Nicht nur Drmic, „die ganze Mannschaft ist stark“ / Steht Werders Null wieder?

Caldirola ist zurück und warnt vor dem „Club“

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Luca Caldirola soll heute wieder für Werder abräumen – vermutlich auf der linken Seite, wo er es mit Nürnbergs Bestem, Josip Drmic, zu tun bekommen dürfte. ·

Bremen - Es drohte ein echter Härtefall zu werden. Luca Caldirola brummte auf der Tribüne seine Gelbsperre ab, unten auf dem Rasen spielte Werder stark und schlug den Hamburger SV im Nordderby mit 1:0. Kein Grund also für Trainer Robin Dutt, sein Team im nächsten Abstiegsduell heute Abend (18.30 Uhr) beim zwei Punkte schlechteren 1. FC Nürnberg zu verändern.

Doch dann verletzte sich Linksverteidiger Santiago Garcia am Knie – und somit ist in der Bremer Vierer-Abwehrkette ein Platz frei: für Caldirola.

Den Job auf der defensiven Außenbahn kennt der 23-Jährige, der bis auf das Derby keine Partie verpasst, mit 1 974 Minuten die meiste Einsatzzeit aller Werder-Profis hat und nur ein Mal ausgewechselt wurde, bereits bestens. Gegen Dortmund und Gladbach und in Frankfurt hat er dort zuletzt gespielt – und weil Garcia mit einem Innenbandteilriss im rechten Knie rund sechs Wochen ausfällt, könnte es nun sogar bis Saisonende zu seiner festen Position werden. „Eigentlich bin ich Innenverteidiger“, sagt Caldirola zwar – doch mehr als diese zarte Beschwerde hört man von ihm in dieser Richtung nicht. Er hat sich mit der Rolle auf links arrangiert und meint: „Da kann ich auch spielen. Der Trainer entscheidet, was das Beste ist.“

Das Beste wird für Werder heute sein, auf der linken Seite einen richtig starken Mann zu haben. Denn es droht eine Menge Gefahr. Über die rechte Angriffsseite der Nürnberger dürfte Josip Drmic (22) kommen. Der Schweizer Nationalspieler hat elf von 27 Saisontoren der Franken erzielt, ist mit Abstand bester Schütze des „Clubs“. Weit dahinter folgen Per Nilsson, Hiroshi Kiyotake, Adam Hlousek und Daniel Ginczek mit jeweils drei Treffern. „Drmic ist ein sehr guter Spieler, seine Torquote sagt einiges“, findet Caldirola, ergänzt jedoch: „Ich denke nicht so sehr an den Gegenspieler, sondern an mich. Wenn ich konzentriert bin, werde ich einen guten Job machen.“ Ohnehin warnt er davor, den Fokus nur auf den Nürnberger Shooting-Star zu richten: „Die ganze Mannschaft ist stark. Da müssen wir schon sehr gut spielen, um etwas zu holen.“

So sieht’s auch Dutt. Obwohl beim Gegner fast eine halbe Stammelf verletzt oder gesperrt ausfällt (siehe Statistikkasten), warnt der Werder-Coach: „Von allen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte ist Nürnberg die formstärkste. Sie spielen sehr risikoreich, aber gut. Sie werden uns wohl noch mehr abverlangen als der HSV. Und es ist sicher kein Zufall, dass sie sich da unten rausgearbeitet haben.“ Nach null Siegen in der Vorrunde ist der „Club“ 2014 geradezu explodiert: Vier Siege in sechs Rückrunden-Spielen, nur gegen die beiden Top-Teams von Bayern München (0:3) und Borussia Dortmund (0:2) gab’s nichts Zählbares.

Trainer Gertjan Verbeek („Ich will gewinnen, diese Einstellung werde ich der Mannschaft auch vermitteln“) leistet in Nürnberg laut Dutt „sehr gute Arbeit“. Und der heutige Gegner sei auf „einem guten Weg“. Aber, betont Dutt: „Noch sind sie hinter uns – und das sollen sie idealerweise auch bleiben.“

Mut macht den Bremern neben der kleinen Serie von drei ungeschlagenen Spielen und dem Schub durch den Derbysieg (Caldirola: „Wir fühlen uns besser, haben mehr Power“) auch ein Blick in die Rückrunden-Statistik: Gegen die Keller-Konkurrenten Braunschweig, Frankfurt (jeweils 0:0) und Hamburg (1:0) kassierten sie kein Gegentor. Wird diese Serie heute fortgesetzt, würde Werder zumindest nicht verlieren. Das wäre ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt. · mr

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