Werder-Torwart von Löw überraschend nicht nominiert / Frings wieder nicht dabei

Bundestrainer legt Wiese auf Eis

Gegen Südafrika und Aserbaidschan nicht dabei: Torwart Tim Wiese.

BREMEN (flü/csa/sid) Herber Rückschlag für Tim Wiese: Werders Torwart wurde gestern von Bundestrainer Joachim Löw auf Eis gelegt und nicht für die anstehenden beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft nominiert.

Während Löw dem Leverkusener Rene Adler bei der Bekanntgabe seines Kaders eine Einsatzgarantie für das Länderspiel gegen Südafrika am 5. September vor heimischer Kulisse gab, darf 96-Schlussmann Robert Enke beim WM -Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan vier Tage später in Hannover seine derzeitige Position als Nummer eins weiter ausbauen. Für Wiese eine böse Überraschung, zumal Löw als dritten Torwart den Schalker Manuel Neuer nominierte.

Der in dieser Saison bislang starke Wiese darf erst am 14. November in Köln gegen Chile über 90 Minuten spielen, Neuer erhält am 18. November in Gelsenkirchen gegen Ägypten eine Bewährungschance. Allerdings finden diese Spiele nur statt, wenn Deutschland nicht als Gruppenzweiter in die Play-offs muss.

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„Wir haben uns nach einem intensiven Gedankenaustausch im Trainerteam bewusst langfristig festgelegt. Wenn alles normal läuft, wollen wir bis Ende des Jahres jedem unserer vier WM -Kandidaten die Chance geben, mindestens einmal über 90 Minuten zum Einsatz zu kommen. Das ist eine faire Regelung für alle“, meinte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.

Fragt sich nur, ob Wiese das genauso sieht. Eher nicht. Denn der Bremer erklärte cool, aber mit bitterböser Ironie: „In der Nationalmannschaft zu spielen, muss man sich verdienen. Ich habe scheinbar noch nichts geleistet. Anders kann ich es mir nicht erklären.“

Was Löw und Köpke als faire Lösung sehen, ist für den Bremer jedenfalls eine große Enttäuschung. Zum einen dürfte der Torwart, der als einziger der vier WM -Kandidaten international spielt, ziemlich angefressen ein, weil Löw dem 27-Jährigen in der vergangenen Woche gegen Südafrika noch den ersten Einsatz von Beginn an in Aussicht gestellt hatte. Zum anderen können sich nun die anderen drei Keeper zehn Tage lang im Training der DFB -Elf in den Vordergrund spielen.

Darüber hinaus dürfte die Nichtnominierung des Bremer Keepers ein Fingerzeig dafür sein, dass Wiese auch in den beiden entscheidenden WM -Qualifikationsspielen im Oktober gegen Russland und Finnland nicht dabei sein wird.

Selbst wenn Löw gestern beteuerte, dass man sich für diese beiden Begegnungen „in der Torwartfrage natürlich kurzfristig entscheiden“ werde, sagte er auch: „Wie in den letzten Qualifikations-Begegnungen ist derzeit aber kein Wechsel vorgesehen.“ Damit hält der in fünf der bislang sieben Qualispiele eingesetzte Enke auch für das richtungsweisende Spitzenspiel in Russland alle Trümpfe in der Hand.

Bei Klaus Allofs hat die Nichtnominierung Wieses jedenfalls große Verärgerung ausgelöst: „Es ist schwer, an eine faire Chance für Tim Wiese zu glauben. Viel deutlicher kann man ihm nicht zeigen, was anscheinend das Trainerteam von ihm hält“, schimpfte der Werder-Sportdirektor: „Wenn man sagt, man möchte alle Torhüter testen, kann ich nicht verstehen, wieso er nicht dabei ist. Das ist eine Überraschung.“

Während Wiese zumindest weiter im Kreis der Nationalmannschaft bleibt, dürfte das Thema für Torsten Frings so ziemlich abgehakt sein. Der Bremer Kapitän wurde von Löw wieder nicht berufen. Doch Frings blieb im Hinblick auf die WM trotzig: „Ich werde so gute Leistungen abliefern, dass er nicht an mir vorbeikommt.“

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