Katastrophal im Pokal, ein Retter in der Liga – der Italiener ist angekommen

Caldirola verspricht: „Ich kann noch besser spielen“

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Luca Caldirola überspringt den Braunschweiger Jan Hochscheidt. „Wir haben einen guten Job gemacht“, sagte er nach dem Bremer 1:0-Sieg. ·

Bremen - In diesem einen wichtigen Augenblick machte sich bezahlt, dass Torwart-Blut in Luca Caldirolas Adern pulsiert. Der Vater des italienischen Innenverteidigers von Werder Bremen stand einst für mehrere Amateurteams zwischen den Pfosten, und auch der Filius ist als Torhüter ins Fußballerleben gestartet. Dass er von dieser Vergangenheit heute noch profitiert, zeigte sich am Samstag.

In der Schlussphase der Partie gegen Eintracht Braunschweig rettete Caldirola auf der Linie für seinen schon geschlagenen Schlussmann Sebastian Mielitz und sicherte Werder so den enorm wichtigen 1:0-Sieg. Dafür wurde er später in der Kabine genauso gefeiert wie Torschütze Zlatko Junuzovic. „Sie haben die entscheidenden Aktionen geliefert. Dafür haben beide ihre Lorbeeren abbekommen“, sagte Stürmer Nils Petersen.

Caldirola hat das doppelt gut getan. Denn der Italiener stand nach seinem von Fehlern geprägten Pflichtspieldebüt eine Woche zuvor im DFB-Pokal (Kreiszeitung-Note 6) besonders im Blickpunkt. Zweifel keimten, ob der 22-Jährige, der bis dato nur in der zweiten italienischen Liga und der niederländischen Eredivisie Erfahrungen gesammelt hatte, tatsächlich das Zeug zum Bundesliga-Profi hat. Überzogene Sorgen zu Beginn von Caldirolas Werder-Engagement. Einen Großteil davon hat er in Braunschweig zerstreuen können. Er wirkte abgeklärter, sicherer, umsichtiger – wie bei seiner Rettungstat in der 88. Minute. Caldirola: „Ich hatte Glück, bin einfach auf die Linie gelaufen.“ Eben mit dem Instinkt eines Torwarts.

Es war für ihn die herausragende Szene in einem Spiel, das er als „sehr spannend“ empfunden hatte. Logisch, es war ja auch sein erstes in der Bundesliga. „Ich war ein bisschen aufgeregt, aber mit meiner Leistung bin ich ganz zufrieden“, sagte das in der Lombardei aufgewachsene Abwehr-Talent: „Wir haben kein Gegentor bekommen, also haben wir einen guten Job gemacht.“ Aber natürlich war er nicht so gut, wie er es sich wünscht. „Ich kann noch besser spielen“, versprach Caldirola, der sich bei Werder schon perfekt integriert fühlt. „Eigentlich wie zu Hause“, sagte er, „alle helfen mir.“

Speziell Sebastian Prödl, sein Nebenmann in der Innenverteidigung, sein Zimmerkollege in den Trainingslagern, seine Leitfigur und sein Orientierungspunkt bei Werder. „Es klappt gut mit ihm“, meint Luca Caldirola, der nebenbei versucht, dem Österreicher die italienische Sprache zu vermitteln. Aber es klappt nicht so richtig, berichtete Caldirola grinsend: „Ich glaube, mein Deutsch ist besser als sein Italienisch.“ Allerdings: Caldirola sagt‘s noch auf Englisch. · csa

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