Caldirola denkt an Abschied, wenn es so weitergeht / Hajrovic will sich anpassen, damit es besser läuft

Die Pläne der Unzufriedenen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Belek - Izet Hajrovic und Luca Caldirola haben mindestens drei Eigenschaften gemeinsam. Erstens: Sie gehören nach der Hinrunde zu den hochgradig Unzufriedenen bei Werder Bremen. Zweitens: Sie hoffen auf Besserung in der Rückrunde. Drittens: Ihnen ist es aktuell im Bibber-Trainingslager in Belek viel zu kalt.

Ein kräftiger, fast eisiger Wind und ein Thermometer, das es trotz Sonnenschein nur mit Ach und Krach in den Plusbereich schafft – wer will denn so etwas? Caldirola nicht: „Ich war mal mit Vitesse Arnheim hier, da waren es 20 bis 25 Grad. Das war schön“, sagt er. Und Dubai-Urlauber Hajrovic mag den Temperatursturz schon mal gar nicht: „Es könnte wirklich wärmer sein.“

Aber nicht nur vom Wetter in Belek hätten die beiden Reservisten mehr erwartet – auch von sich selbst. Es lief in der Hinrunde alles andere als gut für den Offensivmann Hajrovic und den Defensivspezialisten Caldirola. Zwölf Bundesliga-Einsätze, aber kein Spiel über 90 Minuten und auch kein Tor oder Vorlage stehen in Hajrovics Bilanz. Caldirola verlor seinen Stammplatz der Vorsaison, kam nur sporadisch zum Zuge und sammelte so sieben Einsätze. Ernüchternd für beide. Aber sie gehen unterschiedlich mit der Situation um.

Hajrovic, erst zu Saisonbeginn von Galatasaray Istanbul gekommen, wirkt verzagt, fast schon verkrampft. Der Eindruck, dasser sich selbst am allermeisten unter Druck setzt, bestätigt sich im Gespräch. Während er nervös an seinem rechten Ringfinger, den ein breiter goldener Ring ziert, herumknetet, sagt er, dass er sowieso nie mit sich zufrieden sei. „Und wenn ich 50 Tore schießen würde, würde ich mich fragen, warum es nicht 60 waren“, erklärt der 23-Jährige.

Er könnte dabei lachen, macht es aber nicht. Zu ernst ist die Sache. Denn er hat wie gesagt noch überhaupt nicht getroffen in der Bundesliga. Nur einmal im DFB-Pokal.

Der bosnische Nationalspieler und WM-Teilnehmer hat seine Anlaufschwierigkeiten oft mit dem viel höheren Niveau der Bundesliga begründet: „Mein Vater hat gleich gesagt: Das wird was anderes als in der Türkei oder in der Schweiz.“ Zumal er bei Werder nicht das sein kann, was er eigentlich ist: ein Außenstürmer. Diese Position gibt es nicht im Bremer System. „Kann sein, dass das ein Problem ist“, meint Hajrovic: „Aber der Trainer kann nicht alles für mich ändern. Ich muss mich jetzt irgendwie an die Mannschaft, an das System anpassen und eine neue Position lernen.“

Die Tage in Belek sollen helfen. Und dann ist die Schonzeit als Neuling in der Liga vorbei. „In der Rückrunde“, sagt Hajrovic selbst, „gibt es für mich keine Gründe und Ausreden mehr. Entweder es klappt oder es klappt nicht.“ Punkt. Es ist eine Aussage, die die Vermutung bestätigt, dass dieser (zu) ernste und (zu) verbissene junge Mann sehr hart gegen sich selbst sein kann.

Trainingslager in Belek zweiter Tag

Eines macht Izet Hajrovic aber nicht: Er entwirft kein Szenario, was denn wäre, wenn er in der Rückrunde Reservist mit Kurz-Einsätzen bleibt. Luca Caldirola hat sich diese Gedanken dagegen schon gemacht. Und ist zu dem Schluss gekommen: „Wenn sich bis zum Sommer nichts ändert, muss ich mit Manager und Trainer reden. Dann müssen wir eine Lösung finden.“ Die dann Trennung heißt?

Caldirola sagt es so: „Um mein großes Ziel Nationalmannschaft zu erreichen, muss ich spielen.“ Weil er nach einer guten Premierensaison bei Werder (33 von 34 Ligaspiele bestritten) plötzlich nur noch sporadisch ran darf, geistern immer wieder Meldungen durch die Welt, dass der Italiener ein Verkaufskandidat sei bei Werder. Diversen Clubs der Serie A wird ein Interesse an dem Innenverteidiger und ehemaligen Kapitän der U21 nachgesagt. Aber zum einen „liegen mir keine Anfragen vor“, so Caldirola, zum anderen denkt Geschäftsführer Thomas Eichin überhaupt nicht daran, den 23-Jährigen abzugeben. Jedenfalls nicht bei normalen Angeboten. „Grundsätzlich ist bei uns niemand unverkäuflich. Aber Luca ist ein Verteidiger mit einem linken Fuß, den du defensiv auf jede Position stellen kannst. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“ Auch wenn er in der Rangliste der Innenverteidiger auf Rang vier zurückgefallen ist. „Das kann sich wieder ändern“, meint Ex-Verteidiger Eichin. Und Luca Caldirola hofft, dass es so kommt. Denn: „Ich will nicht gehen, ich will um meine Position kämpfen.“

csa

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