „größter Traum“: Zurück zur Squadra Azzurra

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Sein großes Ziel, die italienische Nationalmannschaft, hat Luca Caldirola noch nicht aus den Augen verloren: „Das wäre mein größter Traum“, sagt Werders Innenverteidiger.

Bremen - Plötzlich glänzen seine Augen noch ein bisschen mehr als sonst. „Das wird ein sehr schönes Spiel“, sagt Luca Caldirola, wenn er an das Länderspiel am Freitag zwischen Deutschland und Italien denkt. Noch darf der Italiener in Diensten des SV Werder Bremen nicht bei der Squadra Azzurra mitmischen.

Dabei hatte der Defensivmann noch im Sommer die Kapitänsbinde der U 21 getragen. Seitdem, sagt er, haben „einige Leute aus dieser Mannschaft“ den Sprung ins A-Team geschafft. Caldirola nicht. Trotzdem freut er sich auf den Länderspiel-Abend. Denn seine ganze Familie ist zu Gast in Bremen, und „wir werden alle zusammen das Spiel im Fernsehen anschauen.“

Dass der Innenverteidiger momentan keinen Kontakt zu Teamchef Cesare Prandelli und dem Verband hat, stört ihn äußerlich nur kaum. Wohl auch, weil eine Nominierung für ihn, der die vergangene Saison noch in Italiens Serie B auf den Durchbruch wartete, ziemlich früh käme. Doch im Inneren des Mannes aus der Lombardei lodert die Leidenschaft: „Die Nationalmannschaft wäre mein größter Traum.“

Allzu bald, so schätzt Caldirola selbst, wird sich der jedoch nicht erfüllen: Für die WM in Brasilien „glaube ich, dass die Mannschaft schon formiert ist“. Für exaktere Prognosen „müssen Sie Prandelli fragen“, riet er vor dem gestrigen Nachmittagstraining den fragenden Journalisten.

Weil der aber momentan zu weit weg ist, gilt sein „Chef“ im Club als erste Wahl bei der Beurteilung des Sommer-Neuzugangs – und die Aussagen von Werder-Trainer Robin Dutt klingen gleichsam logisch wie aufmunternd: „Wenn man Kapitän der U 21 war, gehe ich davon aus, dass man noch irgendwo in einem Notizblock steht. Und wenn man mit 22 Jahren Stammspieler bei Werder Bremen bist, sollte immer die Chance da sein.“

Noch besser wäre es natürlich, wenn Caldirola auch im internationalen Geschäft auf sich aufmerksam machen dürfte: „Da hat man natürlich mehr Möglichkeiten, sich zu präsentieren“, weiß er selbst. Als entscheidenden Nachteil sieht er das allerdings nicht: „In der italienischen Mannschaft sind auch viele Spieler aus kleineren Vereinen.“ Für den Klassiker gegen Deutschland berief Prandelli jedoch sieben Verteidiger aus aktuellen Champions-League-Vertretungen und einen mit Europa-League-Erfahrung.

Also muss Caldirola bei Werder national noch mehr aufs Tempo drücken, aber „ich bin sehr glücklich, dass ich hier bisher alle Spiele machen konnte.“ Und am Freitag drückt er seinen Kumpels Lorenzo Insigne und Alessandro Florenzi die Daumen, die wie er der U 21 entwachsen sind, nun aber gegen die „großen“ Deutschen ran dürfen: „Durch die jungen Spieler ist noch mal hohe Qualität dazu gekommen. Ich glaube, sie werden sich gut schlagen.“ Mit einem allzu gewagten Tipp hält sich der Verteidiger jedoch zurück: „Natürlich hoffe ich, dass Italien gewinnt. Aber man kann diese beiden Arten von Fußball nicht vergleichen: Italien spielt ein wenig defensiver, Deutschland sehr offensiv. Wenn ich eine Prognose abgeben müsste, würde ich sagen: 1:1.“

Ein Unentschieden gegen Deutschland – für den Mann, der bei Inter Mailand zum Junioren-Nationalspieler reifte, nichts Neues: Sein persönliches Duell im blauen Dress gegen die U 21 des DFB im März 2011 endete 2:2: „Ein Tor der Deutschen hat Lewis Holtby geschossen, das andere weiß ich nicht mehr.“

Zur Erinnerung: Auch dieser Treffer ging auf Holtbys Konto. Und zum Trost: Der damalige deutsche Kapitän, inzwischen Offensivmann von Tottenham Hotspur, muss am Freitag ebenfalls vor dem Fernseher zusehen: Bundestrainer Joachim Löw hat ebenso auf ihn verzichtet wie Prandelli auf Caldirola. ck

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